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Foto: Guillermo Gudiño

 

Im Interview mit Melanie Schlachter - Foto- und Soundkünstlerin

 

Liebe Frau Schlachter, Sie haben sich für 23 Workshops bei uns im CTC angemeldet und bereits mehrere davon besucht, woher kommt Ihr großes Engagement?

 

Ich bin der Meinung, wenn man plant zu gründen, dann soll man es auch richtig machen. Und wenn man hier die Möglichkeit bekommt, so vieles über das Gründungsvorhaben zu lernen, dann möchte ich dieses Angebot auch bestmöglich ausschöpfen. Zudem denke ich, dass alle Workshops sehr nützlich sind, wenn man unternehmerisch arbeiten möchte, weil man auf verschiedensten Ebenen neue Sachen lernt, so zum Beispiel Kommunikationsstrategien und Projektmanagement auf der einen Seite, aber auch Finanzplanung und rechtliche Grundlagen auf der anderen Seite.

Der Moment, das Angebot der Workshops jetzt wahrzunehmen, hat einfach gut gepasst. Ich fand die Kurse schon immer sehr interessant, hatte aber nie wirklich die Zeit sie zu besuchen, da ich vor zwei Jahren Mutter geworden bin. Und ich dachte, wenn ich jetzt schon eine konkrete Idee habe, dann kann ich auch direkt alle Workshops besuchen, um diese Idee dann auch möglichst bald zu verwirklichen.

 

Wie gefallen Ihnen unsere Workshops und wie helfen sie Ihnen weiter?

 

Die Workshops sind super und für mich persönlich sehr bereichernd, da sie eine gute Mischung aus Theorie und Praxis vermitteln. Mein persönlicher Favorit war der Workshop "Produkt verkauft - Seele behalten". Man hat der Dozentin angemerkt, wie viel Spaß sie am Vertrieb hat, das war sehr inspirierend und hat einen zugleich auch ermuntert, keine Angst davor zu haben und selber Spaß daran zu entwickeln. Zudem sehe ich auch viel Positives in der Möglichkeit des Netzwerkens, man tauscht sich regelmäßig mit anderen Gründungsinteressierten über Erfahrungen, Probleme und auch Lösungen aus, dadurch bekommt man viel neuen Input.

 

Was ist Ihr Vorhaben bzw. Ihre Gründungsidee?

 

Zusammen mit meinem Mann möchte ich einen (Online-)Shop eröffnen, in dem wir unsere Fotografien, überwiegend Landschaftsfotografien, verkaufen. Es geht aber nicht darum, Fotografien einfach nur ausgedruckt auf Papier und damit als Kunst für die Wand zu verkaufen, sondern diese auf alltägliche Gebrauchsgegenstände zu drucken, so zum Beispiel auf Taschen, Duschvorhänge und Kleidung. Die Idee ist, dass das jeweilige Objekt durch die Fotografie bereichert wird und zugleich die Fotografie durch das Objekt nutzbar gemacht wird.

 

Gibt es eine persönliche Geschichte hinter der Gründungsidee?

 

Indirekt schon. Ich bin Foto- und Soundkünstlerin und arbeite überwiegend mit Stimme. Diese Art von Kunst kann man nur schwer verkaufen. Meinem Mann, der auch Künstler ist, und mir gefällt nicht, wie der Kunstmarkt und dessen Strukturen funktionieren. Es wird zunehmend schwerer Galeristen, Kuratoren und Kunstsammlern auf Augenhöhe zu begegnen, da man sich immer ein bisschen anbiedern und permanent verkaufen muss. Damit geht auch ein enormer Zeitaufwand einher, sich an den Wochenenden auf Ausstellungseröffnungen zu bewegen und zu netzwerken. Als Single ist das sicher möglich, mit einer Familie aber nicht mehr ohne weiteres machbar. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, uns unabhängig zu machen und unser eigenes Unternehmen zu gründen.

 

Was bedeutet es für Sie selbständig zu sein?

 

Auf jeden Fall Flexibilität. Am Anfang ist es selbstverständlich, dass man sehr viel und rund um die Uhr arbeitet. Wenn sich das Unternehmen aber erstmal etabliert hat, werden wir sehr viel flexibler sein können, uns die Arbeitszeiten frei einteilen können und auch die Freiheit haben, reisen zu können, wann wir möchten, was auch notwendig ist, um wieder neue Fotografien herzustellen. Es ist auch reizvoll zu wissen, dass das Einkommen steigt, je besser wir unsere Arbeit machen.

 

Wo sehen sie Herausforderungen in der Selbständigkeit?

 

Eine Herausforderung sehe ich definitiv in der Selbstorganisation, dazu gehört für mich auch, sich selber Grenzen setzen zu können und zu merken, wann man zu viel macht. Eine weitere Herausforderung ist sicherlich die Ungewissheit, ob das Unternehmen erfolgreich wird. Mit der Gründung begibt man sich in ein finanzielles Risiko, zu lernen damit umzugehen, kann auch herausfordernd sein.

 

Welche Tipps können Sie anderen Gründungsinteressierten geben?

 

Auf jeden Fall die Kurse des CTC besuchen. Dann weiterhin eine Vision haben, sich genau vorstellen, was man machen möchte und da auch Lust drauf haben und sich für diesen Plan begeistern. Sich gut informieren und auch realistisch sein, wobei die Workshops sehr hilfreich sind.

 

Gibt es einen Plan B, falls das Unternehmen keinen Erfolg hat?

 

Ja, den gibt es. Wenn das Unternehmen keinen Erfolg haben sollte, werde ich Kunsthandwerk aus Mexiko importieren. Dabei interessiert mich vor allem, mit der indigenen Bevölkerung zusammenzuarbeiten und deren Kunsthandwerk zu fördern. Ich hoffe aber natürlich, dass Plan A aufgeht, da ich mich in diesem Fall selbst kreativ und künstlerisch verwirklichen kann.

 

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