Unsere Lehrtätigkeit an der UdK ist zum größten Teil im Bachelorbereich angesiedelt. Wir sehen daher unsere Aufgabe in erster Linie darin, die Studierenden an die Sprachlichkeit der Architektur heran zu führen. Letztendlich spricht Architektur über das Leben. Wir wollen Architektur machen für ein Leben, wie wir es uns vorstellen. Ein Leben möglichst ohne Vorurteile, ohne Vorurteile gegen Andersartiges, gegen Unbekanntes. Räumliches Gestalten ist überall möglich, auch unter widrigen Umständen. Und es gibt kein Material und keine Konstruktionsart, die nicht eingesetzt werden könnte. Ein Leben mit möglichst hoher Sinnlichkeit. Damit sind wir gegen Dogmen, Moden und sonstige Allüren gesichert. Ein Leben mit möglichst hohem Wissen über die Verhältnisse, die unsere Existenz bestimmen. Dabei sind die geschichtlichen Reflexionen nicht ausgeschlossen. Alles Vergangene wird somit gegenwärtig. Staunen, Begreifen und Lernen ist das erklärte Ziel. So werden in den ersten beiden Semestern bekannte Raumsituationen auf ihren kulturgeschichtlichen Hintergrund untersucht, ihre zugrundeliegenden Gesetzmäßigkeiten analysiert und in einem weiteren Schritt ergänzt und verändert und einer aktuellen Bedeutung zugeführt.

In den Entwurfsgruppen der höheren Semester werden sehr konkrete Aufgaben gestellt. In Vorbereitung auf die professionelle Arbeit an der Architektur sollen in den Projekten möglichst viele Aspekte der Einflussnahme aufgezeigt und vor allem in Hinblick auf die aktuellen Anforderungen neue Wege eingeschlagen werden.

Die Forschungstätigkeit des Lehrstuhls konzentriert sich auf die Frage wie sich das Lernen aktuell verändert und welche Anforderungen an den architektonischen Raum damit einhergehen. Im Zentrum steht die Frage nach zeitgemäßen Räumen für das „Neue Lernen“. In diesem Rahmen erfolgt derzeit eine typologische Analyse von Bildungseinrichtungen verschiedenster Art in den jeweiligen kulturellen, sozialen und insbesondere städtebaulichen Kontexten. Die Studierenden werden von uns dabei bewusst in den Forschungsprozess mit einbezogen und die Forschung in die Lehre integriert. Im Sinne des Neuen Lernens werden wissenschaftliche Erkenntnisse also in gemeinsamer Arbeit von Lernenden und Lehrenden entwickelt und vermittelt.