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Foto: Ines Grabner

 

"Krisen kann man auch mit Humor begegnen" Im Gespräch mit Dajana Hoffmann

 

Sie bieten im Februar den Workshop "Krisenmanagement in sozialen Netzwerken" an. Warum sollte ich als kreative/r Gründer/in Ihren Workshop besuchen?

 

Die sozialen Median gehören mittlerweile zu unserem Leben, ganz gleich, ob wir sie intensiv nutzen oder nicht. 2017 waren 31 Millionen Menschen mindestens einmal in der Woche auf Facebook aktiv. Die Reichweite ist enorm. Krisen haben eine ganz neue Qualität durch die sozialen Medien bekommen. Die Geschwindigkeit, mit der sie einen treffen, ist atemberaubend. Daher ist es wichtig, zu verstehen, wie gerade solche Krisen sich in den sozialen Netzwerken entwickeln und wie man sich am besten verhält, dass sie keinen oder nur geringen Schaden anrichten. Gerade als Gründer hat man so viele Dinge, um die man sich kümmern muss, da ist Zeit die wichtigste Ressource. In der Krise wird aber gerade diese Ressource stark beansprucht. Da hilft es zu wissen, welche Schritte zu gehen sind.

 

Für wen ist das Thema interessant?

 

Krisenmanagement ist besonders wichtig für Künstler, die stark abhängig von ihrem Image sind. Sie müssen ihren Namen und ihre Kunst schützen, damit sie auch weiterhin mit einem positiven Image verbunden werden. Da kann unkluges Verhalten in der Krise diese verschärfen und deutlich negativ beeinflussen. Ganz besonders interessant ist dieser Workshop aber für Personen, die ihre Selbständigkeit in den sozialen Netzwerken unterstützen wollen. Spezielle Vorkenntnisse sind nicht nötig, da es hauptsächlich darum geht, die Krise zu erkennen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich selbst eine strategische Vorgehensweise für den Ernstfall zu erarbeiten.

 

Krisenmanagement - das klingt nach Shitstorm für H&M oder Twitter-Eskapaden von Donald Trump. Welche Krisen können Solo-Selbständige oder kleinere Unternehmen in den sozialen Netzwerken erleben?

 

Aktuell ist es etwas ruhiger, was die großen Krisen angeht. Ich habe aber zum Beispiel mal eine Malerin unterstützt, die aufgrund ihrer gegenstandslosen Kunst häufiger Kommentare von pöbelnden Facebook-Nutzern beantworten musste. Sie wurde darin in ihrer Professionalität angegriffen. Irgendwann wurde ihre Facebook-Seite mit fiesen Kommentaren verschiedener Nutzer zugespammt. Wir haben in diesem Fall verschiedene Antworten ausgearbeitet, die wertschätzend, aber auch deutlich waren. Außerdem haben wir Regeln aufgestellt, die dabei unterstützten, herauszufinden, welche Kommentare beantwortet werden mussten und welche vielleicht auch einfach gelöscht werden konnten. Seither wächst die Facebook-Seite und es gibt kaum negative Kommentare mehr.

 

Was nehmen die Teilnehmenden aus Ihrem Workshop mit nach Hause?

 

Im Workshop schauen wir uns genau an, was eine Krise ausmacht und wie sie heutzutage dank des Internets verläuft. An verschiedenen Beispielen arbeiten wir unterschiedliche Strategien heraus, sodass wir am Ende nicht nur einen Leitfaden in der Krise mit Dos & Don'ts haben, sondern auch unterschiedliche Möglichkeiten zu reagieren. Im Planspiel wenden die Teilnehmer die unterschiedlichen Aspekte an und gewinnen damit Sicherheit im Umgang mit Krisen in den sozialen Netzwerken.

 

Was ist Ihnen bei der Vermittlung persönlicher Kompetenzen im Workshop besonders wichtig?

 

Das Thema Krise ist ja eher ein bedrückendes, deswegen ist es mir besonders wichtig, dass wir uns zwischendrin auch mal anschauen, wie man Krisen mit Humor begegnen kann. Dafür habe ich immer ein paar sehr lustige Praxisbeispiele dabei. Außerdem wechseln wir auch immer die Perspektive - wir versetzen uns also auch in die pöbelnden Menschen, um zu verstehen, was sie bewegt. Dazu machen wir Rollenspiele, in denen die Teilnehmenden erkennen können, wie Menschen reagieren, wenn sie vor dem Computer sitzen. Im abschließenden Planspiel lernen wir dann auch mit Hierarchien und unterschiedlichen Medien umzugehen und wenden die Theorie in der Praxis an. Dadurch entstehen noch einmal ganz neue und teilweise sehr kreative Ansätze zur Krisenbewältigung in den sozialen Netzwerken.

 

Wie ist Ihr Werdegang und warum haben Sie sich entschieden, Workshops anzubieten?

 

Ich komme aus der Medienbranche und habe lange im Marketing für Zeitschriften gearbeitet. Irgendwann wollte ich mehr mit den Kunden kommunizieren - das führte mich zu den sozialen Netzwerken. Unternehmen auf ihrem Weg in die digitale Kommunikation zu begleiten und ihnen die richtige Ausrüstung zur Verfügung zu stellen, faszinierte mich und so habe ich mich selbständig gemacht. In dieser Form berate ich Unternehmen, ihre sozialen Kanäle auszugestalten und aufzubauen. Für einige Unternehmen übernehme ich die gesamte Redaktion der Kanäle und fördere das Community Management. An der Zusammenarbeit mit jungen Künstlern fasziniert mich besonders die Leidenschaft und der Mut, auch neue Wege zu gehen. Da passen die sozialen Netzwerke sehr gut dazu - ich behaupte mal: Da findet sich für jede/n die richtige digitale Kommunikations-Strategie.

 

Haben Sie einen ultimativen Tipp für unsere Gründerinnen und Gründer?

 

Für mich in meiner Selbständigkeit ist es besonders wichtig, zu wissen, warum ich etwas mache. Meine Vision trägt mich durch schlechte Zeiten und lässt mich in guten fliegen. Trau dich, an deine Vision zu glauben - sie ist dein Treibstoff!

 

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