crescendo26: GegenTöne
Auf[er]stehen! Abschlusskonzert Dirigieren mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt – crescendo
Drei Dirigierstudierende der UdK Berlin werden an diesem Abend ihr Abschlusskonzert leiten – ihrem Taktstock folgt das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt.
Gustav Mahler: Totenfeier – Symphonische Dichtung (1888) für Orchester
Elsa Barraine: Symphonie Nr. 2 | Samuel Barber: Adagio für Streicher
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt / Konstantinos Angelidis, Judith Baubérot, Kentaro Machida, Leitung
Mit dem Aufbegehren gegen festgefahrene Strukturen und Regime kennt sich die mit dem Prix de Rome ausgezeichnete französische Komponistin Elsa Barraine aus. Ihre 2. Sinfonie, 1938 komponiert, vermittelt eindringlich das Gefühl eines bevorstehenden Krieges, in dem Barraine selbst als Künstlerin, Kommunistin und Jüdin zur Zielscheibe werden würde. 1941 ist sie Mitbegründerin des Front National des Musiciens, der Widerstandsbewegung französischer Musikschaffender, und bleibt bis zu ihrem Tod 1999 politisch aktiv: im besten Sinne einer GegenTöne-Geberin.
Ein Kontrapunkt ist eine kontrastierende Gegenstimme zu einer Melodie. Dieser vor allem im Barock häufig verwendeten Technik bedient sich im 19. Jahrhundert Johannes Brahms allzu gerne und überträgt sie ins große Sinfonieorchester: Ein rein musikalischer GegenTon!
Gustav Mahler selbst formulierte Gedanken zur Symphonischen Dichtung Totenfeier, die uns anschaulich in eine tragische Gegenwelt entführen: „Am Grabe eines geliebten Menschen. Sein Kampf, sein Leiden und Wollen zieht am geistigen Auge vorüber. Fragen drängen sich auf: Was bedeutet der Tod – gibt es Fortdauer?” Gibt es ein Auferstehen nach dem Tod? Diese Empfindungen des „Hier“ und des „Drüben“ in Musik zu kleiden, ist dem Komponisten in seiner unmittelbaren Musiksprache äußerst eindrücklich gelungen.
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Info
crescendo – Künstlerisches Betriebsbüro der Fakultät Musik
crescendo@udk-berlin.de
