ANGELS IN AMERICA – Oper

Daniel Nartschick

Opera in two parts by Peter Eötvös
Based on the play by Tony Kushner
Libretto by Mari Mezei · Commande du Théâtre du Châtelet

Berliner Erstaufführung

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Eine Produktion des Studiengangs Gesang/Musiktheater in Kooperation mit dem Symphonieorchester der UdK Berlin und den Studiengängen Kostümbild und Bühnenbild

Die Geschichte von Prior, der schwerkrank von seinem Freund Louis verlassen wird. Mit den Engeln dennoch wütend und verzweifelt um sein Leben schachert.
Die Geschichte von Louis, der Prior in größter Not im Stich lässt. Dem Schatten seiner Schuld dann nicht entfliehen kann.
Die Geschichte von Harper, die ihre Angst und frustrierte Liebe zu ihrem Ehemann Joe in Valium und Halluzinationen ertränkt.
Die Geschichte von Joe, der krampfhaft versucht, nicht schwul und Harper ein guter Ehemann zu sein, bis er verzweifelt alle Ketten sprengt.
Und von Roy Cohn, schwuler Schwulenhasser und skrupelloser Anwalt an der Seite McCarthys im New York der 80er Jahre, Mentor Donald Trumps. Verleugnet sich selbst sogar noch während er an AIDS verreckt. 

Sie alle werden heimgesucht von Dämonen der Schuld und Todesangst, Engeln der Hoffnung, Visionen eines Lebens am anderen Ende der Welt, Antarktika, Utopia, Atlantis, da, wo die Gefühle gefrieren und man darum weder traurig noch blind vor Angst sein kann. 
Über allem schwebt das Ende, der Tanz auf dem Vulkan, das Leben in einer von Fortschritt, Krankheit und menschlichem Ehrgeiz zerstörten, verlorenen, von Gott verlassenen Welt, die sich selbst retten müsste und es doch nicht vermag. Die Engel prophezeien ganz nebenbei den Reaktorunfall von Tschernobyl, die Apokalypse. 
Trotzdem. Der todgeweihte Prior kämpft um sein Leben: „Bless me anyway“.

Der gefeierte Komponist Peter Eötvös richtet in seiner - nach seiner Uraufführung 2004 in Paris weltweit gespielten und nun erstmals in Berlin aufgeführten - Oper den Fokus auf die Seelenlandschaften der Figuren aus Tony Kushners gleichnamigem Epos. Eötvös verdichtet die siebenstündige Vorlage zu einem Porträt einer sich selbst vernichtenden Welt, in der dennoch der Lebenswille und die urtiefste Hoffnung des Menschen siegt.

Musikalische Leitung: Christian Schumann
Regie: Isabel Hindersin
Bühne: Iris Christidi
Kostüme: Sophie Peters

Mit: Xenia Cumento/Lisa Ziehm, Devi Suriani/Yehui Jeong, Verena Tönjes/Yixuan Zhu, Benjamin De Wilde/Christoph Brunner, Benjamin Popson/Kyoungloul Kim, Alexander Fedorov/Gregor Novak, Eduardo Rojas/Tae Kyu Kim, Daniel Nicholson/Jinsei Park, Vokalensemble des Studiengangs Gesang/Musiktheater und Symphonieorchester der Universität der Künste Berlin

Einführungsmatinee mit Kulinarischer Begleitung am 23. Juni 2019, 11 Uhr im Probensaal, Bundesallee 1-12

ANGELS IN AMERICA