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Ausstellung über Bruno Flierl

Vor kurzem übernahm das Universitätsarchiv einen wichtigen Teil des Archivs von Bruno Flierl (*1927). Der renommierte Architekturtheoriker und –kritiker ging nach seinem Werkarchitekten-Examen an der Hochschule für bildende Künste (der heutigen UdK) 1951 nach Ost-Berlin. Das Archiv Bruno Flierl hat drei Standorte: neben dem Universitätsarchiv das Archiv der Moderne an der Bauhaus-Universität Weimar und das Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) in Erkner. Für den Herbst 2007 ist eine Ausstellung geplant.

Über Bruno Flierl
Bruno Flierl studierte von 1948 bis 1951 Architektur, u.a. bei Georg Neidenberger, Eduard Ludwig und Willi Claus. Nach dem Studium ging er aus politischen Gründen an die Deutsche Bauakademie, wo er eine architekturwissenschaftliche Tätigkeit aufnahm. In der DDR setzte er sich für die Moderne ein: „Ich wollte sozialistische Architektur als moderne Architektur".

Für kurze Zeit, von 1962 bis 1964, fungierte Flierl als Chefredakteur der Zeitschrift Deutsche Architektur. Außer an der Bauakademie wirkte er an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach ideologischer Ausgrenzung schied er 1984 mit Rücksicht auf seine Gesundheit aus dem Berufsleben und arbeitete fortan „in eigenem Auftrag“. Auf der Grundlage von Reisen weltweit entstand eine groß angelegte Studie über Hochhaus und Stadt im 20. Jahrhundert. Seit 1989 engagiert sich Flierl in den Architektur-Debatten des sich vereinigenden Deutschlands und nimmt vor allem zur Stadtplanung Berlins immer wieder kritisch Stellung.

Das Archiv Bruno Flierl und die geplante Ausstellung
Dem Universitätsarchiv übergab Flierl eine vollständige Werkdokumentation einschließlich originaler Manuskripte, seine studentischen Entwurfsarbeiten, die Vorarbeiten für eine unvollendete Studie über Vitruv und Unterlagen über seine Tätigkeit im Prozess der Vereinigung von West und Ost in Berlin (Gutachten Pariser Platz, Holocaust-Denkmal, Ort Mitte Spreeinsel). Nähere Angaben finden sich in Flierls soeben erschienener Arbeitsbiografie „Kritisch Denken für Architektur und Gesellschaft“ (Verlag des IRS, Erkner 2007).

Nachdem die UdK das Archiv am 1. Februar 2007, dem Vorabend des 80. Geburtstags von Bruno Flierl, vorgestellt hat, ist für den Herbst eine Ausstellung geplant (im Foyer Einsteinufer, 6. bis 16. November, Öffnungszeit: Mo – Fr 10 - 18 Uhr). In der Ausstel­lung wird das Gesamtarchiv anhand exemplarischer Inhalte aus allen drei Standorten zu sehen sein. (s. Archiv - Aktuelles)