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Foto: Frauen- und Gleichstellungsbüro, erstellt von Ricarda Löser

Newsletter der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten 10/2025

Liebe Leser*innen,

 

in diesem ersten Newsletter im Jahr 2026 greifen wir aktuelle Entwicklungen und wichtige Themen rund um Gleichstellung, Diversität und Hochschulpolitik auf. Die Pause für ein Runterfahren und Durchatmen war kurz – sehr kurz. Angesichts der geplanten Kürzungen an der UdK Berlin, die auch die Professuren mit Gender-Teildenomination betreffen, möchten wir auf die Bedeutung dieser Stellen für Forschung, Lehre, Chancengerechtigkeit und Vielfalt aufmerksam machen. Darüber hinaus blicken wir zurück auf den erfolgreichen Aktionstag „Kunst.Macht.Menschlichkeit“, der Raum für Austausch, Reflexion und solidarisches Handeln eröffnet hat. Wir gratulieren Prof. Andrea Tober herzlich zu ihrer Wahl als neue Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz der Musikhochschulen und blicken auf die Impulse, die diese Entscheidung für die Hochschullandschaft setzen kann.

Abschließend möchten wir auf die aktuelle Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hinweisen. Ihre Teilnahme hilft, Diskriminierungserfahrungen sichtbar zu machen und wichtige Grundlagen für zukünftige Maßnahmen zu schaffen.

 

Wir freuen uns, wenn Sie reinschauen, darüber ins Gespräch kommen, teilnehmen, oder sich einfach inspirieren lassen.

 

Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre!

 

Ihre Vanessa Wozny

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der UdK Berlin

 

AKTUELLES
 

Gender-Professuren an der UdK Berlin erhalten – JETZT !!!

Die Debatten um die Kürzungspläne an der UdK Berlin haben im neuen Jahr rasant an Fahrt aufgenommen. Nach und nach wurde in den Hochschulgremien bekannt gegeben, wo der Rotstift nun konkret angesetzt wird. Drei von vier Professuren mit einer Gender-Teildenomination sollen nach Auslaufen der Stellen nicht fortgeführt werden. Damit werden Gleichstellung und Diversität als Themen in Forschung und Lehre an der UdK Berlin abgeschafft – so war der Stand in den ersten drei Wochen des neuen Jahres. Studentischer Protest, geschlossenes Auftreten in den Gremien von Verbündeten, eine Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Geschlechterforschungseinrichtungen Berliner Hochschulen (afg) hat bewirkt, dass zwei der drei Fakultäten an der Gender-Teildenomination festhalten. Das Ergebnis fühlt sich nach einem Erfolg an. Der Weg dorthin war sehr steinig und hat gezeigt, wie stark und laut die Stimmen sind, die an den beschlossenen Vereinbarungen für Gleichstellung und Diversität rütteln, wer diese ignoriert und wer durch Schweigen auch zeigt, dass Genderthematiken scheinbar nicht mehr relevant sind.

 

afg: Professuren mit Genderdenomination an der Universität der Künste Berlin erhalten!

 

FSR Medienhaus: Stellungnahme zur Streichung der Gender-Studies-Professur an der Fakultät Gestaltung

 

RÜCKBLICK
 

Foto: Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

 

Aktionstag – Kunst.Macht.Menschlichkeit

Im letzten Newsletter haben wir den bundesweiten Aktionstag „Kunst.Macht.Menschlichkeit“ am 25.11.2025 angekündigt. Der Tag, veranstaltet von HfM Hanns Eisler und UdK Berlin, widmete sich den Themen Macht, Verantwortung und Grenzen im künstlerischen Hochschulkontext. In der Begrüßung durch die Hochschulleitungen (Prof. Andrea Tober (HfM) und Prof. Dr. Markus Hilgert (UdK)) und in den vielen Beiträgen wurde deutlich, dass Machthierarchien alle künstlerischen Disziplinen betreffen und einen bewussten Umgang und strukturelle Veränderungen erfordern. Ein zentraler Appell forderte, verbindliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um Machtmissbrauch zu verhindern und sanktionieren zu können. Gleichzeitig wurde Macht neu gedacht – nicht als Ohnmacht, sondern als gestaltende Verantwortung.

In Workshops, Vorträgen und Diskussionsformaten wurden unterschiedliche Themen besprochen und bearbeitet: Rollenbewusstsein im Unterricht, Nähe und Distanz in der künstlerischen Ausbildung, Kanonkritik und pädagogische Verantwortung bis hin zu gewaltfreier Kommunikation, Empowerment und neuen Autoritätsverständnissen. Besondere Aufmerksamkeit lag auf dem Einzelunterricht, der frühen Ausbildungssituation sowie der Notwendigkeit transparenter Schutzmechanismen, klarer Anlaufstellen und verbindlicher Weiterbildungen für Lehrende.

 

Die Präsentation aktueller Studien Wo Grenzen überschritten werden | WZB zeigte deutlich, dass Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen im Kunst- und Kulturbereich strukturell begünstigt werden. Insbesondere durch Abhängigkeiten, Wettbewerbssituationen und 1:1-Lehrformate. Marginalisierte Gruppen sind dabei überdurchschnittlich betroffen. Als zentrale Präventionsansätze wurden intersektionale Perspektiven, verpflichtende Fortbildungen und geschützte Reflexionsräume benannt.

Im World Café am Vormittag an der HfM und bei der Podiumsdiskussion am Abend an der UdK Berlin standen Perspektivwechsel, Austausch und konkrete Visionen im Mittelpunkt. Der Wunsch nach institutionenübergreifender Zusammenarbeit, verpflichtende Austauschtage, Mehrsprachigkeit, bessere Zugänglichkeit von Beratungsangeboten, transparente Kommunikationsstrukturen sowie eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit und Empathie. Deutlich wurde auch, dass Gewalt – ob sexualisiert, verbal oder strukturell - keine Konfliktsituation, sondern eine Grenzverletzung ist, die klare Haltung und Konsequenzen erfordert.

Der Aktionstag machte Mut. Das wachsende Bewusstsein, die Offenheit im Austausch und die vielfältigen Impulse zeigten, dass Veränderung möglich ist, wenn wir Macht reflektieren, Verantwortung teilen und Menschlichkeit aktiv gestalten.

 

Im Podcast Tonart bei Deutschlandfunk Kultur können Sie das Interview mit Josephine Pritz, Nebenberufliche Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät Musik an der UdK Berlin, nachhören.

 

In Ergänzung dazu empfehlen wir Ihnen auch noch den Bericht in der Tagesschau vom 28.11.2025 zum Thema „Machtmissbrauch an Musikhochschulen – Ein ziemlich krasses Abhängigkeitsverhältnis". Der Beitrag ist von Daniela Ziemann und Alice Kremer, Südwest Rundfunk.

„Einzelunterricht, Lehrende als Mentoren: Musikhochschulen sind anfällig für Machtmissbrauch. Ein Problem ist das Abhängigkeitsverhältnis. Lange wurde nicht darüber gesprochen, nun gehen Hochschulen dagegen vor.“

 

 

AKTUELLES
 

Foto: Zebu Kluth

 

„Musik braucht starke Frauen“

Bei der Winterkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) bei der Hochschulrektorenkonferenz am 11. Januar 2026 haben die Präsident*innen und Rektor*innen der 24 deutschen Musikhochschulen mit überragender Mehrheit Prof. Andrea Tober, Rektorin der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, als neue Vorsitzende ins Amt gewählt. Sie tritt im Oktober 2026 die Nachfolge von Prof. Christian Fischer, Rektor der Musikhochschule Trossingen, an. Die Winterkonferenz der RKM fand traditionell zum Abschluss des Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerbs an der UdK Berlin statt.

Prof. Andrea Tober: „Ich bin sehr dankbar für das überwältigende Vertrauen, das mir mit der Wahl in dieses bedeutende Amt entgegengebracht wurde. Gerade in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher und politischer Umbrüche, in der unsere Hochschulen vor großen Herausforderungen stehen, ist es unsere gemeinsame Aufgabe, die unverzichtbare Rolle von Kultur und Bildung als tragende Säulen unserer Gesellschaft unmissverständlich in den politischen Diskurs zu tragen. Auf dem starken Fundament, das meine Vorgänger*innen gelegt haben, gilt es nun mit voller Kraft gemeinsam die Weichen für die Zukunft zu stellen, und unsere exzellente, lebendige, offene und zukunftsweisende Musikhochschullandschaft zu stärken und dauerhaft zu sichern.“

Die offizielle Amtsübergabe wird im September stattfinden.

 

RKM: Vollständige Pressemitteilung

 

AKTUELLES
 

Foto: Antidiskriminierungsstelle des Bundes – 2025

 

Wichtige Umfrage

Bis zum 28. Februar 2026 führt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die bislang größte Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland durch. An der Umfrage können alle Menschen ab 14 Jahren teilnehmen, die in Deutschland Diskriminierung erlebt haben. Die Teilnahme ist anonym, barrierearm und in vielen Formaten und Sprachen möglich. In Zeiten, in denen gleiche Rechte für alle in Frage gestellt werden, ist eine große Beteiligung an der Umfrage wichtiger denn je.

 

Alle wichtigen Informationen und den Online-Fragebogen finden Sie hier:

www.diskriminierung-umfrage.de 

 

ANKÜNDIGUNG
 

Foto: bukof e.V.

 

Was heißt hier eigentlich neutral? – Zum Umgang mit Angriffen auf Hochschulen.

Hochschulen stehen unter Druck. Die Wissenschaftsfreiheit wird bedroht, aber auch ihr vorgeblicher Schutz instrumentalisiert. Eine Beteiligung an Kampagnen wie „Hochschulen zeigen Haltung“ wird unter Verweis auf eine „Neutralitätspflicht“ von manchen Hochschulakteur*innen abgelehnt, obwohl sie die originäre Verantwortung von Hochschulen aufzeigen, das Wissenschaftssystem als essentielle Grundlage für den demokratischen Rechtsstaat zu verteidigen. Prof. Dr. Ulrike Lembke, Freie Rechtswissenschaftlerin & Expertin für rechtliche Geschlechterstudien, greift die intensiv geführten Debatten zu „Wissenschaftsfreiheit und Neutralitätsgebot“ auf, legt die aktuelle Rechtslage dar und diskutiert Handlungsmöglichkeiten, welche die Resilienz der Hochschulen und ihrer Mitglieder stärken können.

 

Die bukof-Kommission „Antifeminismus an Hochschulen“ lädt ein und wird gemeinsam organisiert von der Stabsstelle Diversität und Antidiskriminierung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, dem Gleichstellungsteam der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg und des Referats Chancengleichheit/Antidiskriminierung der Universität Bremen.

 

Den Einwahllink finden Sie in der eingefügten PDF-Datei.

 

VERANSTALTUNGEN
 

„Don't miss the Clitoris. Eine Bedienungsanleitung“ – Buchpremiere mit Prof Dr. Mandy Mangler

Nach „Das große Gynbuch“ (2014) präsentiert Prof. Dr. Mandy Mangler im Gespräch mit Esther Kogelboom (Coautorin) ihr neues Buch. Wissenschaftlich fundiert und unterhaltsam erklärt Mandy Mangler Anatomie und Möglichkeiten – für eine klitoriskompetente, gleichberechtigte Gesellschaft und besseren Sex für alle. ‎‎

 

Lesung und Gespräch finden am 15.03.2026 ab 11:00 Uhr im Filmtheater am Friedrichhain statt.

Das Buch erscheint am 3. März 2026.

 

Lesung & Gespräch: Buchpremiere mit Prof Dr. Mandy Mangler | Yorck Kinos Berlin

 

Foto: Insel Verlag

 

AKTUELLES
 

Foto: Theresa Hügues

 

Bewerbungsphase für Prof*me noch bis zum 13. Februar 2026

Im Juli 2026 startet der 13. Durchgang des Mentoring-Programms der UdK Berlin für angehende Professor*innen in Kunst und Wissenschaft. Das Programm läuft für ein Jahr und bietet gezielte Weiterqualifizierungsangebote und persönliches Mentoring durch Professor*innen der künstlerischen Hochschulen Berlin und Brandenburgs.


Ausführliche Infos zu den Bewerbungsunterlagen, zum Verfahren sowie den Terminen der Weiterbildungs-Module unter: www.mentoring.udk-berlin.de

 

Impressum
Herausgeber: Universität der Künste Berlin, Der Präsident
Verantwortlich: Universität der Künste Berlin – Büro der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten – Vanessa Wozny
Mitarbeit: Charlotte Freundel, Anita Nguyễn, Anke Mittag, Vanessa Wozny
Texte/ Redaktion: Charlotte Freundel, Anita Nguyễn, Anke Mittag, Vanessa Wozny
frauenbeauftragte@udk-berlin.de
www.gleichstellungspolitik.udk-berlin.de
www.facebook.com/genderanddiversityUDKBERLIN
www.instagram.com/udkberlin_gender.diversity

 

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