FAKTEN SCHAFFEN. Von der Kunst und der Wissenschaft des Dokumentierens

Quelle: DFG-Graduiertenkolleg "Das Wissen der Künste"

Veranstaltungsreihe des DFG-Graduiertenkollegs „Das Wissen der Künste“

Montags, 18-20 Uhr
Universität der Künste, Berlin
Hardenbergstr. 33
Raum 310
10623 Berlin


Das Dokumentieren ist aus den Wissenschaften und den Künsten nicht mehr wegzudenken. Es stellt eine bestimmte Art der Wissenserschließung dar, bei der Sachverhalte gleichzeitig festgehalten, belegt und vermittelt werden. Damit sind dokumentierende Praktiken spezifisch für das 20. und 21. Jahrhundert, denn sie verdanken sich einer Wissenschaftskultur, in der empirische Beweise zum zentralen Bestandteil methodologischer Selbstbeschreibungen der akademischen Disziplinen wurden. Im Laufe des 19. Jahrhundert etablierten sich die meisten der heute geläufigen Techniken und Verfahren des Dokumentierens, wie die Fotografie, der Film oder die Tonaufnahme sowie die Standardisierung von schriftlichen und visuellen Aufzeichnungen. In den 1930er Jahren wurden diese dokumentarischen Techniken und Verfahren als spezifische Art des Darstellens in den Künsten aufgegriffen und während des 20. Jahrhunderts auf vielfältige Weise in den Kanon künstlerischer Darstellungsverfahren aufgenommen. Dokumentieren stellt somit eine Schnittstelle zwischen den Künsten und den Wissenschaften dar, für die die Gleichzeitigkeit von Wissensvermittlung und -erzeugung charakteristisch ist. Mit der Inanspruchnahme der Autorität von Dokumenten schaffen Künste und Wissenschaften Wirklichkeiten, die elementar auf die Wissenserzeugung beider rückwirken. Doch nicht nur die Erschaffung von Dokumenten bestimmt das Wissen der Künste und der Wissenschaften, sondern auch der Umgang mit bereits bestehenden Dokumenten formt das Verständnis von Wirklichkeit und Fiktion.

Sowohl in den Künsten als auch in den Wissenschaften werfen dokumentierende Praktiken Fragen nach Material und Materialität, medialen und technischen Bedingungen, Räumen und Institutionen, Wahrheit bzw. Wirklichkeit und Fiktion sowie nach der Erzeugung von Wirklichkeit(en) auf:

  • Was bedeuten Material und Materialität für dokumentarische Verfahren sowie den Umgang mit  Dokumenten? Was lässt sich durch eine Schärfung des Materialbegriffs hierfür gewinnen?
  • Wie lässt sich die Verflochtenheit von dokumentierenden Darstellungsverfahren mit technischen und medialen Entwicklungen bestimmen?
  • Inwiefern sind Legitimierungen des Wirklichkeitsbezugs und Wahrheitsgehalts dokumentarischer Darstellungen an technische und mediale Dispositive geknüpft?
  • Auf welche Weise bedingen Räume, Akteur_innen und Institutionen, wie die Strukturen von Archiven, künstlerische und wissenschaftliche Arbeit mit Dokumenten?
  • Und welche Formen von Archiven werden in den Wissenschaften und in den Künsten selbst hergestellt?
  • Wie können mediale Transfers in dokumentierenden Praktiken gefasst und reflektiert werden?
  • Inwiefern ist dokumentieren eine Arbeit an der Grenze von Fiktion und Wirklichkeit? Welche Strategien wurden entworfen, mit dem Spannungsfeld von Dokumentation und Fiktion umzugehen?
  • Wie wird die Herstellung von Wirklichkeit durch Dokumente in den Wissenschaften und in den Künsten reflektiert?

In der Veranstaltungsreihe „FAKTEN SCHAFFEN“ kommen Wissenschaftler_innen und Künstler_innen zu Wort, die aktuell zum und mit dem Dokumentieren als künstlerische und wissenschaftliche Methode arbeiten. Sie stellen an sieben Montagabenden ihre Perspektiven, Positionen und Ansätze zu den unterschiedlichen Ausformungen, Qualitäten und Funktionen des Dokumentierens vor.

Termine

7.11.2016Reconsidering the Shape of Evidence. Visual Documents in and Beyond Contemporary Art (Vortrag in englischer Sprache)
Sophie Berrebi (Universität von Amsterdam)

21.11.2016Narrative, Institutionen und Akteur_innen der Archivierung von Theater
Kurzvorträge mit anschließendem Podiumsgespräch von
Stefanie Wenner (Hochschule für Bildende Kunst Dresden, Archiv des freien Theaters) und
Erdmut Wizisla (Bertolt-Brecht-Archiv und Walter Benjamin Archiv der Akademie der Künste Berlin)

5.12.2016Der zukünftigen Erinnerung überliefern – Dokumente der Vergangenheit im Denkmalinventar (Vortrag)
Matthias Noell (Universität der Künste Berlin)

9.1.2017Schiffbruch mit Zuschauer: Philip Scheffners „Havarie“ und die Arbeit des Dokumentarfilms an einer Daseinsmetapher (Vortrag)
Friedrich Balke (Ruhr-Universität Bochum)

23.1.2017Fakt und Fiktion in der Videokunst
Künstlerpräsentation (in englischer Sprache) von
John Smith
(video artist, London) und anschließendes Gespräch mit
Volker Pantenburg (Freie Universität Berlin)

6.2.2017Aufzeichnen und Vermitteln darstellender Kunst durch Dokumentationen
Kurzvorträge mit anschließendem Podiumsgespräch von
Franz Anton Cramer (Paris Lodron-Universität Salzburg) und
Virginia Thielicke (Theaterpädagogin, Hamburg)

13.2.2017Poetiken und Politiken wissenschaftlicher Sound-Archive
Kurzvorträge mit anschließendem Podiumsgespräch von
Gilles Aubry (sound artist, Berlin) und
Viktoria Tkaczyk (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin)

Konzeption: Ina Driemel, Barbara Gronau, Lisa Großmann, Robert Patz und Renate Wöhrer
Organisation: Maja Figge, Leoni Grützmacher, Friederike Biebl

Abstracts

7.11. Sophie Berrebi: "Reconsidering the Shape of Evidence. Visual Documents in and Beyond Contemporary Art"

In this talk, Sophie Berrebi will explain the background of her book The Shape of Evidence. Contemporary Art and The Document, and discuss its main argument. Following this, she will expose some of the conclusions she came to regarding the document, the archive and the museum and present a new research project entitled Platform: Body/Space in which she applies those conclusions to new objects of research. 

 

21.11. Narrative, Institutionen und Akteur_innen der Archivierung von Theater

„Alle großen Gedichte haben den Wert von Dokumenten“, schrieb Bertolt Brecht 1928. Dass auch das Theater trotz der Flüchtigkeit seiner Aufführungen nicht nur ein Dokument, sondern auch ein Archiv künstlerischer und gesellschaftlicher Praktiken und Diskurse darstellt, ist eine besondere Aufgabe für dessen Archivierung. Wenn aber statt einem Werk ein ,Archiv‘ mit eigenen Strukturen und Ordnungen archiviert werden soll, stellen sich Fragen nach dem, was Theater archiviert, produziert und hinterlässt neu. Sowohl die Auswertung und Bearbeitung von bestehenden als auch die Errichtung von neuen Archiven muss daher ihre jeweiligen Politiken, Apparate und Akteur_innen hinterfragen.

Stefanie Wenner, Mitglied im Arbeitskreis des Archivs für das freie Theater, wird in ihrem Kurzvortrag „Politik und Archiv“ die Konzeption und den Aufbau des Archivs des freien Theaters umreißen. Dieses im Entstehen begriffene Archiv soll die theatrale Praxis einer Vielzahl von Akteur_innen der freien Theaterszene, deren Strukturen und Arbeitsweisen sich teilweise stark unterscheiden, umfassen. Für die Sammlung und Archivierung stehen derzeit zahlreiche Fragen zur Disposition: Was gilt als würdig, bewahrt zu werden? Was wird kanonisch? Was wollen wir lieber vergessen (und kehrt dennoch oder gerade dann mit Renitenz wieder)?

Erdmut Wizisla, Leiter des Bertolt-Brecht-Archivs, wird unter dem Titel „Der Dichter als Archivar in eigener Sache: Zum Beispiel Brecht“ dessen dokumentarische Arbeitsweise besprechen. Brecht als Erfinder des „Theaters eines wissenschaftlichen Zeitalters“ unternahm außergewöhnliche Anstrengungen zur Dokumentation der eigenen Praxis und Vorsorge für sein eigenes Nachleben – ein „Brecht-Archiv avant la lettre“. Auch der heutige Umgang mit den Dokumenten des Bertolt-Brecht-Archivs wird zur Debatte stehen.

Im Anschluss an die Kurzvorträge wird ein moderiertes Podiumsgespräch stattfinden. (Moderation: Lisa Großmann)

Weitere Informationen zum Archiv des freien Theaters: http://www.theaterarchiv.org

und zum Bertolt-Brecht-Archiv: http://www.adk.de/de/archiv/archivbestand/literatur/kuenstler/information_bertolt_brecht_archiv.htm

 

5.12.Matthias Noell: "Der zukünftigen Erinnerung überliefern – Dokumente der Vergangenheit im Denkmalinventar"

Das Ziel des Denkmalinventars ist zunächst die historisch-statistische Beschreibung der Kunstdenkmale in einer durch politische Grenzen definierten Region. Ziel der Erfassung ist die Publikation eines möglichst eindeutigen und vollständigen illustrierten Katalogs der erhaltenen Objekte, im Regelfall vor allem der nicht sammlungsfähigen Architektur, um diese in die Zukunft zu vererben. Die zusammenfassende Präsentation in einem Druckwerk schloss schon seit den 1830er Jahren zahlreiche Methoden und Techniken zu ihrer Erfassung mit ein, zum Beispiel Kartografie oder Fotografie. Zugleich waren die Inventare aber nicht nur als wissenschaftliche Dokumentation des Bestands geplant, sondern auch als Sammlungen von Vorbildern für die praktische Verwertung in Architektur, Kunst und Kunsthandwerk.

 

9.1. Friedrich Balke: „Schiffbruch mit Zuschauer: Philip Scheffners ‘Havarie’ und die Arbeit des Dokumentarfilms an einer Daseinsmetapher“

Mein Vortrag liest Philip Scheffners Film Havarie als eine komplexe Auseinandersetzung mit dem von Hans Blumenberg beschriebenen Topos Schiffbruch mit Zuschauer. Seit der Antike ist das Meer für seine tückische Mimikry berüchtigt, die sich immer dann zeigt, wenn es so ruhig und nahezu bewegungslos daliegt, wie in Havarie, so dass es eine fast textile Qualität aufweist. Die schöne blaue Farbe, vor deren Hintergrund sich die schemenhaften Umrisse eines Bootes abzeichnen, steht in ihrer Monotonie in starkem Kontrast zu dem Geschehen, das die Tonspur des Films vermittelt: Hier entfalten sich nicht nur dokumentarische Kasuistiken bzw. komplexe Fallgeschichten; es manifestiert sich auch eine Wagnisbereitschaft, wie sie mit dem Meer als dem ‚nicht angemessenen Aufenthalt des Menschen‘ verbunden wird. Der Vortrag entfaltet die den Film kennzeichnende Gegenstrebigkeit von visueller Geschlossenheit und akustischer Offenheit, wie sie für eine bestimmte Tradition des ‚avantgardistischen‘ Dokumentarfilms charakteristisch ist. Das Verhältnis von visueller Statik und streng kadriertem (Kontroll-)Bildraum auf der einen sowie einem akustischen Off auf der anderen Seite, das einen komplexen Raum neben und hinter dem Bild eröffnet, wird auf seine politischen Implikationen hin gelesen und damit auf die Frage, wie sich das Problem der Selbsterhaltung  unter widrigsten Bedingungen aktuell stellt.

 

23.1.2017 Fakt und Fiktion in der Videokunst

Künstlerpräsentation von John Smith mit dem Titel “Real Fiction” und anschließendes Gespräch mit Volker Pantenburg

Zwischen filmischen Naturalismus und visueller Abstraktion oszillierend, dokumentieren die Filme und Videos von John Smith meist alltägliche Gegenstände, Orte oder Vorgänge aus dem persönlichen Umfeld des Künstlers. Dieses Material erfährt jedoch eine Transformation und Überarbeitung im künstlerisch-filmischen Prozess, die im Alltäglichen das Besondere, im Vertrauten das Unbekannte und im Konkreten das Abstrakte zum Vorschein kommen lassen. Unter ständigen Verweisen auf ihre eigne Konstruiertheit und Konstruktion strapazieren und unterwandern Smith’s Filme die Grenze von Fakt und Fiktion und lassen der Produktionsbedingungen filmischer Wahrheit gewahr werden.

John Smith wird zunächst seine Arbeit in einem kommentierten Screening präsentieren. Anschließend wird der Filmwissenschaftler Volker Pantenburg vor dem Hintergrund dieser speziellen Position Fragen des Dokumentierens erörtern, die zum Abschluss in einem moderierten Gespräch diskutiert werden. (Moderation: Felix Laubscher)  

 

6.2.2017 Aufzeichnen und Vermitteln darstellender Kunst durch Dokumentationen

In den darstellenden Künsten haben dokumentierende Praktiken zahlreiche Funktionen und Einsatzformen. So werden sie nicht nur zur Bewahrung und Bearbeitung von Produktionsaspekten verwendet, sondern können auch zur Reflexion von Rezeptionsprozessen angewendet werden.

Franz Anton Cramer wird in seinem Kurzvortrag „Dokumentation statt Kunst? Komplementärverhältnisse in der Archvivierung von Tanz und Performance“ Aspekte der Dokumentation von Tanzaufführungen beleuchten. Das Werkganze der Aufführung kann nur in der Kombination verschiedener Dokument-Ebenen existieren, die sich zwar alle auf das Bewegungsereignis beziehen, es aber jeweils anders und spezifisch „auswerten“ bzw. darstellen. Nur solche vielfältigen, kumulierten Dokumente der Bewegung können etwas über das Ganze des Bewegungsartefaktes aussagen. Der Kurzvortrag erläutert diesen Befund anhand von Forschungsergebnissen aus dem Projekt "Verzeichnungen" (2012 bis 2015).

Virginia Thielicke  stellt in ihrem Kurzvortrag mit dem Titel „Provozieren. Materialisieren. Reflektieren. Dokumente als Antworten auf zeitgenössische Theaterproduktionen“ zum einen ein erfahrungsorientiertes Rezeptionsverfahren vor, das Studierende auf ihre Wahrnehmungen, Erfahrungen und Deutungen in zeitgenössischen Theateraufführungen in einem Werktagebuch antworten lässt. Zum anderen wird erläutert, wie sich in diesen Aufzeichnungen mit Hilfe der dokumentarischen Methode nach Bohnsack unterschiedliche Umgangsweisen mit dem Fremden rekonstruieren und welche bildungstheoretischen Implikationen sich daraus ableiten lassen.

Im Anschluss an die Kurzvorträge wird ein moderiertes Podiumsgespräch stattfinden. (Moderation: Ina Driemel und Sabine Huschka)

 

13.2.2017 Poetiken und Politiken wissenschaftlicher Sound-Archive

Versuche Schall, Klang und Töne zu dokumentieren haben verschiedenste Techniken und Prozesse hervorgebracht. Dieser Abend widmet sich dem Gebiet der Sound-Archive als Schnittstellen von wissenschaftlichen und künstlerischen Praktiken, Akustisches zu dokumentieren und für weitere Bearbeitungen verfügbar zu machen.

Viktoria Tkaczyk wird in ihrem Kurzvortrag„Ist das nun ein Dokument? Frühe Schallaufzeichnungen in den Wissenschaften" an den Beginn wissenschaftlicher Sound-Archive zurückblicken:

Anfang des 20. Jahrhunderts werden Dokumente im engeren juristischen Sinne als Urkunden, im weiteren Sinne als Nachweis von historischen oder wissenschaftlichen Tatsachen verstanden. Der Vortrag befasst sich mit der Gründung früher wissenschaftlicher Schallarchive in Wien, Berlin und Paris um 1900. Viktoria Tkaczyk befragt die Gründungsdokumente und die archivarische Praxis nach dem Status der Schallaufnahmen. Durch welche diskursiven und medientechnologischen Maßnahmen wurden auch diese Aufnahmen als Dokumente eingestuft? Oder wo ging es darum "An-Dokumente" zu schaffen? 

Gilles Aubry wird unter dem Titel „Attuning to sound archives” seine künstlerische Arbeit mit Sound-Archiven (in englischer Sprache) vorstellen:

He gives an overview of his art practice on sound archives, such as the “Humbolt-Lautarchiv” and the “Paul Bowles Moroccan Music Collection”. Material and epistemological approaches will be discussed, as well as other aspects involving collective listening, sonic imagination and attunement.

Im Anschluss an die Kurzvorträge wird ein moderiertes Podiumsgespräch stattfinden. (Moderation: Christina Dörfling)

 

Kurzbiographien

Sophie Berrebi ist Dozentin für Geschichte und Theorie moderner und zeitgenössischer Kunst an der Universität Amsterdam. Sie hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert und publiziert unter anderem in frieze, Afterall, und Art and Research. Promoviert wurde sie am Courtauld Institute of Art der University of London, 2003. Jüngste Veröffentlichungen: Entrée en matière: Hubert Damisch et Jean Dubuffet, Textes et correspondances 1961-2001, (JRP|Ringier / La Maison Rouge) Zürich, 2016; The Shape of Evidence. Contemporary Art and the Document, (Valiz) Amsterdam, 2015.

Matthias Noell ist seit 2016 Professor für Architekturgeschichte und Architekturtheorie an der Universität der Künste Berlin. Zuvor war er Professor für Architektur- und Designgeschichte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (2010-2016) sowie Vertretungsprofessor für Architekturgeschichte, Städtebaugeschichte und Denkmalpflege am Kunsthistorischen Institut der Universität Leipzig (2009/2010). Verschiedene Tätigkeiten in den Bereichen Forschung, Lehre und Denkmalpflege führten ihn unter anderem an das Institut gta im Departement Architektur der ETH Zürich, wo er sich 2008 habilitierte, an das Deutsche Forum für Kunstgeschichte, Paris, und an das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege. Er wurde 1997 an der TU Berlin im Fach Kunstgeschichte promoviert. Jüngste Publikationen: Die Burg Giebichenstein in Halle, alphabetisch geordnet. Eine Hochschulenzyklopädie, (hg.), Berlin und Halle 2015; Im Laboratorium der Moderne. Das Atelierwohnhaus von Theo van Doesburg in Meudon – Architektur zwischen Abstraktion und Rhetorik. Mit Fotografien von Ilse Leenders, Zürich 2011.

 

Stefanie Wenner ist Professorin für Angewandte Theaterwissenschaft und Produktionsdramaturgie an der HfBK Dresden und Kuratorin und Dramaturgin bei apparatus, dort realisierte sie zuletzt „Really Useful Theater“, DRECK: EIN APPARAT und Mykorrhiza: Ein Apparat. Zuvor war sie Dramaturgin der Impulse Theater Biennale und Kuratorin für Theater am HAU. Sie promovierte in Philosophie an der FU Berlin.

www.usefultheater.de
www.dreck-blog.de

Erdmut Wizisla,
Dr. phil., Leiter des Bertolt-Brecht-Archivs und des Walter Benjamin Archivs (beide Akademie der Künste, Berlin), Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin, Mitglied des PEN.
Publikationen (Auswahl): Benjamin und Brecht. Die Geschichte einer Freundschaft (Frankfurt a.M. 2004), Walter Benjamins Archive. Bilder, Texte und Zeichen (Mit-Hg., Frankfurt a.M. 2006), Die Bibliothek Bertolt Brechts. Ein kommentiertes Verzeichnis (Mit-Hg., Frankfurt a.M. 2007), Begegnungen mit Bertolt Brecht (Hg., Leipzig 2009), „ich lerne: gläser + tassen spülen“. Bertolt Brecht / Helene Weigel: Briefe 1923–1956 (Hg., Berlin 2012), Begegnungen mit Walter Benjamin (Hg., Leipzig 2015).

Friedrich Balke ist Professor für Medienwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Theorie, Geschichte und Ästhetik bilddokumentarischer Formen an der Ruhr-Universität Bochum. Seit Oktober 2016 ist er Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“, seit 2014 stellvertretender Sprecher der DFG-Forschergruppe „Medien und Mimesis“. Er war fellow am Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ der Universität Konstanz, an der Kolleg-Forschergruppe „BildEvidenz. Ästhetik und Geschichte“ an der FU Berlin, am Exzellenzcluster „TOPOI“ der Humboldt-Universität zu Berlin sowie am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) in Weimar. Jüngste Publikationen: Mimesis und Figura. Mit einer Neuausgabe des „Figura“-Aufsatzes von Erich Auerbach, Paderborn 2016 (gemeinsam mit Hanna Engelmeier); „‘A Long History of________’. Literatur als Fragebogenlektüre bei Ernst von Salomon“, in: Zeitschrift für Medienwissenschaft 2/2016, S. 106-123.

John Smith is Research Professor of Fine Art at University of East London and video artist. His work is held in numerous collections including Tate Gallery, Arts Council England, FRAC Ile de France, Paris, Kunstmuseum Magdeburg, Ferens Art Gallery, Hull and Wolverhampton Art Gallery. He was born in Walthamstow, east London in 1952 and studied at the Royal College of Art. Since 1972 he has made over fifty film, video and installation works that have been shown in art galleries and independent cinemas around the world and awarded major prizes at many international film festivals. He received the Paul Hamlyn Foundation Award for Artists in 2011, and in 2013 he was the winner of Film London’s Jarman Award. Recent solo exhibitions include Kate MacGarry, London (2016); Museum of Contemporary Art, Leipzig (2015) and Centre d'Art Contemporain de Noisy-le-Sec, Paris (2014). His next solo show will open at Tanya Leighton, Berlin on January 25th.

Volker Pantenburg ist Professor für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Zuvor hat er an der Bauhaus Universität Weimar geforscht und gelehrt. Er schreibt unter anderem zu Arbeiten im Schnittfeld von Kino und Museum. Buchpublikationen (Auswahl): Film als Theorie. Bildforschung bei Harun Farocki und Jean-Luc Godard, Bielefeld 2006 (engl. Übersetzung 2015); Ränder des Kinos. Godard – Wiseman – Benning – Costa, Berlin 2010; Screen Dynamics. Mapping the Borders of Cinema, (Mitherausgeber), Wien 2012; Wörterbuch kinematografischer Objekte, (Mitherausgeber), Berlin 2014; Cinematographic Objects. Things and Operations, (Hg.), Berlin 2015 und Kino-Enthusiasmus. Die Schenkung Heimo Bachstein, (Mitherausgeber), Weimar 2016.

Franz Anton Cramer ist Gastprofessor an der Abteilung Musik- und Tanzwissenschaft der Paris Lodron-Universität Salzburg. Bis März 2016 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der DFG-Forschungsstelle „Verzeichnungen“ an der Universität der Künste Berlin / Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz und von 2007 bis 2013 Fellow am Collège international de philosophie, zuvor Gastwissenschaftler am Centre national de la danse in Paris (2004 bis 2006). Gemeinsam mit Barbara Büscher ist er seit 2009 Herausgeber des E-Journal /MAP – Media
Archive Performance/ (www.perfomap.de).

Virginia Thielicke ist Lehrerin für Theater, Kunst und Spanisch. Von 2009 bis 2014 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Theaterpädagogik und im Masterstudiengang Performance Studies an der Universität Hamburg tätig, wo sie 2015 zu einem erfahrungsorientierten Aufführungsrezeptionsverfahren promovierte. Virginia Thielicke gibt zahlreiche Workshops und Seminare zu experimentellen Theaterformen und ihrer Rezeption, ortsspezifischem Theater und künstlerischen Strategien in der Theaterpädagogik. Seit 2015 ist sie Heftmoderatorin und Autorin der Zeitschrift Schultheater. Jüngste Publikation: Antworten auf Aufführungen. Ein erfahrungsorientiertes Rezeptionsverfahren für die Theaterpädagogik. Kopaed: München, 2016.

Gilles Aubry ist Sound-Künstler, Musiker und Forscher. Ausgehend von einem auditorischen Zugang zur Realität ist seine Arbeitsweise geprägt von Forschungen zu materiellen, historischen und kulturellen Aspekten von Klang und Hören. Er verwendet Feldaufnahmen, Stimmen, Musik und Sound-Archive um live-performances, Installationen und Filme zu schaffen.
Seine Arbeiten wurden international ausgestellt bzw. aufgeführt, u.a. im Kunstraum Bethanien Berlin (2016), Clark House Mumbai (2016), Art Council Karachi (2016), FMAC Geneva (2016), Kunstmuseum Lucerne (2015), Khoj Art Center New Delhi (2015), TUSK Festival Newcastle (2015), Tsonami Festival Valparaiso 2014, Savvy Contemporary Berlin (2014), Friedmann Gallery New York (2014), Marrakech Biennale (2014), Haus der Kulturen der Welt Berlin (2012), MACBA Barcelona (2010).
2010 bis 2011 war er künstlerischer Fellow beim Forschungsprojekt Global Prayers in Berlin, 2013 artist in residence bei CONA in Mumbai. 2016 wurde ihm der European Sound Art Award des deutschen Radiosenders WDR3 verliehen.

Viktoria Tkaczyk ist Leiterin der Max Planck Forschungsgruppe "Epistemes of Modern Acoustics" und Professorin für Wissensgeschichte des Akustischen am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Mitglied der Jungen Akademie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. 2011 bis 2014 war sie Assistenzprofessorin für Künste und neue Medien an der Universität Amsterdam und Dilthey Fellow am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. 2011 war sie Feodor Lynen Fellow am Atelier de Recherche sur l’Intermédialité et les Arts du Spectacle (CNRS) in Paris. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich „Kulturen des Performativen“ an der Freien Universität Berlin. Ihre Dissertation “Himmels-Falten. Zur Theatralität des Fliegens in der Frühen Neuzeit” gewann den Ernst Reuter Preis sowie den Book Award of the Amsterdam School of Cultural Analysis. Ihr aktuelles Buchprojekt trägt den Titel "Sounds of the Mind, 1860–1930“.