Lehrveranstaltungen der Kollegiat_innen

Sommersemester 2018

Seminar: Postkoloniale Theorie und zeitgenössisches Theater

Grit Köppen (Theater-, Kultur- und Afrikawissenschaften, Theatre Arts, postkoloniale Kunstgeschichte und Internationale Beziehungen)

Termine:
03.05.2018 von 16–18Uhr
25.05. 2018 von 10–14 Uhr 
08.06.2018 von 10–14 Uhr

Raum 201 (Theatersaal), Fakultät Darstellende Künste, Bundesallee 1–12, Berlin

Im Zentrum der postkolonialen Theorie steht die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und den gegenwärtig anhaltenden Auswirkungen des Kolonialismus, was sowohl das Fortbestehen von Dominanzverhältnissen zwischen dem „Westen und dem Rest der Welt" in verschiedenen Lebensbereichen kritisch in Frage stellt sowie emanzipatorische „counter-narrative" Ansätze verfolgt. Was bedeutet das für zeitgenössische Theaterproduktionen? Welche Artikulationen werden aus welchen Perspektiven vorgenommen? Und welche unterschiedlichen künstlerischen Strategien werden dabei verfolgt? 
In dem Seminar diskutieren wir Auszüge aus Grundlagentexten der postkolonialen Theorie, besuchen eine Aufführung in einem Berliner Theater und behandeln daran exemplarisch das Wechselverhältnis von zeitgenössischer Theaterpraxis und postkolonialtheoretischen Diskurssträngen. Die Lektüre der ausgewählten Texte, der Theaterbesuch und eine aktive Teilnahme an den Diskussionen sind Grundvoraussetzungen.  

Kontakt: 
g.koeppen_ @udk-berlin.de

Wintersemester 2017/18

Seminar: Dienstleistungskunst

Hanna Magauer M.A. (Kunstwissenschaft) und Ildikó Szántó M.A. (Kunstwissenschaft)

Mittwochs, zweiwöchentlich, am 25.10. / 8.11. / 22.11. / 6.12. / 20.12. / 10.1. / 24.1. / 7.2.

von 14:00 – 18:00 Uhr

Seminarraum 203, Einsteinufer 43-53, 10587 Berlin

Wem dient die Kunst, und wer dient ihr? Diese Frage stellt das Seminar anhand künstlerischer Praxis seit den 1980er-Jahren bis heute, wobei das Spektrum von der Mimikry von Unternehmensstrukturen über institutionskritische bis hin zu aktivistischen Ansätzen reicht. Während künstlerische Beschäftigungen mit der „Serviceökonomie“ in den 1980er Jahren vor allem die Corporate Identity als Neukonzeption des Künstlerkollektivs im Blick hatte, verschiebt sich mit der Kunstmarktkrise 1990/91 der Fokus von dieser labelorientierten Image- auf die Projekt-Praxis, wobei sich z.T. gezielt gegen das als affirmativ wahrgenommene Dienstleistungsmodell der 80er gewandt wird. Seither erfuhren verschiedenste – oft auch sozial engagierte – künstlerische Dienstleistungsprojekte eine weite Verbreitung im Kunstfeld und gerieten gleichzeitig zunehmend in die Kritik, während vergleichbare Modelle auch aktuell wieder genutzt werden, um das kommerzielle Agieren von Kunst zu erproben.

 

Übung zur Ringvorlesung: Künste dekolonisieren. Ästhetische Praktiken des Lernens und Verlernens

Dr. Maja Figge, Julian Bauer, Lisa Großmann, Wilma Lukatsch

Anrechenbar als Einführungsvorlesung ODER Seminar im Studium Generale, 2 SWS, 2 LP

Montags, 18:15-19:45 Uhr, 9 Termine:
23.10. (Einführung), 30.10., 13.11., 27.11., 4.12., 11.12.2017, 8.1., 22.1., 5.2.2018 ,
Hardenbergstr. 33, Raum 158

Übungsblocks: jeweils Samstag, 10-16 Uhr, am 4.11.2017 und 27.1.2018

Seit den gewaltsamen Anfängen der kolonialen Moderne wurde auf die eurozentrische Umgestaltung der Welt von Kolonialisierten mit  kulturellen und ästhetischen Praktiken geantwortet. Mithilfe dieser Praktiken leisteten sie Widerstand gegen die Zerstörung indigenen Wissens, gegen rassistische und kapitalistische Ausbeutung, Versklavung, Genozide und Ökozide. „Epistemische Gewalt“ (Gayatri Spivak) meint aber nicht nur die umfassende Missachtung, Unterdrückung und Auslöschung indigenen oder subalternen Wissens, sondern beschreibt auch die europäische Wissensproduktion, die die koloniale Herrschaft legitimierte und stützte. In den Dekolonisierungskämpfen des 20. Jahrhunderts spielten ästhetische Praktiken eine zentrale Rolle und in der postkolonialen Situation haben insbesondere künstlerische Arbeiten einen wichtigen Beitrag zur postkolonialen Kritik und dekolonialen Theorie-Praxis geleistet, indem sie Gegen-Narrative und Methoden der Erinnerung entwarfen und gegenhegemoniale Erzählungen stark machten. 

Trotz jahrzehntelanger Interventionen im Feld der Kunst, ist die Dekolonisierung der Künste und ihrer Institutionen angesichts des Fortwirkens epistemischer Gewalt in den Verwobenheiten der postkolonialen Gegenwart weiterhin umkämpft. Ästhetische Praktiken arbeiten im Sinne eines „epistemischen Ungehorsams“ (Walter Mignolo) an der Veränderung des Wissens, der Wahrnehmung und des Werdens. 

An acht Abenden wird die Ringvorlesung „Künste dekolonisieren“ gemeinsam mit Wissenschaftler*innen, Kurator*innen und Künstler*innen danach fragen, wie ästhetische Praktiken des Lernens und Verlernens in hegemoniale Wissensproduktion eingreifen: Mit welchen Mitteln entwerfen sie Gegen-Narrative und wie schaffen sie Gegen-Erinnerungen angesichts der Wirkmächtigkeit des kolonialen Archivs? Auf welche Weise tragen sie dazu bei, erlerntes koloniales/modernes und rassistisches Wissen zu verlernen und postkoloniale und dekoloniale Taktiken zu erlernen?

Und: Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen künstlerischen Wissenspraktiken für Kunst- und Kulturwissenschaften, für die Institutionen der Kunst und für die Frage ihrer Vermittlung? 

Die Vorlesungsreihe wird durch zwei ganztägige Übungsblöcke am 4.11. und 27.11. ergänzt; diese sind Bestandteil der Lehrveranstaltung. In den Übungsblöcken werden die Inhalte der Vorträge diskutiert, miteinander verknüpft und eingeordnet.

Leistungsanforderungen für den unbenoteten Studium-Generale-Schein: regelmäßige und aktive Teilnahme an der Ringvorlesung und beiden Übungsblöcken.

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