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Gründer*innen im Portrait
 

Foto: Claudius Hausl

 

Game Over: Im Gespräch mit dem Künstler Claudius Hausl

 

Was ist Game Over Society?

 

Das Spiel Game over Society ist Grundlage einer Geschäftsidee, die ich mittlerweile in Untitled Games umbenannt habe. Es werden Spiele entwickelt, die die Möglichkeit bieten, viele hundert Menschen inhaltlich miteinander zu verknüpfen - analog, ohne Akku, ohne Daten.

Beispielweise das Spiel Game Over Society: Es ist ein analoges Netzwerkspiel mit über 4000 Mitspieler*innen. Das Spiel basiert auf einem Schmuckstück, mit dem das Spiel "Schere, Stein, Papier" gespielt werden kann. Es ist eins von vielen verschiedenen Spiel- und Workshopformaten, die ich während meines Kunst- und Lehramtstudiums entwickelt habe. Mein Anliegen ist es Spielkonzepte zu entwickeln, um neue Handlungsräume für all jene öffnen, die aktiv an ihrer direkten Umwelt teilhaben wollen.

 

Wie ist daraus eine Geschäftsidee entstanden?

 

Meine Spielkonzepte sind aus einer konsumkritischen Haltung heraus entstanden. Der unternehmerische Teil der Idee deckt nur einen kleinen Teil eines größeren Konzepts ab. Der Verkauf von Spielkonzepten und Spielitems finanziert u.a. die Wissensvermittlung zum Thema Spiel-Literacy und die Open-Source Entwicklung von spielerischen Methoden.

Gamifizierung liegt im digitalen Zeitalter im Trend. Es wird vornehmlich genutzt, um kollektives Handeln zu determinieren und kommerziell zu verwerten. Das Projekt Untitled Games stiftet stattdessen mit Mitteln des Spiels einen ergebnisoffenen inhaltlichen Diskurs auf Graswurzelebene an. Das Spannende dabei ist, die Idee eines Netzwerks in der analogen Kommunikation neu aufleben zu lassen, ohne dabei Digitalisierung zu verneinen. 

 

Du hast beim Gründungswettbewerb der UdK Berlin #deineidee den 3. Platz belegt. Wie ist der Wettbewerb für dich gelaufen?

 

Nach dem Wettbewerb sind einige unbekannte Menschen auf mich zu gekommen und haben mir das Feedback gegeben, dass sie meine Herangehensweise und Idee sehr wertschätzen. Ich habe auch direkt eine Anfrage für einen Auftrag bekommen. Es ging dabei um die Gamifizierung eines Treppenhauses in einem Bürogebäude. Auf eine solche Kundenanfrage bin ich im Vorfeld überhaupt nicht gekommen. Es war spannend zu sehen, welche Anknüpfungsmöglichkeiten die Menschen in dem Konzept sehen.

 

Welche Erfahrungen aus deiner bisherigen Gründerzeit sind für dich besonders wertvoll?

 

Für mich sind die Momente, in denen die Ideen das eigene Umfeld verlassen und trotzdem funktionieren, der Beweis, ob ein Projekt im unternehmerischen Kontext Sinn macht. Gleichzeitig könnte ich mir ein Projekt, das nicht in meinem Lebensumfeld verwurzelt ist, kaum vorstellen. Jede „Projektkrise“, die ich bisher durchgemacht habe, relativiert sich dadurch meist ziemlich schnell.

 

 

Claudius Hausl wird vom CTC durch das Coachingprogramm unterstützt.

 

Claudius Hausl ist außerdem Gewinner des Preises des Präsidenten der UdK Berlin 2019.

 

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