QuerKlang

Quelle: k&k kultkom

QuerKlang - Experimentelles Komponieren in der Schule

Ein Projekt der Universität der Künste Berlin und klangzeitort in Zusammenarbeit mit k&k kultkom, KULTURKONTAKTE e.V., Berliner Festpiele / MaerzMusik - Festival für Zeitfragen sowie Berliner Schulen und freischaffenden Komponistinnen und Komponisten.

Was ist QuerKlang? (PDF:3.8MB)

Fahrradklingeln, Haushaltsgegenstände oder Luftballons als Instrumente? – Bei QuerKlang erforschen die Schülerinnen Klänge, setzen diese miteinander in Beziehung und machen ihre Entdeckungen schließlich für andere mittels ihrer Kompositionen hörbar.

„Ich spiele den Eierschneider“, verkündet David selbstbewusst. Dass „man mit allem, ja wirklich mit ALLEM Musik machen kann“, stellt auch Isabell fest. Man brauche einfach nur Ideen und Fantasie, um Geschichten zu erzählen, „die durch die Musik, durch die Klänge lebendig werden. Im Zuge des kollektiven Komponierens erlebt Michelle das Potential von Teamarbeit: „Ich habe gelernt, dass im Team etwas viel Besseres rauskommt, als wenn man's alleine macht, da ja alle ihre Ideen einbringen.“ „Manche Leute denken, es sei leicht so ein Durcheinander zu komponieren, aber es war harte Arbeit und wir mussten viel ausprobieren und diskutieren um zu unserem Stück zu kommen, aber jetzt ist es richtig gut geworden und wir sind stolz, dass wir es geschafft haben“, so der 10-jährige Tim über das experimentelle Komponieren.

Das Gestalten von Musik – dies ist die Aufgabe, die QuerKlang an die Schülerinnen stellt. Was simpel klingt, ist aber tatsächlich eine große Herausforderung. Denn: Wer hat zuvor schon einmal komponiert?

Das Beherrschen eines Instrumentes oder ein vertrauter Umgang mit zeitgenössischer Musik werden bei QuerKlang nicht vorausgesetzt. Vielmehr sind Konzentration, wache Ohren, gute Ideen und Mut Neues auszuprobieren zentrale Aspekte des Arbeitens. Im Projekt werden die Schülerinnen ermutigt, selbsttätig mit musikalischem Material zu experimentieren und eigene Kompositionen zu gestalten.

Begleitet werden die Lernenden dabei von einem Team, bestehend aus einem Pädagogen, einem Komponisten sowie Studierenden. So verknüpft QuerKlang drei, üblicherweise voneinander unabhängige Arbeitswelten: die Welt der Schule, die Welt der universitären Ausbildung und die Welt der frei schaffenden Musikerinnen und Musiker, Komponistinnen und Komponisten. Von der Spannung zwischen diesen drei quer zueinander stehenden Welten lebt QuerKlang – hier stoßen sie, durchaus konfliktreich, zusammen.

QuerKlang ist in den regulären Musikunterricht eingebunden.

Am Anfang stehen Experimente mit erweitertem musikalischen Material und Gestaltungsideen. Am Ende stehen experimentelle Klassenkompositionen, die im Rahmen der Berliner Festspiele / MaerzMusik - Festival für Zeitfragen in Berlin von den Schülerinnen und Schülern selbst uraufgeführt werden.

Das musikpädagogische Projekt QuerKlang greift Ideen und Modelle auf, wie sie in England durch Richard McNicol initiiert und in Österreich im Rahmen des Projekts Klangnetze weiterentwickelt wurden. Die grundsätzliche Zielsetzung esteht darin, Schüler zu ermutigen, sich eigentätig mit musikalischem Material und dessen Gestaltungsmöglichkeiten zu beschäftigen, dieses als persönliches Ausdrucks- und Gestaltungsmittel zu erfahren. Gleichzeitig sollen sie Neugier, Toleranz und Verständnis gegenüber der Vielfalt von zeitgenössischem Musikschaffen entwickeln. Nicht der hörend-rezipierende Umgang mit ausgewählten Werken zeitgenössischer Musik steht im Zentrum, sondern der experimentelle, eigenverantwortliche Umgang mit einer Vielfalt von musikalischen Materialien und musikalischen Ideen.

Neu an der Berliner Variante des Modells ist der Einbezug von Musikstudierenden. Die Durchführung des Projekts an Berliner Schulen ist in ein musikpädagogisches Seminar an der Universität der Künste Berlin eingebettet, das der Ausbildung von Lehramtsstudierenden im Fach Musik dient. Studierende haben auf diese Weise die Möglichkeit, das Praxisfeld Schule kennenzulernen. Für Musiklehrerinnen und Musiklehrer wiederum fungiert das Projekt als Fortbildungsangebot, und Komponistinnen und Komponisten kommen auf ungewöhnliche Weise mit potenziellen Hörerinnen und Hörern ihrer Werke in Kontakt.

QuerKlang findet seit 2003 statt.

QuerKlang ist nominiert für den 12. JUNGE OHREN PREIS

Aus der Pressemeldung:

Sieben Nominierte in der Kategorie PROGRAMM beim 12. JUNGE OHREN PREIS
 
Mit sieben Nominierungen präsentiert die Fachjury des 12. JUNGE OHREN PREIS ihr erstes Votum für die  Kategorie PROGRAMM. Die Preisverleihung findet am 23. November 2017 in Frankfurt am Main statt. Der JUNGE OHREN PREIS prämiert herausragende Vermittlungsprogramme und würdigt Musikvermittler/innen für ihre beispielhafte Arbeit. Damit setzt der Wettbewerb Zeichen für ein lebendiges und modernes Musikleben.

Die Kategorie PROGRAMM steht für richtungweisende und konsistente Vermittlungsprogramme an Musikinstitutionen, die Musikvermittlung als integralen Bestandteil ihrer Arbeit begreifen.
 
Nominiert sind:
Angebote für Jugendliche im Wiener Konzerthaus (Wiener Konzerthausgesellschaft)

  • Educationprogramm des Klavier-Festival Ruhr (Stiftung Klavier-Festival Ruhr)
  • Ludwig + DU (Internationale Beethovenfeste Bonn gGmbH)
  • Piccolo Concerto Grosso (ox&öl Produktionen, Zürich)
  • QuerKlang - Experimentelles Komponieren in der Schule (k&k kultkom, klangzeitort, Kulturkontakte e.V., Berliner Festspiele - MaerzMusik, Universität der Künste Berlin)
  • SING! (Rundfunkchor Berlin)
  • WDR Musikvermittlung (WDR)

Die Jury des 12. JUNGE OHREN PREIS besteht aus Hans Reinhard Biere (Deutsche Orchestervereinigung), Bettina Büttner-Krammer (Wiener Symphoniker), Matthijs Bunschoten (Musikkollegium Winterthur), Ute Legner (MEHR MUSIK! Augsburg), Irena Müller-Brozovic (Verein Musikvermittlung Schweiz+), Dr. Kerstin Unseld (SWR2), Pascal Sticklies (Philharmonie Luxembourg und Orchestre Philharmonique Luxembourg), Dr. Lisa Unterberg (Jeunesses Musicales Deutschland), Hartmut Welscher (VAN Magazin).
 
Die Preisverleihung mit Bekanntgabe des/r Preisträger/in in der Kategorie PROGRAMM findet am 23. November 2017 (19.30 Uhr) in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main statt.
 
Der JUNGE OHREN PREIS wird gefördert durch die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL). Medienpartner sind Deutschlandradio Kultur, die Zeitschrift "das Orchester" und die neue musikzeitung.

Informationen zur Teilnahme

Pro Projektdurchlauf können 5 Schulklassen und 10 Studierende der Musikpädagogik teilnehmen (auch Studierende aus anderen künstlerischen und pädagogischen Bereichen sind willkommen).

Start jeweils zu Beginn des Wintersemesters - Abschluss im April des Folgejahres.

Anforderungen zur Teilnahme
(PDF:77KB)

Anrechnungsmöglichkeiten für Studierende (PDF:48KB)

Zeitraster QuerKlang 2017 - 2018

15. - 17.11.2017     Einführungsseminar QuerKlang -  Sauen           

Sa. 13.01.2018       1. Zwischenreflexion – Schwerpunkt Inhalt, 10-14 Uhr

Sa. 17.02.2018       2. Zwischenreflexion – Schwerpunkt Orga, 10-14 Uhr

Mitte März 2018     Gemeinsame schulinterne Voraufführungen

19. und 22.3.2018  Generalproben und Konzerte (UA) im Rahmen der MAERZMUSIK

April 2018              Prozessreflexion mit den Schüler*innen

14.04.2018             Abschlussreflexion, 10 - 14 Uhr

Ende April 2017      Abgabe der Berichte der Student*innen

Arbeit in den Teams:

15 Arbeitseinheiten für Doppelstunden oder punktuell auch Projektblöcken in den Klassen zzgl. Vor- und Nachbereitungszeiten, Generalprobe und Konzert, Nachbereitungstermin mit den Schülern - die genaue Planung sollte möglichst früh stattfinden bzw. terminliche Einschränkungen oder Festlegungen in den Schulen sollten zum Einführungsseminar bekannt sein.

In der Planung sollte die Zeit bis Weihnachten als experimentelle Forschungsphase eingeplant werden und ab Januar die Hinwendung auf die Erarbeitung der Stücke.

Projekt-Erfinder

Prof. Dr. Ursula Brandstätter, Prof. Daniel Ott, Kerstin Wiehe

Erfahrungsteam 2017 - 2018

Elsa Franz (Studierende), Mathias Hinke (Komponist), Daniel Ott (Komponist), Stefan Roszak (Musikwissenschaftler und Instrumentenbauer), Henning Wehmeyer (Musikpädagoge), Kerstin Wiehe (Kulturmanagerin und Publizistin)

Mitwirkende 2017 - 2018

Schulen:

Otto-Hahn-Schule (Britz), Grundschule unter dem Regenbogen (Marzahn), Südgrundschule (Zehlendorf), Hector-Peterson-Schule (Kreuzberg), Fichtelgebirge-Grundschule (Kreuzberg)

Komponist*innen:

Christian Kesten, Ehsan Khatibi, Nico Sauer, Stellan Veloce, Sabine Ercklentz

QuerKlang im Film