Sara Assadi

Berlin, ein visuelles Memoir, 2026

„Berlin, ein visuelles Memoir“ ist ein künstlerisches Projekt, das die Praxis des Tagebuchführens in eine visuelle Form überträgt. In Form eines gezeichneten Memoirs werden die zwölf Berliner Bezirke porträtiert. Jede Seite widmet sich einem Bezirk und zeigt drei (formatbedingt) zeichnerische Aufnahmen von bekannten Sehenswürdigkeiten über historische Stadtteile bis zu architektonischen Details und atmosphärischen Eindrücken.

Das Projekt verbindet Illustration, Stadtbeobachtung und Buchkunst zu einem vielschichtigen visuellen Tagebuch. Die Kombination kleiner Zeichnungen pro Seite verleiht dem Projekt den Charakter einer seriellen, fragmentarischen Erinnerungssammlung. Mithilfe einer spezifischen Falttechnik entsteht eine räumliche Dimension, die dem Kunstbuch beim Aufklappen einen einen skulpturalen Charakter verleiht.

Biografie

Sara Assadi, Lehrbeauftragte an der Fakultät Bildende Kunst

Sara Assadi ist in Teheran geboren und dort aufgewachsen. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Berlin. Nach ihrem ersten Masterabschluss arbeitete sie fünf Jahre als Beraterin. 2017 erfolgte eine bewusste Neuorientierung hin zur künstlerischen Praxis. 2024 schloss sie ihr Studium mit dem Meisterschüler:innenabschluss ab. Seitdem arbeitet sie in ihrem Atelier in Berlin-Wilmersdorf. In ihrer künstlerischen Praxis entsteht das Bild nicht als Abbild, sondern als Ereignis. Zeichnung und Malerei verdichten Beziehung, Zeit und Wahrnehmung. Sichtbarkeit entfaltet sich im Zusammenspiel von Präsenz und Entzug, von Fragment und Leerstelle. Das Gezeigte trägt stets das Nicht-Gezeigte in sich. Was erscheint, ist auf Essenz reduziert und resultiert aus Handlung und Interaktion — als Spur eines gemeinsamen Erfahrungsraums, der sich im Moment konstituiert und im Bild sedimentiert.

www.sara-assadi.com