Juyeong Park, Hibiki Ishijima, Ran Ren und Elisabeth Scholz
Out of Bounds, Out of Gaze, 2025-26
Das Projekt Out of Bounds, Out of Gaze zielt darauf ab, das Konzept von „Territorium“ von den großmaßstäblichen Strukturen – Nationen, Institutionen, politischen Apparaten –, die traditionell Eigentumsansprüche darauf erheben, zu lösen und Territorialität auf die Ebene des individuellen Körpers zurückzuführen. Dies geschieht durch eine Neuinterpretation der Unterscheidung zwischen Karte und Territorium, der Hacker-Theorie und von Simulakren. Das Projekt schlägt vor, dass jede Person ihre eigene Welt durch den eigenen organischen Körper generieren kann.
Es handelt sich um eine choreografierte Version von Spielen wie „Verstecken“ und „Fangen“. Dieses Spiel ist nicht nur eine performative Geste – es verkörpert die Spannung zwischen dem Gemappt-Werden und dem Selbst-Kartieren, zwischen dem auferlegten Blick und selbstbestimmtem Raumerschaffen. Der*die kamera-tragende Performer*in wird zum Instrument der Kartographie: ein mobiler Agent der Überwachung, Erfassung und Definition. Der*die entziehende Performer*in wird zu einem lebenden Territorium, das durch Bewegung, Verbergen, Wiederauftauchen und Widerstand ständig seine Grenzen neu verhandelt.
Biografien
Juyeong Park ist interdisziplinäre Künstlerin mit Sitz in Berlin und Seoul. Sie ist seit 2019 Mitglied des Kollektivs Lost Air. Lost Air wurde als Finalist für das Hashtag Project 2025 ausgewählt, das vom Hyundai Art Lab und dem Museum of Modern and Contemporary Art Korea gefördert und organisiert wurde. Parks Interesse gilt Themen wie intersektionalen Identitäten, Migration und gesellschaftlichem Druck innerhalb zeitgenössischer hegemonialer Machtstrukturen. Ihre Praxis verbindet persönliche und zugleich poetische Erzählungen mit unterschiedlichen Medien wie bewegten Bildern, Skulptur, Performance und Installation.
Hibiki Ishijima ist japanische Multimedia-Künstlerin mit Sitz in Berlin und Tokio. Ihre Forschung und künstlerische Praxis erforschen die Beziehung zwischen Kunst und Gesellschaft durch Interaktivität sowie die Art und Weise, wie Medien individuelle Wahrnehmung und Emotion formen. Sie arbeitet in den Bereichen Installation, interaktive Kunst, Film, kinetische Kunst und Internetkunst und schafft sensorische Erfahrungen, die Betrachter:innen dazu einladen, soziale und persönliche Realitäten vorzustellen, die häufig unsichtbar bleiben. Sie hat einen B.F.A. und M.F.A. in New Media Art von der Tama Art University sowie einen M.A. in Visual Communication von der Universität der Künste Berlin.
Ran Ren ist bildende Künstlerin und Filmemacherin aus China, derzeit mit Sitz in Berlin, Deutschland. Ihre Praxis umfasst experimentellen Film, audiovisuelle Installationen und multimediale Performance. Sie schafft Bilder, Videos und Filme auf transformative Weise: ausgehend von traditioneller Fotografie und Filmproduktion hinterfragt ihre Arbeit die „Authentizität“ des Bildes auf mehreren Ebenen und löst das autonome Blickfeld auf der Bewusstseinsebene auf. Derzeit entwickelt sie eine bildbasierte Praxis, die sich auf die Räumlichkeit von Klang konzentriert. Ihre Arbeiten wurden unter anderem bei der Berlin Art Week 2025, dem 48 Hours Neukölln Festival 2024 gezeigt und im UdK Journal 2023 vorgestellt.
Elisabeth Scholz schloss 2021 ihr Bachelorstudium in Medieninformatik an der Bauhaus-Universität Weimar ab. Seit April 2023 studiert sie Arts and Media an der Universität der Künste Berlin. Sie arbeitete als studentische Hilfskraft am Projekt InKüLe, mit Schwerpunkt experimentelle Medientechnologie. Außerdem ist sie Mitglied des Kollektivs Latenter Raum, über das sie im Bereich Neue Medien auf Kunst- und Musikfestivals aktiv ist. Darüber hinaus arbeitet sie als Booker im Rahmen des Tarmac Festival. Ihre künstlerische Praxis umfasst Installationen und experimentelle Videowerke.