Kollisionsfamilie - Alexandra Ranner und Schüler – Ausstellung

Alexandra Ranner, Szenenfoto aus der Videoinstallation „Flur“

Markus Bühler

Die Lippische Gesellschaft für Kunst setzt die Reihe „Meister und Schüler“ in diesem Jahr mit Alexandra Ranner fort. Diese Reihe findet immer im Herbst in den Ausstellungsräumen der städtischen Galerie Eichenmüllerhaus statt.

Alexandra Ranner (1967) baut surreale Raumgebilde, deren Spannung in der Ambivalenz zwischen Künstlichkeit und atmosphärisch-emotionaler Dichte besteht. Die Raumkonstrukte scheinen durch die innerseelischen Zustände ihrer Bewohner erschaffen – sie sind eine Manifestation bestimmter mentaler Dispositionen in Form von Räumen.

Peter Behrbohm (1987) entwirft Hindernisse, sucht nach narrativen Fragmenten, denkt mit Hand und Fuß und konstruiert Apparaturen und Normalitäten. Seine Arbeiten sind chirurgische Eingriffe in öffentliche Räume und Routinen, die mit Infrastrukturen, Regeln und Erwartungen von Gesellschaften spielen. Er arbeitet fast ausschließlich kollektiv.

Markus Bühler (1984) findet Ausdruck im Nachlass Fremder. Er betrachtet sich dabei als Trüffelschwein an den Ablagerungen der Realität. Seine Arbeiten sind gegründet auf narrativen Fragmenten aufgelesener Medien. Durch Näherung, Verschiebung und Kompression erzeugen sie ähnliche Realitäten, konservieren dabei Trivia, Verfall und Obsession.

Anna Derriks (1987) ist Forscherin. Ihr Interesse ist die Stadt, die Bedingungen unter denen sie entsteht sowie die konkreten Formen, die sie annimmt. Sie arbeitet mit klassisch wissenschaftlichen als auch künstlerischen Methoden, je nachdem was sie erfahren will. Seit 2019 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der BTU Cottbus-Senftenberg.

Felix Findeiß (1986) wälzt körperliche und fiktionale Bruchstücke in räumlichen Formationen, die künstliche Destillate
einer vermeintlich flüchtigen und banalen Realität sind. Das skulpturale Augenmerk seiner Arbeiten liegt dabei auf der Überschiebung und Absorption, der Ausstülpung und Implosion, Antipoden, die zwei Seiten einer Medaille sind.

Als Gastprojekte werden außerdem noch zwei Kurzfilme ausgestellt, die von Student*innen der UdK realisiert wurden: „Transit“, von Florian Gick, Anne-Sophie Goetz, Sebastian Kurth, Hannes Hehemann, Leon Steffani und „Gebäude 65“, von Alexander Naumer und Fabian Wolf.

Alexandra Ranner lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeiten wurden ausgezeichnet mit dem HAP-Grieshaber-Preis der VG-BILD-KUNST, dem Bayrischen Staatspreis Bildender Künste, dem Stipendium der Karl-Schmitt-Rottluff Stiftung.

Mit ihren raumgreifenden Arbeiten nahm sie an institutionellen Ausstellungen teil, so zum Beispiel: 49. Biennale di Venezia, 1st Triennale Yokohama, MuMok Wien, Museo de Arte Moderno y Contemporáneo de Santander, Art Basel Statements, De Vleeshal Middelburg, Kunstmuseum Wolfsburg, Hamburger Kunsthalle, Kunstmuseum Bonn, Marta Herford und Pinakothek der Moderne in München. 2016 wurden ihre Arbeiten in einer Einzelausstellung mit dem Titel Karmakollaps im Georg Kolbe Museum in Berlin gezeigt. 2017 wurde ihre Arbeit „Ich habe genug“ als permanente Installation neben der St. Johannis Kirche in Herford eröffnet.

Seit 2007 ist sie neben ihrer künstlerischen Tätigkeit Professorin an der Universität der Künste in Berlin. Sie lehrt Bildende Kunst im Studiengang Architektur. Bei ihren Schülern handelt es sich um ehemalige Studierende, die nach ihrem Architekturstudium an der UdK weiterhin an der Schnittstelle Kunst und Architektur arbeiten.

www.alexandra-ranner.com

Info

Prof. Alexandra Ranner
prada_ @udk-berlin.de