 Foto: Theresa Hügues
Newsletter der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten 04/2026
Liebe Leser*innen,
ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Sommersemester und wenn Sie diesen Newsletter außerhalb des UdK-Kontextes lesen, dann sind die ersten warmen Frühlingstage mein Wunsch an Sie.
Im vergangenen Sommer- und Wintersemester haben wir intensiv an wichtigen Förderanträgen gearbeitet. Umso mehr freuen wir uns jetzt, die positiven Ergebnisse dieser Arbeit – wie das Verbundprojekt equalACT – sichtbar zu machen und mit Ihnen zu teilen.
Ein zentrales Anliegen unserer Arbeit bleibt weiterhin der Austausch zu strukturellen Themen im Hochschulkontext. Gemeinsam mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Antje Kirschning, haben wir den Aktionstag „KUNST. MACHT. MENSCHLICHKEIT.“ (November 2025) in einem Podcast reflektiert. Im Fokus stand der Umgang mit Machtmissbrauch an Kunst- und Musikhochschulen. Ein Thema, das auch über den Aktionstag hinaus weitergedacht werden muss. Ergänzend dazu bietet sich die qualitative Analyse zum Thema an.
Auch der Gesundheitstag an der UdK Berlin im November 2025 hat wichtige Impulse gesetzt. Viele von Ihnen erinnern sich vielleicht an den Vortrag von Prof. Dr. med. Sylvia Mechsner zum Thema Endometriose. Ergänzt wurde dieses durch die eindrucksvollen Illustrationen der UdK-Alumna Theresa Hügues, die das Thema um Aspekte der Frauen*gesundheit künstlerisch erweitert hat. Wir freuen uns, dass daraus weitere kreativ gestaltete Informationsmaterialien entstanden sind unter anderem zu Menopause, Schwangerschaft und zyklusorientiertem Leben.
Passend dazu greifen wir in diesem Newsletter auch mehrere vertiefende Perspektiven auf: Wir stellen eine qualitative Analyse zu Machtmissbrauch im Lehrkontext vor. Ergänzend möchten wir auf einen aktuellen Beitrag des Deutschen Juristinnenbund e. V. aufmerksam machen, der sich mit sogenannten Deepfakes beschäftigt. In seiner jüngsten Stellungnahme wird deutlich, dass insbesondere nicht einvernehmliche, sexualisierte Deepfakes eine Form digitaler Gewalt darstellen, die Persönlichkeitsrechte massiv verletzt und überwiegend Frauen betrifft.
Das Gleichstellung ein fortlaufender Prozess ist, zeigte sich auch bei der Frauenvollversammlung am 8. März in der Zentralen Universitätsverwaltung zum Thema Equal Care. Die nebenberuflichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Jeanette Gogoll und Charlotte Paulus teilen in einem Beitrag ihre Eindrücke und machen deutlich, wie eng Sorgearbeit, Chancengleichheit und frühzeitige Kommunikation um das Thema Pflege miteinander verknüpft sind.
Nicht zuletzt bleibt auch die ökonomische Dimension von Gleichstellung relevant. Trotz politischer Fortschritte besteht weiterhin eine Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. In einem Interview erläutert Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok von der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin die Ursachen dieser Ungleichheit und zeigt auf, warum strukturelle Veränderungen nach wie vor notwendig sind.
Die Themen des April-Newsletters sind sehr unterschiedlich und machen eine große Themenfülle auf. Sie greifen aktuelle Debatten auf, zeigen unsere kontinuierliche Arbeit an mehr Sichtbarkeit, Fairness und Chancengleichheit im Hochschulkontext.
Wir freuen uns, wenn Sie reinschauen, darüber ins Gespräch kommen, teilnehmen, oder sich einfach inspirieren lassen.
Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre!
Ihre Vanessa Wozny
Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der UdK Berlin
P.S.: Wir freuen uns jetzt schon, Sie am 17.06. im Charlotte-Salomon-Saal zur Lesung von Dr. Marion Kraft einzuladen, die aus ihrem Roman „Weltenwechsel“ vorlesen wird.
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AKTUELLES
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 Foto: HfS Ernst Busch
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equalACT – Künstlerisch Forschen – make it feminist!
equalACT ist ein Verbundprojekt zwischen der HfS Ernst Busch und der Universität der Künste Berlin und fördert Frauen und TIN* Personen, die die Themen Gender, Diversität und Antidiskriminierung mit künstlerischer Forschung verknüpfen.
equalACT setzt sich aus Sessions und Labs zusammen. Ziel des Projektes ist es, hochschulübergreifende Strukturen zu schaffen, Akteur*innen sichtbar zu machen und zu vernetzen, interdisziplinäre Synergien zu generieren sowie innovative, gemeinsame künstlerisch forschende Projekte zu initiieren. Wir möchten die Expertisen und Initiativen der HfS und der UdK Berlin vernetzen und kollektive, kreative Labore schaffen.
Beim Kick-Off stellen wir das Projekt und seine Formate vor. Anschließend haben alle Teilnehmenden Gelegenheit, sich mit ihren Interessen vorzustellen und erste Kontakte zu knüpfen.
Studierende der UdK Berlin können sich für die Teilnahme an einer Lehrveranstaltung des equalACT-Labs ECTS anerkennen lassen.
Kick-Off-Veranstaltung zum Kennenlernen am 07.05.2026, 17–20 Uhr Ort: Spiel & Objekt Ladenlokal, Zinnowitzer Str. 7
Anmeldung über equalact@hfs-berlin.de Mehr Informationen finden Sie hier: equalACT – HfS Ernst Busch
Das gemeinsame Projekt wird vom Berliner Chancengleichheitsprogramm (BCP) gefördert.
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AKTUELLES
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 Foto: Professorinnenprogramm 2030
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Die UdK Berlin hat sich mit ihrem Gleichstellungskonzept für Parität für eine Antragsstellung im Professorinnenprogramm 2030 qualifiziert.
Damit kann die UdK Berlin Anträge für die Erstberufung von Wissenschaftlerinnen auf unbefristete Professuren einreichen und zusätzliche Mittel für Gleichstellung erhalten.
Das Professorinnenprogramm ist das zentrale Instrument des Bundes und der Länder, um die Gleichstellung von Frauen an Hochschulen zu fördern und verfolgt das Ziel, den Frauenanteil an Professuren in Richtung Parität zu steigern, die Karriere- und Personalentwicklung von Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur zu unterstützen, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen zu erhöhen und nachhaltig zu verbessern sowie den Kulturwandel hin zu gleichstellungsfördernden und geschlechtergerechten Strukturen innerhalb der Hochschule zu stärken.
Das Gleichstellungskonzept für Parität der UdK Berlin zielt darauf ab, mehr Professorinnen in die akademische Selbstverwaltung zu bringen, um die paritätische Besetzung der Gremien zu stärken. Ein weiterer Punkt ist die Förderung einer Kultur der Chancengleichheit. Das Konzept legt besonderen Wert auf wirksames Gendercontrolling und entwickelt gezielte Maßnahmen zur Förderung von Gleichstellung und Vielfalt in Berufungs- und Auswahlverfahren.
Informationen zum Professorinnenprogramm vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
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RÜCKBLICK
Workshop-Rückblick: Equal Care und die unsichtbare Verantwortungsübernahme
Anlässlich des Internationalen Frauentags am Sonntag, 8. März, fand am darauffolgenden Montag der Workshop „Equal Care und die unsichtbare Verantwortungsübernahme“ mit Prof.in Dr.in Stefanie Kämper (Hochschule Neubrandenburg), zu der alle Kolleg*innen aus der Verwaltung eingeladen waren, statt.
In ihrem Vortrag spannte sie den Bogen von care-ethischen Ansätzen über die oft unsichtbare Übernahme von Verantwortung für Sorgearbeit im Alltag durch Frauen bis hin zu aktuellen Befunden zu Mental Load, Gender Care Gap und Gender Pay Gap sowie den Rechten pflegender Angehöriger.
An Thementischen wurde anschließend diskutiert, wie Care-Arbeit und Pflege im Alltag und Beruf sichtbarer und gerechter gestaltet werden können. Dabei wurde deutlich, wie präsent Sorgeverantwortung im Leben fast aller Mitarbeiter*innen ist, insbesondere die oft unsichtbaren und emotionalen Aufgaben wie Organisieren, Erinnern, Koordinieren und Mitdenken.
Zugleich zeigte sich, dass es nicht allein individueller Lösungen bedarf. Gewünscht wurden mehr Transparenz bei der Unterstützung, offenere Kommunikation in Teams sowie Rahmenbedingungen, die Flexibilität ermöglichen und Belastungen frühzeitig auffangen. Auch seitens der Arbeitgeberin, der UdK Berlin, wurden mehr Angebote und Beratung angeregt.
Hinweis für Beschäftigte mit Pflegeverantwortung: Wer Angehörige pflegt oder eine Pflegesituation absehen kann, sollte Beratungsangebote frühzeitig nutzen. Pflegeberatungen der Krankenkassen und kommunale Pflegestützpunkte unterstützen dabei, Fragen zu Pflegezeit und Entlastungsleistungen rechtzeitig zu klären. Und nicht zu vergessen der Anspruch von Beschäftigten in akuten Pflegesituationen 10 Kalendertage pro Jahr Freistellung in Anspruch nehmen zu dürfen.
Weitere Informationen „Pflege von Angehörigen“
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RÜCKBLICK
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Girls’ Day + Boys’ Day 2026
Seit 2010 findet einmal jährlich der Girls’ Day + Boys’ Day als bundesweiter Aktionstag zur beruflichen Orientierung statt. Er wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
An diesem Tag sollen Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren Berufe oder Studienfächer kennenlernen, in denen jeweils der Frauen- oder Männeranteil unter 40 Prozent liegt.
In diesem Jahr machte die UdK Berlin zum ersten Mal offiziell mit und hatte ein Angebot für Mädchen ab 12 Jahren rund um die Technik und Bauplanung im Konzertsaal geplant.
Mit den Jungs ab 12 Jahren erkundeten wir an dem Tag die Verwaltung, die Bibliothek und zum Schluss die Grundschule der Künste in der Bundesallee.
Rückblick zum Girls’Day + Boys’Day 2026
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 Foto: Felix Wolf  Foto: Sophia Ashraf
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PUBLIKATION
Policy Paper des Deutschen Juristinnenbunds zu Deepfakes
Mit seinem aktuellen Policy Paper macht der djb deutlich: Nicht einvernehmliche sexualisierende Deepfakes sind eine schwerwiegende Form digitaler geschlechtsspezifischer Gewalt, die im deutschen und europäischen Recht bislang nicht ausreichend adressiert wird. Der djb legt deshalb Vorschläge für notwendige Änderungen im materiellen und prozessualen Recht vor. Betroffene müssen wirksam geschützt und digitale Räume rechtsstaatlich gesichert werden.
Link zum Policy Paper
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PUBLIKATION
‘Abuse of Power Comes as no Surprise’? Sensemaking Around Power‐Abusive Behaviour in Creative Higher Education—A Qualitative Analysis.
Die Wissenschaftler*innen Marina Fischer, Susanne Veit, Pichit Buspavanich, Gertraud Stadler haben eine sehr lesenswerte und erkenntnisreiche Studie im European Journal of Education, 61(2) veröffentlicht. Die Studie untersucht, basierend auf 16 Tiefeninterviews, wie Machtmissbrauch von Stakeholdern in der kreativen Hochschulbildung in Deutschland und Österreich von Studierenden, Gleichstellungsbeauftragten, Dozent*innen wahrgenommen wird. Durch reflexive thematische Analyse im Rahmen eines kritisch-realistischen Ansatzes werden drei zentrale Themen identifiziert: „Ambivalente Machtposition der Dozierenden“, „Strukturen, die Machtmissbrauch ermöglichen“ und „Selbstbestätigende Branchen-Narrative“. Die Erkenntnisse werden in ein Modell übertragen, um systemische Abhängigkeiten sichtbar zu machen. Die Ergebnisse zeigen, wie Machtmissbrauch inklusive und gerechte Lernumgebungen untergräbt. Weiter werden zentrale Befunde und Handlungsempfehlungen formuliert.
Der Artikel ist via Open Access zugänglich.
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AKTUELLES
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 Foto: Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
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Was zum Hören
Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin (HfM) und der Universität der Künste Berlin (UdK) haben zum ersten bundesweiten Aktionstag gegen Machtmissbrauch an Musikhochschulen gemeinsam ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. Antje Kirschning und Vanessa Wozny reflektieren im Gespräch mit Daniel Scheer, der den Tag unter dem Motto „KUNST. MACHT. MENSCHLICHKEIT.“ am 27. November 2025 als Veranstaltungstechniker der HfM begleitete, Planung, Atmosphäre und Ergebnisse. Im Podcast sprechen sie über Herausforderungen und Perspektiven im Umgang mit Macht und Verantwortung an künstlerischen Hochschulen.
Link zum EislerPodcast
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ANKÜNDIGUNG
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 Foto: Theresa Hügues
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Termine und Interessantes rund um das Thema Wechseljahre
Im Rahmen des Gesundheitstages 2025 begann die Zusammenarbeit mit der UdK-Alumna Theresa Hügues, die zur Entstehung von vier Faltblättern führte und illustrativ in die Themen Endometriose, Menopause, Zyklus und Schwangerschaft einführt. Ziel der Infoblätter ist es, einen niedrigschwelligen Zugang zu Themen zu schaffen, die oft noch mit Scham behaftet sind. Gleichzeitig soll ihre Sichtbarkeit erhöht und ihre Bedeutung als selbstverständlicher Teil des Alltags stärker in den Fokus gerückt werden.
Link zu den vier Faltblättern: Frauen*gesundheit – Universität der Künste Berlin
Aktuell noch im Kino der Film Mein neues altes Ich von Louise Unmack Kjeldsen, in dem sich die dänische Autorin auf den Weg zu Wissenschaftler*innen weltweit begibt, um den Stand der aktuellen Forschung rund um Wechseljahresbeschwerden zu verstehen und durch Interviews mit Frauen sichtbar zu machen. Ein weiteres Detail, um Aufmerksamkeit auf die gesundheitlichen Belange dieser zu legen.
Eine Veranstaltung ohne Termin sei der Hinweis für alle, die für 2026 noch keinen Bildungsurlaub eingereicht haben, sich aber gerne mal ein paar Tage mit sich und den Jahren des Wandels beschäftigen möchten. Angebote z.B. vom LEB Niedersachen, Sei dir wichtig oder der Bildungsstätte Klingberg.
Weiterführende Links:
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PUBLIKATION
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 Foto: Silver Press
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Bodies of Sound: Becoming a Feminist Ear
Klang ist nicht neutral. Während einige bei einem lauten Knall an Feuerwerk denken, ruft derselbe Klang bei anderen unangenehme Erinnerungen hervor.
Die 2025 erschienene englische Publikation „Bodies of Sound“ vereint in über dreißig Beiträgen unterschiedliche Wissensformen und betrachtet sie im Zusammenhang mit den Fragen unserer Zeit. Das Ergebnis ist eine Sammlung, die feministische Klangforschung mit radikalem Zuhören in Verbindung bringt. Wie kann Klang unsere Sichtweise im Kontext von Gender, Disability Justice und anderen emanzipatorischen Bewegungen beeinflussen? Und wie ist der scheinbar passive Akt des Zuhörens ein ermächtigendes Werkzeug in einer immer komplexer werdenden Welt? Musiker*innen, Dichter*innen, Künstler*innen und Autor*innen – darunter Svetlana Alexievich, Sara Ahmed, Karen Barad & Black Quantum Futurism, Johanna Hedva, Pauline Oliveros und Don Mee Choi, geben Einblicke in ihre Praxis und Überlegungen, die zwar keine endgültige Antwort geben, aber neue Ideen anregen können.
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AKTUELLES
Warum die Lohnlücke bleibt – Interview mit Prof. Yollu-Tok
Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin forscht zu Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gleichstellungspolitik. Im Interview erklärt sie, weshalb die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern trotz jahrzehntelanger Gleichstellungspolitik und Fortschritt noch immer besteht.
Link zum Interview
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