Komponierende Virtuosen - Handschriften für Violoncello aus dem Rara-Magazin, der Schatzkammer der UdK-Bibliothek – Ausstellung

Frederick Rousseau

Universitätsbibliothek UdK Berlin

Das Jahr des Cellos 2018 war Anlass, Handschriften für Violoncello aus dem Rara-Magazin der UdK-Bibliothek herauszusuchen und in einer Vitrinenausstellung zu präsentieren.
Bei der Recherche nach der Identifizierung der Autoren ergaben sich zwei Gruppen.

Achse Paris-Berlin-Moskau

Die vier Autoren der ersten Gruppe – Frederick Rousseau, Bernhard Romberg, Nikolaus Kraft und Pierre Rode - hatten ihre große Zeit in Berlin, aber auch in Paris und Europa Ende des 18. Jahrhundert / Anfang des 19. Jahrhunderts und spielten in höfischen Orchestern. Falls sie unterrichteten, dann als Privatlehrer. Ein Mann des 18. Jahrhunderts war auch der komponierende Cellist Georg Goltermann, der auf den ersten Blick keine Verbindungen zu Berlin hatte.

Die Cellisten schrieben für ihr Instrument, widmeten die Partituren häufig Gönnern, die sie an Fürstenhöfen fanden, oder die regierenden Häusern angehörten. Viele dieser Musiker waren europaweit auf ausgedehnten Konzertreisen unterwegs.

Verbindungen zur 1869 gegründeten Königlich akademischen Hochschule für Musik

Drei Handschriften im Rara-Magazin der UdK-Bibliothek sind wahrscheinlich zwei Komponisten zuzuschreiben, die im 19. Jahrhundert in Berlin nicht als Privatlehrer, sondern an den inzwischen aufgebauten musikalischen Ausbildungsstätten gewirkt haben.

Die möglichen Autoren der zweiten Gruppe – Wilhelm Rust und Carl Schroeder - waren an die musikalischen Ausbildungsstätten in Berlin attachiert. Dort fanden sich Lehrer wie Andreas Moser, die auch wissenschaftlich publizierten.

1850 gründeten Julius Stern, Theodor Kullak und Adolf Bernhard Marx das „Städtische Konservatorium für Musik in Berlin“, das später sogenannte „Stern’sche Konservatorium“. 1966 in die Hochschule für Musik eingegliedert, firmiert die Ausbildungsstätte heute als „Julius-Stern-Institut“ innerhalb der UdK Berlin.

Zu den Vorgängereinrichtungen der UdK Berlin gehören auf dem Gebiet der musikalischen Ausbildung ebenfalls die Singakademie sowie die 1869 gegründete Königliche akademische Hochschule für Musik unter Joseph Joachim (1831-1907).

Die acht Manuskripte von Rousseau, Romberg, Kraft, Rode, Rust, Schroeder tragen den Stempel der 1869 unter dem Violinisten, Dirigenten und Komponisten Joseph Joachim (1831-1907) gegründeten „Königlichen Academie der Künste Hochschule f. Musik Berlin“.

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