Netzwerke, Kooperationen und Förderungen

Ein nachhaltiger Betroffenenschutz und eine wirkungsvolle Prävention von Antisemitismus erfordern eine enge Vernetzung und Zusammenarbeit mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteuren. Die Universität der Künste Berlin setzt dabei auf strategische Partnerschaften und Kooperationen, um gemeinsam gegen Antisemitismus vorzugehen und langfristig wirksame präventive Maßnahmen zu etablieren. Dies umfasst auch die aktive Einbindung zivilgesellschaftlicher Initiativen, die Information über Beteiligungs- und Fördermöglichkeiten sowie die Unterstützung gemeinsamer Veranstaltungs- und Bildungsformate.

Förderungen

Amadeu Antonio Stiftung

Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus

Die Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus zählen zu den größten zivilgesellschaftlichen Initiativen gegen Antisemitismus in Deutschland. Sie finden jährlich bundesweit von Anfang Oktober bis in den November hinein statt und vernetzen zahlreiche Organisationen, Initiativen und Akteur*innen.

Die 23. Ausgabe wird vom 6. Oktober bis 9. November 2026 durchgeführt. Das Schwerpunktthema lautet Antisemitismus an Hochschulen. In diesem Kontext werden insbesondere studentische Initiativen und antisemitismuskritische Hochschulveranstaltungen gefördert.

Zivilgesellschaftliche Initiativen, Organisationen und Einzelakteur*innen können sich mit eigenen Veranstaltungen an den Aktionswochen beteiligen. Für Kooperationen stehen finanzielle Mittel von bis zu 1.500 Euro pro Initiative zur Verfügung. Gefördert werden insbesondere Honorar- und Sachkosten (z. B. Raummieten). Auch Veranstaltungen ohne Förderbedarf können Teil der Aktionswochen sein.

Das Antragsformular kann ab sofort eingereicht werden. Es ist elektronisch auszufüllen und an aktionswochen_ @amadeu-antonio-stiftung.de zu senden. Bewerbungsschluss ist der 1. Juli 2026, eine Rückmeldung erfolgt bis spätestens 1. August 2026.

Die Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus sind ein gemeinsames Projekt der Amadeu Antonio Stiftung und des Anne Frank Zentrums. Sie vernetzen lokale Initiativen mit jüdischen Gemeinden und bundesweiten Organisationen, stärken die Aufklärungsarbeit und setzen durch Veranstaltungen, Kampagnen und Publikationen bundesweite Impulse.

Weitere Informationen sowie Einblicke in das Projekt finden sich auf der Projektseite. Bei Fragen stehen die Veranstalter*innen per E-Mail unter aktionswochen_ @amadeu-antonio-stiftung.de oder telefonisch unter +49 151 42043678 zur Verfügung.

Informiere dich über die Möglichkeiten dich gegen Antisemitismus zu engagieren in unserem Faltblatt „Wie du dich gegen Antisemitismus engagieren kannst“.

Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Organisationen

Die UdK Berlin arbeitet eng mit verschiedenen Organisationen zusammen, die sich der Antisemitismusprävention und der Unterstützung von Betroffenen widmen. Darunter sind Organisationen und Beratungsstellen wie OFEK e.V. und das Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung und Forschung, die Expertise und Erfahrungswissen in die Arbeit einbringen, sowie Antidiskriminierungsstellen wie des Ansprechpartners des Landes Berlin zu Antisemitismus, die uns dabei unterstützen, gezielte Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. In diesem Zusammenhang kooperieren wir auch mit dem Mideast Freedom Forum Berlin sowie der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Durch diese Zusammenarbeit können wir von einem breiten Netzwerk profitieren und gemeinsam größere Wirkung entfalten.

Ein weiterer wichtiger Partner ist die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin). Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin wurde 2015 als bundesweit erste zivilgesellschaftliche Anlaufstelle für Betroffene und Zeug*innen von antisemitischen Vorfällen ins Leben gerufen. Seitdem hat RIAS Berlin mit jüdischen und nichtjüdischen Organisationen ein berlinweites Meldenetzwerk für antisemitische Vorfälle aufgebaut. Antisemitische Vorfälle können RIAS Berlin unter https://report-antisemitism.de/ gemeldet werden.  RIAS Berlin ist parteilich und orientiert sich an den Bedürfnissen und Wahrnehmungen der Betroffenen, ihrer Angehörigen oder der Zeug*innen eines Vorfalls. Für eine Meldung bei RIAS Berlin braucht es nur eine E-Mail-Adresse. RIAS Berlin erfasst auch Vorfälle, die nicht angezeigt wurden oder keinen Straftatbestand erfüllen. Zentrales Prinzip der Arbeit von RIAS Berlin ist der Vertrauensschutz: Die Betroffenen entscheiden, wie mit ihrer Meldung umgegangen werden soll.
Bei Bedarf vermittelt RIAS Berlin kompetente psychosoziale, juristische, Antidiskriminierungs-, Opfer- oder Prozessberatung. Zudem besteht die Möglichkeit, die Adresse von RIAS Berlin im Rahmen des sogenannten „Kleinen Opfer- und Zeugenschutzes“ anzugeben, damit bei einer Anzeigenstellung persönliche Daten geschützt bleiben. RIAS Berlin veröffentlicht nach Zustimmung bzw. auf Wunsch der meldenden Person(en) Vorfälle anonymisiert im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit und macht auf diese Weise die Perspektiven von Betroffenen sichtbar. Die erhobenen Daten und Analysen veröffentlicht RIAS Berlin jährlich in dem Bericht „Antisemitische Vorfälle in Berlin“ und erstellt so das umfassendste Lagebild über den Antisemitismus in Berlin.

 

 

Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen

Neben unseren internen Programmen werden wir mit anderen Hochschulen und Bildungseinrichtungen kooperieren, um den Austausch über Best Practices zu fördern und innovative Ansätze zu entwickeln. Diese Zusammenarbeit ermöglicht uns, neue Perspektiven und Ideen in unsere Projekte einfließen zu lassen und gemeinsam an einer Gesellschaft zu arbeiten, die freier von Antisemitismus und Diskriminierung ist. 

Unterstützung durch lokale Behörden

Die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden wie u.a. der Landesantidiskriminierungsgesetz-Ombudsstelle sowie mit dem Ansprechpartner des Landes Berlin zu Antisemitismus spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen an der UdK Berlin. Diese Partnerschaften helfen uns, rechtliche Rahmenbedingungen zu nutzen und Präventionsstrategien besser zu integrieren.

Forschungsnetzwerke und wissenschaftlicher Austausch

Unsere zukünftigen Kooperationen mit nationalen und internationalen Forschungsinstituten ermöglichen es uns, wissenschaftliche Erkenntnisse über Antisemitismus zu integrieren. Der Austausch von Forschungsergebnissen trägt dazu bei, die historischen und aktuellen Formen von Antisemitismus besser zu verstehen und gezielt darauf zu reagieren. Hier finden Sie u.a. aktuelle Studien.