Nadine Schildhauer

Promotionsprojekt

Postkoloniale Tanzflächen. Weltartikulationen in dystopischen und utopischen Soundscapes transnationaler Musikkollektive (Arbeitstitel)

Im Fokus der Forschungsarbeit stehen transnational organisierte Musikkollektive, die außerhalb des gängigen Clubkanons Musik produzieren und sich durch eklektisch-experimentelle Sounds auszeichnen.

Das Projekt untersucht, welche Formen der ästhetischen Praxis neuere Kollektive entwickeln, die sich online zusammenfinden und über Ländergrenzen hinweg organisieren. Gefragt wird, welche Rolle das gemeinsame Musikmachen spielt? Alben und DJ-Sets wecken oft Assoziationen mit Science-Fiction-Soundtracks und artikulieren Vorstellungen von Welt in dys- und utopischen Soundscapes. Damit schließt das Projekt an die Popular Music Studies von u.a. Kodwo Eshun an, die Tracks von Künstler*innen untersuchen, die sich mit afrofuturistischen Konzepten auseinandersetzen.

Das Dissertationsprojekt untersucht, welche Ideologien die Kollektive vertreten, auf welche Diskurse sie sich beziehen und welchen Einfluss diese Diskurse auf die ästhetische Praxis haben.Zuletzt werden die Analysen der Kollektive und des Sounds zusammengeführt: Welche Weltvorstellungen von Dys- und Utopie artikulieren sie im Sound und in ihrer Organisation? Der Fokus liegt hierbei – statt lediglich auf den Lyrics und der geografischen, geschlechtlichen oder ethnischen Verortung der Künstler*innen – auf Form und Struktur der Tracks.

Vita

Nadine Schildhauer studierte Politikwissenschaft und Philosophie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der L’université Paris-Est Créteil Val de Marne. In ihrer Magisterarbeit befasste sie sich 2013 mit einer sozialwissenschaftlichen Filmanalyse über das ‚doing’ und ‚undoing’ von Gender anhand von TV-Serien. Seit 2010 arbeitet sie als freie Musikjournalistin u.a. für SPEXMissy MagazineKaput Magazin,Grooveund Juice. 2014 bis 2020 war sie als Event- und PR-Managerin sowie Texterin in verschiedenen Unternehmen tätig. 2018 wirkte sie im Programmkomitee der re:publicamit und war am Auswahlverfahren des Konferenztracks „Music & Sovereignty“ beteiligt. Als Mitglied des Programmteams arbeitet sie seit 2018 für DICE Conference + Festivalin Berlin. 

Forschungsinteressen: Popkultur, experimentelle Musik, Postcolonial Studies 

Publikationen

„[Lyra Pramuk:] Wir können die Zeit einfrieren“, in: Missy Magazine, 02/2020.

„[REWIND2019]: Simon Reynolds Conceptronica – Was der Polemik gelingt und wo sie scheitert“. in: Groove (online), 20. Dezember 2019.

„Lafawndah. Link ins nächste Leben“, in: Missy Magazine, 03/2019.

„Dave. Den Finger auf die Wunde“, in: Spex Nr. 384, 01/02 2019.

„Puce Mary und Yves Tumor. Nichts wie es scheint“, in: Spex Nr. 383, 11/12 2018.

„Ballroom braucht nicht den Mainstream. Der Mainstream braucht Ballroom“, in: Groove Nr. 174, 09/10 2018.

„Eartheater: Orale Phase“, in: Spex Nr. 381, 07/08 2018.

 

 

Referentin und Moderation

Moderation: re:publica2019: Session „Reality Check: Pop-Diskurs” am 06.05.2019

Podiumsreferentin: DICE Conference + Festival 2018: „Whose Side Are You On? The Media and Polarisation” am 01.11.2018