SPIELCLUB ORANIENSTRASSE 25 - Ein bespielbares Stadtmodell – Ausstellung

Spielklub Kulmer Straße, Grundriss in Farbe, aus: Fests Magazin Nr. 2, Kinder- und Jugendzeitung des Spielklubs Kulmer Straße, Berlin 1971, S.4.

NGBK

Der nGbK lässt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunst im Kontext den 1969 entstandenen "Spielklub Kulmer Straße" wiederaufleben. Kinder, Eltern und Interessierte sind eingeladen die nachgebaute Spielstadt "Spielclub Oranienstraße 25" und die Ausstellung über den historischen Spielklub zu besuchen.

Von 1969 bis 1972 existierte in der nGbK (damals: NGBK) die Arbeitsgruppe Spielumwelt. Die Grundidee bestand darin, eine kapitalismuskritische künstlerische Praxisform für und mit Kindern der Arbeiterklasse zu entwickeln. Als Alternative zur illusionsversprechenden Spielwarenindustrie sollte mit Kindern eine realistische Spielumgebung gebaut werden – ein Raum zur Entwicklung von Selbstbewusstsein für die Herausforderungen der Lebenswelt.

Zur Umsetzung wurde in der Kulmer Straße 20a in Berlin-Schöneberg eine Fabriketage angemietet. Über mehrere Monate hinweg errichteten dort die Künstler_innen zusammen mit Kindern aus dem Kiez, im sogenannten ›Spielklub‹, eine Spielstadt. Sie beinhaltete unter anderem eine Bank, eine Bühne, ein Hotel, einen Großhandel, einen Kindergarten, einen Waffelstand, einen Fotoladen, Tapeten Maier und einen Boxring. Es wurde Geld gedruckt – die ›Kulmer Mark‹ und die Kinder nannten den Spielklub von diesem Moment an das ›Fest‹.

Die Versuchsanordnung des »Spielklubs Kulmer Straße« wird nun als »Spielclub Oranienstraße 25« wiederaufgeführt. Der Ausstellungsraum der nGbK verwandelt sich dafür in einen symbolischen Nachbau der Oranienstraße. Berliner Schulklassen werden darin  Spieltage verbringen und selbst um die Stadt spielen – genauer: um die Oranienstraße. Dabei stehen aktuelle Stadtentwicklungsfragen, wie beispielsweise die Mietenpolitik oder die Teilhabe an gesellschaftlichen Veränderungen zur Aushandlung.

Parallel zum neuen Spielclub wird eine Ausstellung über den historischen Spielklub und über gesellschaftliche Diskurse, die in den 1970er-Jahren die Intentionen der AG Spielumwelt rahmten, gezeigt.

Der Spielclub steht wochentags den darin spielenden Gruppen zur Verfügung. Ab 15 Uhr und an den Wochenenden ist der Ausstellungsraum geöffnet. Kinder, Eltern, Interessierte und das Fachpublikum sind eingeladen, den Spielclub und die Ausstellung durch das vielgestaltige Vermittlungsprogramm kennenzulernen. Am Ende dieser mehrwöchigen Kontaktaufnahme zur Geschichte der AG Spielumwelt gibt es eine öffentliche Gesprächsrunde mit damaligen und heutigen Spielclub-Künstler_innen sowie ein Fest für Kinder.

nGbK-Projektgruppe:
Valeria Fahrenkrog, Marcos García Pérez, Moritz Gramming, Katharina von Hagenow, Claudia Hummel (Institut für Kunst im Kontext)

Spielleiter_innen (dramaturgische Leitung):
Marieta Campos Gisbert, Moritz Gramming, Khansa Humeidan, Heather Purcell, Georg Scherlin, Moritz Scheuermann

Spielleiter_innen:
Vivian Chan, Lijung Choi, Louis Edler, Rowan de Freitas, Ximena Gutiérrez Toro, Christina Harles, Johanna Herbel, Torsten Holzapfel, Lina Joost-Krüger, Peter Pankow, Zsófia Puszt, Rachel Rosen, Sammy Serag, Lisa Simpson, Federica Teti, Susana Vasquez Torres, Weiqi Wang, Henrike Wiemann, Mingjie Zhou

Ein Projekt der nGbK in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin. Mitglieder der Projektgruppe und die Spielleiter_innen sind aktuelle und ehemalige Studierende des Instituts für Kunst im Kontext sowie Studierende der Theaterpädagogik der Universität der Künste Berlin.

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Programm finden Sie hier

Info

Spielclub Oranienstraße 25
spielcluboranien_ @gmail.com