Genoël Lilienstern

Sprechende Maschinen – Komponierte Technik 

Im Gegensatz zu dem,  ätherische Dematerialisation nahelegenden, Begriff der “Musik als Zeitkunst” liegt mein Arbeitsschwerpunkt auf der “Musik als Körperkunst”.
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Bei der Benutzung von technologischen Körpern, dass heisst von Medien der Klangwiedergabe und Klangerzeugung, gibt es eine Tendenz  die Körper die die Musik tragen auszublenden. Der Computer scheint nur zu simulieren, was andere Körper tuen oder tuen würden. Das Selbe gilt für Lautsprecher.  Wenn Musik auf einem Simulationsmedium immer abrufbar ist, verliert sie ihren Wert. Man hat das Gefühl, dass nichts “passiert”. Andere Rezeptionsmechanismen, wie die inhaltliche Aufwertung durch das geschriebene Wort sollen diesen Wertverfall ausgleichen.
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Die körperlichen Objekte sind aber “da”. Der Lautsprecher ist ein Körper. Der Computer auch.  Weil die alten klassischen Klangkörper zu überfrachteten Bildern erstarrt sind, mit denen sich keine Kunst mehr machen lässt, geht es in meinen Kompositionen um die Körperrealität der aktuellen Musikmedien. Der Blick ist gerichtet auf  Lautsprecher, Roboter, akustische  Flugdrohnen und verkabelte Menschen.

Kurzbiografie
Genoël Lilienstern *1979 studierte Komposition in Berlin und Computermusik in Den Haag. Er war Masterstipendiat der Ensemble Modern Akademie Frankfurt. 2008 gewann der den ersten Preis des Ring.award.off für seine Roboteroper “Rigolator”. Zu den Interpreten seiner Musik gehören das Ensemble Intercontemporain, Ensemble Mosaik, Dezibel, Ulrich Mertin und Lucho Pelucho.

Preise und Stipendien
2004 Stipendienpreis der Darmstädter Ferienkurse für Musik
2006 Junge Akademie der Künste Berlin
2008 Sonderpreis der Komischen Oper Berlin
2008 1. Preis Hanns-Eisler Wettbewerb
2008 1. Preis Ring.Award.off
2008 IEMA-Stipendium
2009 Arbeitstipendium ZKM Karlsruhe
2011 Residenz Tokyo Wondersite
2012 Gargonza Arts Award
2014 Cité des Arts Paris