Marietta Krampitz, Julia Linden und Roxana Öztoprak
Gehen und Stehen, 2025/26
Die UdK Berlin ist über zahlreiche Standorte im gesamten Stadtgebiet verteilt. Für viele Studierende besteht ihr Studienalltag im ständigen Wechsel zwischen diesen Orten – verbunden durch Straßen, Wege und den öffentlichen Nahverkehr. Genau diese Übergänge möchten wir in unserer Arbeit sichtbar und hörbar machen.
Das Projekt untersucht Berlin als weiteren Standort der UdK – einen Lernraum, der sich nicht in den Unterrichtsräumen, sondern auf den Wegen dazwischen erschließt. Die Stadt prägt, bildet, beeinflusst und begleitet uns täglich. Die alltäglichen Zwischenräume sind Orte des Lernens, der Wahrnehmung, der Bewegung und der Begegnung. Unser Ziel ist es, diese unscheinbaren, aber prägenden Lernräume audiovisuell erfahrbar zu machen.
Biografien
Marietta Krampitz arbeitet hauptsächlich im Bereich der Malerei, der sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit aufgenommenen Reizen und der Umwelt auszeichnet. Zusätzlich zur Malerei setzt sie sich seit Beginn ihres Studiums mit unterschiedlichen Drucktechniken auseinander. In ihrem künstlerischen Prozess erforscht sie mithilfe von Skizzen, Fotografien und Druckverfahren ihre Umwelt in jeglicher Beschaffenheit. Oberflächen, Strukturen und Ausprägungen unterschiedlichster Gegenstände werden analysiert und abstrahiert sowie emotionale Reaktionen zu Papier gebracht. Dabei entsteht ein Dialog zwischen dem Subjekt und der Umwelt. Ziel ist eine Sensibilisierung der Sinneseindrücke, in dem es um einen konstanten Austausch zwischen den eigenen Eindrücken und den äußeren Einflüssen geht.
Julia Linden ist Fotografin und seit 2021 Studentin an der Universität der Künste Berlin in der Fachklasse Kempkes und zuvor Cumins. Ihre fotografischen Arbeiten bewegen sich zwischen digitaler Präzision und analogem Experiment. Im Zentrum ihrer Arbeit steht der menschliche Körper – nicht nur als Objekt, sondern auch als Ausdruck, als Fragestellung oder im besten Fall als Subjekt. Jede Fotografie ist ein Dialog zwischen Sichtbarkeit und Intimität.Ebenso arbeiter Julia seit einiger Zeit mit dem Medium „Bewegtes Bild“. Diese sind weniger Körperbezogen, dennoch genauso intim.
Roxana Öztoprak arbeitet an der Schnittstelle von Zeichnung und textilen Prozessen. Ihre Praxis beginnt oft bei Materialien aus ihrem direkten Umfeld – Wolle, Haushaltswäsche, Alltagsgegenstände –, die als Trägerinnen weiblich codierter Arbeit und kultureller Erinnerung neu kontextualisiert werden. Aufgewachsen zwischen verschiedenen Kulturen, reflektiert sie in ihren Arbeiten Fragen von Sichtbarkeit, Übersetzung und Zugehörigkeit. Ihr visuelles Repertoire ist von Teppichen, Stoffen und Ornamenten geprägt, die sie bewusst zeitgenössisch übersetzt. Durch Reduktion, begrenzte Farbpaletten und präzise Kompositionen eröffnet sie Räume für narrative und materielle Erkundungen.