KÜNSTE DEKOLONISIEREN. Ästhetische Praktiken des Lernens und Verlernens – Ringvorlesung

Jenny Baese

KÜNSTE DEKOLONISIEREN. Ästhetische Praktiken des Lernens und Verlernens
Ringvorlesung im Wintersemester 2017/18
Veranstaltet von: DfG-Graduiertenkolleg “Das Wissen der Künste” in Kooperation mit dem Studium Generale

30.10.  Alanna Lockward (Kuratorin, Autorin, Berlin/Santo Domingo): Marooning Academia: BE.BOP as a tool of decolonial healing – Vortrag

Revising my own curatorial and academic trajectory as the first student defending a master thesis on Black Studies at the University of the Arts Berlin (2006) will be the focus of this lecture. This self-examination is inspired by the foundational contributions of Mary Helen Washington in her acclaimed lecture: "Disturbing the Peace: What Happens to American Studies If You Put African American Studies at the Center?". I will expose how BE.BOP. BLACK EUROPE BODY POLITICS -- launched at Ballhaus Naunynstrasse in 2012-- has operated as a safe space, a maroon enclave in a European academic plantation where the lack of Black constituencies and knowledge creation is mind blowing. This Decolonial Afropean curatorial project facilitates crucial conversations on the role of activism and Decolonial Aesthetics. Additionally, honouring the lineage of Caribbean (diasporic) knowledge creation and marronage plays a pivotal role in BE.BOP, since most of its peers are linked, either ancestrally or thematically, to the region. Instead of simply critiquing, diagnosing or creating yet another taxonomy of white supremacy, we are marooning academia on our own terms.

 

Trotz jahrzehntelanger Interventionen im Feld der Kunst ist die Dekolonisierung der Künste und ihrer Institutionen angesichts des Fortwirkens „epistemischer Gewalt“ (Gayatri Spivak) in den Verwobenheiten der postkolonialen Gegenwart weiterhin umkämpft. Insbesondere ästhetische Praktiken arbeiten im Sinne eines „epistemischen Ungehorsams“ (Walter Mignolo) an der Veränderung des Wissens, der Wahrnehmung und des Werdens. An acht Abenden wird die Ringvorlesung KÜNSTE DEKOLONISIEREN gemeinsam mit Wissenschaftler_innen, Kurator_innen und  Künstler_innen danach fragen, wie ästhetische Praktiken des Lernens und Verlernens in hegemoniale Wissensproduktion eingreifen und dabei minoritäres Wissen produzieren: Mit welchen Mitteln entwerfen sie Gegen-Narrative und wie schaffen sie Gegen-Erinnerungen angesichts der Wirkmächtigkeit des kolonialen Archivs? Auf welche Weise tragen sie dazu bei, erlerntes koloniales/modernes und rassistisches Wissen zu verlernen und postkoloniale und dekoloniale Taktiken zu erlernen? Und: Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen künstlerischen Wissenspraktiken für Kunst- und Kulturwissenschaften, für die Institutionen der Kunst und für die Frage ihrer Vermittlung? 

Konzept: Julian Bauer, Maja Figge, Lisa Großmann, Wilma Lukatsch

KÜNSTE DEKOLONISIEREN. Ästhetische Praktiken des Lernens und Verlernen

Info

Dr. Christina Deloglu-Kahlert
christina.deloglu-kahlert_ @udk-berlin.de