Institut für Kirchenmusik / Akademie für Kirchen- und Schulmusik 1822-1933

Das „musikalische Institut zu Berlin behufs Beförderung der Kirchenmusik und Ausbildung von Organisten und Musiklehrern an Gymnasien und Schullehrer-Seminaren”, wie es umschreibend bei seiner Gründung benannt war, trat 1822 ins Leben. In dieser Gründung spiegelt sich die enge Verbindung von Staat und Kirche in Preußen. Als Königliches akademisches Institut für Kirchenmusik, abgekürzt auch „Orgel-Institut” genannt, gehörte es im späten 19. Jahrhundert wie die Hochschule für Musik zu den „Unterrichtsanstalten” der Berliner Akademie der Künste. Es ist die älteste Vorgängerinstitution der UdK Berlin auf dem Gebiet der Musik.

Seine Gründung geht auf Anregungen von Carl Friedrich Zelter, des langjährigen Direktors der Berliner Sing-Akademie, zurück. Nach Zelters Tod 1832 leiteten nacheinander August Wilhelm Bach, August Haupt, Robert Radecke und Hermann Kretzschmar das Institut. 1903 erhielt es ein eigenes, in neoromanischen Formen gehaltenes Gebäude in der Hardenbergstraße 41 (damals 36) in Charlottenburg, welches heute von der gleichnamigen Einrichtung der UdK Berlin genutzt wird.

Nach der Revolution von 1918 verlagerte sich der Schwerpunkt der Aufgabenwahrnehmung zur Schulmusik hin; die veränderten Akzente kamen in einem neuen Namen zum Ausdruck: In Verbindung mit der 100-Jahrfeier 1922 erhielt das Institut die Bezeichnung Akademie für Kirchen- und Schulmusik. Als Ausbildungsstätte der Studienrätinnen und Studienräte für Musik stand sie im Zentrum der „Kestenberg-Reform”, also der von Leo Kestenberg, dem Musikreferenten im preußischen Kultusministerium, angestoßenen Reformmaßnahmen auf dem Gebiet der Musikerziehung. Weitere Räumlichkeiten standen im Schloss Charlottenburg zur Verfügung. Direktoren waren Carl Thiel und Hans Joachim Moser. Fritz Jöde trug den Geist der Jugendmusikbewegung in die Akademie hinein und richtete 1923 die Jugendmusikschule Charlottenburg ein, die erste staatliche Jugendmusikschule.

In der Zeit des Nationalsozialismus, unter anderem in der Musikausbildung der Hitler-Jugend engagiert, wurde die Akademie zur Hochschule für Musikerziehung und Kirchenmusik aufgewertet. 1945 ging sie in der wieder begründeten Hochschule für Musik auf.

Literatur

Eine moderne Monographie fehlt.