Kurt von Bley
Lost & Found, 2026
Die Arbeit Lost & Found basiert auf einem originalen Plakat der Berliner Imagekampagne mit dem Slogan „Wo sich verlieren und sich finden ein und dieselbe Sache sind“. Das Plakat dient als Träger für eine reliefartige Assemblage aus Tabletten unterschiedlicher Größe, Form und Farbe. Diese sind teils geordnet, teils unregelmäßig auf der Plakatfläche und im Schriftzug angeordnet und erzeugen ein Spannungsfeld zwischen Struktur und Kontrollverlust. Die Verbindung von Werbesprache und medizinischer Symbolik thematisiert das 'Sich-Verlieren' und 'Sich-Finden' als parallele Zustände. Zugleich verweist die Arbeit auf die kulturelle Selbstinszenierung Berlins, in der das Motiv des Verlierens eng mit Clubkultur und ökonomischen Interessen verbunden ist. Medikamente erscheinen dabei ambivalent als Zeichen von Heilung, Abhängigkeit und Regulierung.
Biografie
Der in Polen geborene Multimediakünstler Kurt von Bley untersucht in seiner skulpturalen und installativen Praxis Fragen von Identität und Erinnerung. Seine Arbeiten verweisen auf religiöse Bildwelten, totalitäre Vergangenheiten sowie biografische Erfahrungen von Trauma und Ausgrenzung. Durch die Transformation und Verfremdung alltäglicher Objekte mit historischen und autobiografischen Bezügen destabilisiert er etablierte Narrative. In Werkgruppen zur medizinischen Ästhetik werden Tabletten aus ihrem funktionalen Zusammenhang gelöst und als ambivalente Träger gesellschaftlicher, therapeutischer und ökonomischer Bedeutungen erfahrbar.