Schichten. Der Komponist Michael Hirsch

Quelle: David Winnerstam

Portrait-Konzert und Symposium

mit dem Ensemble ilinx und Gästen aus Wissenschaft und Künsten
27. – 29. Mai 2018

Der 2017 verstorbene Komponist Michael Hirsch verband Kammermusik mit experimentellem Musiktheater, Alltagsgeräusch mit Oper, Bühnengeste mit Lautpoesie und Klangtextur als koexistierende Schichten. Die Fakultät Musik und klangzeitort möchten gemeinsam mit Konzert und Symposium sowie mit Gästen aus Wissenschaft und Künsten einen interdisziplinären Dialog über und durch Hirschs Musik initiieren.

Eine Veranstaltung der Universität der Künste Berlin mit freundlicher Unterstützung von klangzeitort, dem gemeinsamen Institut für Neue Musik der UdK Berlin und HfM Hanns Eisler Berlin. Gefördert von der Ernst von Siemens Musikstiftung und der Kommission für künstlerische und wissenschaftliche Vorhaben der UdK Berlin.

 

Das Programm:
27. Mai 2018, 19.30 Uhr
Ensemble ilinx: Virtuosität der unbewussten Abweichungen – Michael Hirsch bei Crescendo
UdK Berlin, Bundesallee 1-12, Joseph-Joachim-Saal

28. und 29. Mai 2018
Schichten. Der Komponist Michael Hirsch
Symposium mit Gästen aus Wissenschaft und Künsten

UdK Berlin, Bundesallee 1-12, Kleiner Vortragssaal

Hier finden Sie ab dem 1. April 2018 das komplette Programm zum Download.

Virtuosität der unbewussten Abweichungen

Portraitkonzert Michael Hirsch mit dem Ensemble ilinx
im Rahmen von Crescendo

27. Mai 2018, 19.30 Uhr
UdK Berlin, Bundesallee 1-12, Joseph-Joachim-Saal

Dass Neue Musik komplex sein kann, ist allgemein bekannt. Mitunter bringt sie aber Formen der Komplexität hervor, die die übliche Gegenüberstellung zwischen traditioneller Kammermusik und experimentellem Musiktheater sowie zwischen Alltagsgeräuschen, Bühnengesten und intimen Äußerungen gänzlich auflösen.
Der im Februar 2017 unerwartet verstorbene Komponist Michael Hirsch, der im Jahre 2018 60 Jahre alt geworden wäre, integriert mehr als nur diese Gegensätze in seinem Oeuvre, nie polarisierend, sondern verflochten, selbstverständlich koexistierend und geschichtet. Dabei ist es nicht die Klarheit, aber auch Vorhersehbarkeit handwerklicher Virtuosität, die weniger vorhersehbare, sozusagen in der Gestaltung „unfertige“ Alltagsgeräusche in sich aufnimmt, sondern vielmehr ist es eben die akustisch und räumlich komplexe Virtuosität von Wühl- und Knittergeräuschen, von Prozessen des Fallens, Kreisens und Ausrollens, die mit traditioneller Virtuosität in eine Metapolyphonie gebracht wird. In der Schichtung von Alltags- und kunstvoll verfremdeten Objektgeräuschen, live performt oder in Interaktion mit Zuspielungen, ist es nicht zuletzt die hochdifferenzierte klangliche Präsenz von Verstolperungen, Versprechern, eine Virtuosität der unbewussten Abweichungen, die traditionell erlernter Virtuosität ihre Unfertigkeiten spiegelt.

Das Ensemble ilinx wird mit einer repräsentativen Auswahl von Michael Hirschs kammermusikalischen Kompositionen, eingerahmt von zwei Kompositionen der Kompositionsklassen der UdK Berlin, einen Abend gestalten.

Ensemble ilinx – Studio für Neue Musik der UdK Berlin:
Jules Gisler (Schauspiel), Maria Franz (Schauspiel und Cello), Astarte Posch (Schauspiel und Sprecherin), Anna Petzer (Sprecherin und Gesang), Amelie Baier (Gesang), Vincent Brock (Sprecher), Johanna Longin (Flöte), Chiao-Yu Hsieh (Blockflöte), Ariane Rovesse (Klarinette), Jörgen Roggenkamp (Tuba), Christoph Lidner (Schlagzeug), Martin Rose (Klavier), Marika Ikeya (Violine), Alice Bordarier (Viola), Marcello Pojaghi (Violoncello)

Musikalische Einstudierung: Christian Kesten, Ariane Jessulat, Leah Muir
Künstlerische Leitung: Christian Kesten, Leah Muir und Elena Mendoza
Tutor: Stellan Veloce

Programm:

Michael Hirsch: Lieder nach Texten aus dem täglichen Leben (1992-95)
für Sprecher

Michael Hirsch: Kopfecke/Wunderhöhle (1996)
für 3 Sprecher, 1 Geräuschemacher, Klavier, 1 Schlagzeuger, 3 Kassettenrecorder, Zuspielungen

Anda Kryeziu: "HH" – History of humanity in short episodes (2018) UA
für 3 Performer

Michael Hirsch: Zu 14 Händen (1995)
für 7 Pianisten an einem Klavier

Clara Gervais: Tombeau de M.H. (2018) UA
für Sprechstimme, Streichtrio und Tonband

Michael Hirsch: Das Konvolut, Vol. 1 (2001)
für Sängerin, Piccoloflöte, Klarinette, Tuba, Große Trommel, Violine, Viola, Violoncello, Zuspielungen

Michael Hirsch: Fünfzig Gestalten Episoden Splitter (2003)
für variable Besetzung (5-50 Instrumentalisten, 2-5 Sprecher), Zuspielungen


Weitere Informationen:
http://hirschmichael.de/
http://www.editionjulianeklein.de/composers?composer_id=100003
http://maulwerker.de/downloads/Nachruf%20Michael%20Hirsch_final.pdf

Schichten. Der Komponist Michael Hirsch

Symposium mit Gästen aus Wissenschaft und Künsten
28. und 29. Mai 2018
UdK Berlin, Bundesallee 1-12, Kleiner Vortragssaal

Der 2017 verstorbene Komponist Michael Hirsch verband Kammermusik mit experimentellem Musiktheater, Alltagsgeräusch mit Oper, Bühnengeste mit Lautpoesie und Klangtextur als koexistierende Schichten. Die Fakultät Musik und klangzeitort möchten gemeinsam mit Konzert und Symposium sowie mit Gästen aus Wissenschaft und Künsten einen interdisziplinären Dialog über und durch Hirschs Musik initiieren.

Leitung: Ariane Jessualt, Christian Kesten und Irene Kletschke

 

Programm (Änderungen vorbehalten):

28. Mai 2018

10:00-10:30 UhrBegrüßung & Einführung


10:30-12:00 Uhr
Mathias Lehmann „Im Anfang war die Form“ – Überlegungen zum Kompositionsprozess Michael Hirschs anhand seiner Skizzen und Vorstudien
Nina Ermlich Nächtliche Parallelwelten: Der Schlaf im Werk von Michael Hirsch

12:30–14:00 Uhr
Matthias Rebstock Zeichenlandschaften und Resonanzräume. Zur Inszenierung von Michael Hirschs Musiktheaterprojekt „Beschreibung eines Kampfes“ nach Franz Kafka
Roland Quitt Anmerkungen zum Musiktheater von Michael Hirsch

15:00–16:30 Uhr
Martin Supper Sichtbare und unsichtbare Musik. Bemerkungen zur „musique concrète“ von Michael Hirsch
Andreas Dorfner Traumräume. Assoziationsfelder als Abbild einer imaginären Wirklichkeit im Musiktheaterschaffen von Bernd Alois Zimmermann und Michael Hirsch

17:00–19:00 Uhr
Roundtable „Es geht immer ums Ganze …“ Michael Hirschs Erfinden von Methoden, um zu Vorgängen zu kommen mit Anna Clementi, Cornelius Hirsch, Roland Quitt, Annette Schmucki, Dieter Schnebel und Charlotte Seither
Moderation: Gisela Nauck

29. Mai 2018

10:00-11:30 Uhr
Barbara Gronau und Ariane Jeßulat Kopfecke/Wunderhöhle – Michael Hirsch hören. Ein Workshop

11:45–12:30 Uhr
Christian Kesten Das Prinzip Konvolut. Zur „Metapolyphonie“ bei Michael Hirsch

12:45 Uhr
Resümee und Ausblick Michael Hirsch und die Musikwissenschaft
Moderation: Ariane Jeßulat

13:30 Uhr
Anna Clementi Michael Hirsch: Opera für eine Sängerin mit CD-Zuspielung

Eine Veranstaltung der Universität der Künste Berlin mit freundlicher Unterstützung von klangzeitort, dem gemeinsamen Institut für Neue Musik der UdK Berlin und HfM Hanns Eisler Berlin. Gefördert von der Ernst von Siemens Musikstiftung und der Kommission für künstlerische und wissenschaftliche Vorhaben der UdK Berlin.