crescendo26: GegenTöne
Austellung: Nikolaus und Alice Harnoncourt: Musik ist eine Sprache – crescendo
Während des gesamten Festivals im Foyer des Konzertsaals der UdK Berlin.
Von klein auf nahm ich immer die Gegenposition ein. Ich bin keiner, der zustimmt. Das kann ich erst dann, wenn ich auch die Gegenposition bedacht habe. Ich habe auch selbst gern Widerspruch – ich brauche jemanden, der meine Gedanken in Frage stellt. Wenn ich keinen Partner habe, gibt es notfalls auch eine heftige Diskussion mit mir selbst. (Nikolaus Harnoncourt)
In der Spichernstraße in Berlin-Charlottenburg, nicht weit entfernt von unserer Hochschule, verbrachte Nikolaus Harnoncourt (1929–2016) die ersten zwei Jahre seines Lebens, bevor seine Familie aufgrund der Wirtschaftskrise nach Graz zog. Als Pionier auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis und der Alten Musik revolutionierte er die Musikwelt, denn was heute selbstverständlich bei einer historisch informierten Darbietung erscheint, war es seinerzeit noch nicht. Harnoncourt stellte sich mit seinen musikalischen Ideen gegen die damalige Praxis und brachte einen Fortschritt im vermeintlichen „Rückschritt“ oder „Rückblick“.
Die vom Nikolaus Harnoncourt Zentrum der Anton Bruckner Privatuniversität Linz zur Verfügung gestellte Ausstellung gibt Einblicke in Nikolaus und Alice Harnoncourts Archiv, ihre Sammlung, ihr Lebenswerk. Thematische Schwerpunkte laden zum Nachdenken ein: Der Beginn des Concentus Musicus und die erste Radikalität des Originalklangs sind ebenso zu erleben wie die vielfältige Rolle Alice Harnoncourts, Nikolaus‘ Arbeitsweise und unterschiedliche Interpretationen der Matthäus-Passion über die Jahrzehnte. Der Dokumentarfilm Eine Reise
ins Ich und die Leseecke runden den Besuch ab.
Info
crescendo – Künstlerisches Betriebsbüro der Fakultät Musik
crescendo@udk-berlin.de
