Die fotografische Lehrsammlung (BMBF-Projekt „Bildvorlagen“)

Die fotografische Lehrsammlung (BMBF-Projekt „Bildvorlagen“)

Im Universitätsarchiv der UdK befinden sich innerhalb Deutschlands einzigartige Bildvorlagen- und Modell-Sammlungen, die an Vorgängereinrichtungen, der Kunstakademie und der führenden Kunstgewerbeschule Berlins, der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbe-Museums, als Muster und Lehrmittel dienten. Zu einem großen Teil bestehen sie aus originalen Fotografien, die bis in die Zeit um 1850, also die Anfänge des Mediums, zurückreichen. Die Bestände umfassen ungefähr 40.000 Vorlagenblätter, darunter 25.000 Fotografien; in ihnen sind zahlreiche namhafte Fotografen vertreten: die Fratelli Alinari, Ottomar Anschütz, Ludwig Belitski (Sammlung Minutoli), Karl Blossfeldt, Félix Bonfils, Adolphe Braun, Giacomo Brogi, Eugène Cuvelier, Georg Maria Eckert, Constant Famin, Wilhelm von Gloeden, Hermann Heidt, Bernhard Johannes, Jakob August Lorent, Guglielmo Marconi, Guglielmo Plüschow, James Robertson, Henry Peach Robinson, lldefonse Rousset, F. Albert Schwartz und Giorgio Sommer, um nur einige Namen zu nennen. Daneben haben sich gegenständliche Lehrmittel zum Pflanzenstudium, nämlich Skulpturen und Herbarien, die unter der Ägide Moritz Meurers angefertigt wurden, sowie Zeichnungen und andere künstlerische Studien erhalten.

Zur Aufarbeitung dieser Sammlungen führte das UdK-Archiv vom März 2017 bis Februar 2020 gemeinsam mit einem musealen und einem wissenschaftlichen Partner ein Forschungsprojekt durch, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderbereichs „Vernetzen, Erschließen, Forschen. Allianz für universitäre Sammlungen“ großzügig gefördert wurde. Als Partner konnten das Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, und das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin (ZfL) gewonnen werden.

Das Teilprojekt, das vom Archiv der UdK zusammen mit dem Münchner Stadtmuseum durchgeführt wurde, thematisierte speziell die fotografischen Bildvorlagen. Entstehung, Struktur und Gebrauch der Sammlungen werden umfassend untersucht. Mit der Forschung läuft die Verzeichnung und Digitalisierung des Bestandes parallel.

Das Vorhaben rückte die fotografische Bildvorlage als eine weithin unerforschte Form des Gebrauchsbildes in den Blick. Am 16. und 17. Mai 2020 fand ein internationales wissenschaftliches Symposium im Museum für Fotografie der Staatlichen Museen zu Berlin statt. Das Projekt steht in enger Verbindung mit der Ausstellung „Vorbilder -  Nachbilder. Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin, 1850 – 1930“, die vom 7. Februar bis zum 26. Juli 2020 – mit einer durch die Corona-Pandemie bedingten Unterbrechung – im Münchner Stadtmuseum zu sehen war. Das Museum für Fotografie der Staatlichen Museen zu Berlin wird die Ausstellung übernehmen, so dass sie in Kürze auch in Berlin zu sehen sein wird..

Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Projekts wurden im gleichnamigen Begleitband zur Ausstellung publiziert. Der Band umfasst auf 416 Seiten Texte (dt./engl.) von Ludger Derenthal, Monika Faber, Antje Kalcher, Mei-Hau Kunzi, Hubert Locher, Kristina Lowis, Paul Mellenthin, Sabina Mlodzianowski, Angela Nikolai, Helena Perez Gallardo, Dorothea Peters, Herbert Rott, Bernd Stiegler, Herta Wolf und den Herausgebern Ulrich Pohlmann, Dietmar Schenk und Anastasia Dittmann. Die fotografische Sammlung wird mit 450 farbigen Abbildungen vorgestellt.Leitung des BMBF-Projekts: Dr. Dietmar Schenk in Verbindung mit Dr. Ulrich Pohlmann, Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie

 

wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. des. Anastasia Dittmann