Okhiogbe Omonhinmin

ARCHIVING THE MO(VE)MENT: Documenting the Black and African Experience in Knowledge Decolonisation

Archiving The Mo(Ve)Ment ist ein audiovisuelles Projekt, das darauf abzielt, die Erfahrungen von Schwarzen Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft zu untersuchen und zu dokumentieren, die im Bereich der Wissensdekolonisierung und der Rückgewinnung & Zentrierung von Narrativen arbeiten. Dabei verfolgen wir das Ziel, gesellschaftliche Querschnitte sichtbar zu machen; indem wir die Produktion von Wissen selbst in die Hand nehmen, um postkolonialen Strukturen und Mentalitäten entgegenzuwirken.
Who knows what? Who doesn’t? And why? This exercise allows us to visualise and understand how concepts of knowledge, scholarships and science are intrinsically linked to power and racial authority. What knowledge is being acknowledged as such? And what knowledge is not? What knowledge has been made part of academia agendas? And what knowledge has not? Whose knowledge is this? Who is acknowledged to have knowledge? And who is not? Who can teach knowledge? And who cannot? Who is at the center? And who remains outside, at the margins? (...)
These questions are important to ask because the center, which I refer to here as academia center, is not a neutral location. It is a white space where Black people have been denied the privilege to speak. Historically, it is a space where we have been voiceless and where white scholars have developed theoretical discourses that formally constructed us as the interior ‘Other,’ placing Africans in absolute subordination to the white subject. (Grada Kilomba: Plantation Memories: 25, 26, 2019)
ARCHIVING THE MO(VE)MENT: Die Dokumentation der Schwarzen und afrikanischen Erfahrung in der Wissensdekolonisation ist eine kritische Intervention und zielt darauf ab, die Beteiligung an der Wissenschaft zurückzuerobern und zu erhöhen, indem neu positioniert wird, was es bedeutet, ein Wissensproduzent auf traditionelle und nicht-traditionelle Weise zu sein. Die oben erwähnte Intervention wirft einen genaueren Blick auf jene Individuen oder Gruppen, die auf ihre eigene Art und Weise ihr Zentrum als Wissensproduzenten bewahren, umgestalten, zurückgeben, verlernen, neu positionieren.

Okhiogbe Omonblanks Omonhinmin wurde 1985 in Benin City, Nigeria, geboren. Er ist ein interdisziplinärer Produzent oder (wie der Künstler J Morgan Puett beschreibt) ein Botschafter der Verstrickung, der - wie (Bruce Lee sagen würde) - wie Wasser ist. Er nimmt die Form, Gestalt oder Position an, die nötig ist, um Projekte in den Bereichen Dokumentation, Archivierung, Festivalkuratierung und -produktion, kreative Regie, Film, Musik, installative Kunstpraktiken und mehr zu verwirklichen. Er arbeitet innerhalb von Überschneidungen und verwendet Werkzeuge wie forschungsbasierte Methoden des mündlichen Geschichtenerzählens, biografische Konversation und Dokumentation. Er glaubt, dass der Körper ein Gedächtnissammler ist und dass alles, was wir tun, ein Eigenleben führt. Dies zeigt sich in seiner Beziehung zu Menschen, Geschichten, Räumen, Gewürzen und dem Kochen. Das Teilen von gesammelten Erinnerungen und das Essen sind daher wichtige Bestandteile seiner Praxis, und seine Arbeit hat immer Elemente des sozialen Engagements. Omonblanks vertritt die Ansicht, dass Praktiker, insbesondere solche mit Schwarzem und afrikanischem Erbe, den gleichen Raum und die gleiche Wertschätzung erhalten sollten wie ihre akademischen Kollegen, denn nur durch die Praxis können wir Theorien testen. Er gründete "The Art Concept", eine auf Dokumentation und Archivierung ausgerichtete Plattform, die sich für afrikanische und schwarze Gesellschaften aus der Perspektive des Einzelnen, der Gemeinschaft, der Stadt, des Landes und des Kontinents interessiert, um sich die Macht zurückzuholen, unser Zentrum zu bestimmen und unsere Geschichten zu erzählen. Als Ajala-Reisender lebt Omonblanks zwischen Accra, London, bald Berlin und besucht häufig Lagos/ Benin City. Bislang hat er Essen & Gespräche geteilt, Erlebnisveranstaltungen kuratiert, Vorträge gehalten und an Projekten gearbeitet, darunter: Kampnagel, Hamburg (2020); The Art Concept, Accra (2017- bis heute), Asa Baako One-Dance (2018- aktuell) FOKN Bois (2015-2019) VILLY & The Xtreme Volumes (2008-2019) M.Bassy, Hamburg (2020) ACUD (2020). Omonblanks hat das Künstlerische Forschungsstipendium 2021 der Universität der Künste in Berlin erhalten (Oktober 2021-2023).