Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2019/20

Seminar: Überleben. Geschichten und Theorien aisthetischen Widerstands

Prof. Dr. Iris Därmann, Sebastian Köthe, M.A.

Termine:
Mittwochs, 14-16 Uhr
Raum 4.30
Georgenstr. 47

2 SWS
Teilnahmebedingung: Erstellung eines Sitzungsprotokolls, Mitwirkung in einer Expert*innengruppe zur Erarbeitung von Diskussionsfragen für eine Sitzung.

Überleben durchkreuzt den Gegensatz von Leben und Tod. Es kann bedeuten, fortfahren zu leben, selbst unter schwierigsten Bedingungen; es kann heißen, den Tod zu überleben, wie ein Kind den Tod seiner Eltern oder das Zeugnis seinen Zeugen überlebt. Der unbedingte Wille, Zeugnis abzulegen, kann zum treibenden Motiv des Überlebens werden, wie Primo Levi in seinem autobiographischen Bericht über Auschwitz-Monowitz III betont. In Extremsituationen der Verfolgung, der Internierung, der Folter und der destruktiven Zwangsarbeit kann Überleben selbst widerständig sein. Widerständiges Überleben kann einhergehen mit der Schaffung neuer Wahrnehmungs- und Schreibformen, mit aisthetischen Erfahrungen, ästhetischen Praktiken, zumal mit einer „bleibenden“ menschlichen Gemeinschaft. Mit Schwerpunkten auf die Shoah und das Gefangenenlager Guantánamo Bay sollen Zeugnisse und Erinnerungsliteratur Überlebender auf ihre politische und aisthetische Widerständigkeit hin untersucht (Ruth Klüger, Robert Antelme, Murat Kurnaz, Mohamedou Ould Slahi u.a.) und theoretisch reflektiert werden (Georges Didi-Huberman, Jacques Derrida, Joseph Pugliese).

Sommersemester 2019

Seminar: What You See Is What You Get?! Künstlerische Auseinandersetzungen mit Informationsgenerierung und -vermittlung von den 1960ern bis heute 

Dr. Renate Wöhrer, Irina Raskin

Termine:
Dienstags, 10 – 12 Uhr
Raum 004
Hardenbergstr. 33

2 SWS
Teilnehmer_innenanzahl: max. 30

Seit den 1960ern werden die sogenannten westlichen Industrienationen als „Informationsgesell­schaften“ beschrieben. Die Lehrveranstaltung geht der Frage nach, wie sich die zunehmende Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien auf künstlerische Praktiken auswirk(t)en bzw. auf welche Arten künstlerische Arbeiten sich mit Rolle, Strukturen und Bedeutungen von Informations- und Kommunikationstechnologien auseinandersetz(t)en. Anhand ausgewählter künstlerischer Beispiele wollen wir uns sowohl damit beschäftigen, wie Künstler_innen sich in ihren Praktiken auf Informationstheorien beziehen als auch damit, wie in künstlerischen Arbeiten Strukturen, Technologien und Praktiken der Informationsgenerierung und –vermittlung reflektiert, befragt oder auch entwickelt werden. Im Laufe des Seminars wollen wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen: 

Welche ästhetischen Verfahren und medialen Mittel werden von künstlerischen Praktiken ins Spiel gebracht, um erlebte Lebenswirklichkeiten oder konzeptionelle Ideen zu vermitteln? Wie wird dabei der Umgang mit materiellen, technologischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für das Erscheinen von Informationen reflektiert? Wie werden in künstlerischen Arbeiten sinnliches Erleben und Informationsgenerierung in Bezug gesetzt?

Durch den zeitlichen Bogen von den 1960er und -70er Jahren, in denen Künstler_innen verstärkt zeitgenössische Medientechnologien einsetzten, bis hin zum 21. Jahrhundert und den aktuellen Entwicklungen von „Big Data“ und „post-truth conditions“ wollen wir in den Blick nehmen, wie Information jeweils anders gedacht und stets neu verhandelt wird. Die wechselseitige Beziehung und historische Kontextualisierung von Kunst und Theorie wird dabei besonders im Fokus stehen. 

 

Sommersemester 2018

Seminar: Postkoloniale Theorie und zeitgenössisches Theater

Grit Köppen (Theater-, Kultur- und Afrikawissenschaften, Theatre Arts, postkoloniale Kunstgeschichte und Internationale Beziehungen)

Termine:
03.05.2018 von 16–18Uhr
25.05. 2018 von 10–14 Uhr 
08.06.2018 von 10–14 Uhr

Raum 201 (Theatersaal), Fakultät Darstellende Künste, Bundesallee 1–12, Berlin

Im Zentrum der postkolonialen Theorie steht die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und den gegenwärtig anhaltenden Auswirkungen des Kolonialismus, was sowohl das Fortbestehen von Dominanzverhältnissen zwischen dem „Westen und dem Rest der Welt" in verschiedenen Lebensbereichen kritisch in Frage stellt sowie emanzipatorische „counter-narrative" Ansätze verfolgt. Was bedeutet das für zeitgenössische Theaterproduktionen? Welche Artikulationen werden aus welchen Perspektiven vorgenommen? Und welche unterschiedlichen künstlerischen Strategien werden dabei verfolgt? 
In dem Seminar diskutieren wir Auszüge aus Grundlagentexten der postkolonialen Theorie, besuchen eine Aufführung in einem Berliner Theater und behandeln daran exemplarisch das Wechselverhältnis von zeitgenössischer Theaterpraxis und postkolonialtheoretischen Diskurssträngen. Die Lektüre der ausgewählten Texte, der Theaterbesuch und eine aktive Teilnahme an den Diskussionen sind Grundvoraussetzungen.  

Kontakt: 
g.koeppen_ @udk-berlin.de

Wintersemester 2017/18

Seminar: Dienstleistungskunst

Hanna Magauer M.A. (Kunstwissenschaft) und Ildikó Szántó M.A. (Kunstwissenschaft)

Mittwochs, zweiwöchentlich, am 25.10. / 8.11. / 22.11. / 6.12. / 20.12. / 10.1. / 24.1. / 7.2.

von 14:00 – 18:00 Uhr

Seminarraum 203, Einsteinufer 43-53, 10587 Berlin

Wem dient die Kunst, und wer dient ihr? Diese Frage stellt das Seminar anhand künstlerischer Praxis seit den 1980er-Jahren bis heute, wobei das Spektrum von der Mimikry von Unternehmensstrukturen über institutionskritische bis hin zu aktivistischen Ansätzen reicht. Während künstlerische Beschäftigungen mit der „Serviceökonomie“ in den 1980er Jahren vor allem die Corporate Identity als Neukonzeption des Künstlerkollektivs im Blick hatte, verschiebt sich mit der Kunstmarktkrise 1990/91 der Fokus von dieser labelorientierten Image- auf die Projekt-Praxis, wobei sich z.T. gezielt gegen das als affirmativ wahrgenommene Dienstleistungsmodell der 80er gewandt wird. Seither erfuhren verschiedenste – oft auch sozial engagierte – künstlerische Dienstleistungsprojekte eine weite Verbreitung im Kunstfeld und gerieten gleichzeitig zunehmend in die Kritik, während vergleichbare Modelle auch aktuell wieder genutzt werden, um das kommerzielle Agieren von Kunst zu erproben.

Wintersemester 2016/17

Seminar: „Biopolitische Verschränkungsfiguren“

Die Regierungen des Lebens in Architektur und den Künsten

Georg Dickmann M.A. und Dennis Pohl M.A.

Donnerstags, wöchentlich von 12:00 - 14:00
Seminarraum R 110, Hardenbergstr. 33 

Ausgehend von Michel Foucaults Vorlesungen zur Biopolitik am College de France ‘77-’79, hat der Begriff eine weitreichende Rezension erfahren. Autor*innen wie Agamben, Deleuze, Hardt & Negri bis hin zu Preciado haben den Begriff für ihre eigenen Auslegungen fortgeschrieben und jeweils mittels verschiedener künstlerisch-räumlicher Figurationen, das Wirken von Machttechniken auf den individuellen und kollektiven (Bevölkerungs-)Körper, aufgezeigt. Im Seminar “Biopolitische Verschränkungsfiguren. Die Regierungen des Lebens in Architektur und den Künsten”, geht es im ersten Teil um historische Auseinandersetzungen und Entmystifizierungen des Begriffs der Biopolitik. Wie wirkt die Biopolitik? Auf welche Weise wird in ihr das Leben regiert, reguliert und verwaltet? Im zweiten Teil werden biopolitische Verhandlungen in der Architektur und in den Künsten betrachtet. Auf welche Weise entwickeln die Fiktionen der Künste selbst biopolitische Denkfiguren? Dafür werden Figurationen aus den Künsten wie Frankensteins Monster, Benthams Panopticon, Zombies, homo sacer als “lebender Toter” bis hin zu pharmakologischen Substanzen der Science- Fiction-Literatur, kritisch mit theoretischen Positionen konterkariert, um das Ineinanderwirken von Fiktionen und Theorie zu entfalten. Kurz: Wir werden gemeinsam versuchen das Theoriewerden von Fiktionen und das Fiktionwerden von Theorie anhand ausgewählter Text-, Film- und Architekturbeispiele zu erarbeiten.

Wintersemester 2015/16

Licht – Baumaterial des 20. Jahrhunderts?

Universität der Künste Berlin
Ralf Liptau M.A.
Donnerstags 18 – 19.30 Uhr s.t., Ha 150

 

Das Seminar widmet sich dem Einsatz von künstlichem und natürlichem Licht als „Baumaterial“ anhand von Bauten der europäischen Moderne. Im Unterschied zu Materialien wie Ziegel, Beton oder Stahl kann man Licht weder kaufen, noch liefern, noch verbauen. Unter Zuhilfenahme anderer, konkret-haptischer Materialien ist Licht in architektonischen Zusammenhängen lediglich zu ermöglichen, zu verhindern, zu steuern oder zu lenken. Dennoch, so der Grundgedanke des Seminars, bilden Licht und Transparenz wesentliche Forderungen an, sowie Eigenschaften von Architektur seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Ohne wirklich Material zu sein, scheint Licht damit dennoch ein wesentliches Baumaterial moderner Architektur zu sein. Und zwar sowohl im Hinblick auf Einzelbauten als auch den städtebaulichen Zusammenhang.

Anhand konkreter Bauten werden wir den Aspekt der Lichtführung und Transparenzerzeugung am Beispiel von Bauten der Moderne nachvollziehen. Wir werden uns etwa der Forderung nach „Licht, Luft und Sonne“ vor allem im Wohnungsbau der 1920er-Jahre widmen. Das ist auch die Zeit, in der – vor allem elektrische – Lichtkonzepte das Bild moderner Metropolen auch im Außenraum zu prägen beginnen. Auch im Nationalsozialismus haben Projekte wie etwa Albert Speers „Lichtdom“ (1938) dem Licht als Baumaterial einige – propagandistisch genutzte – Bedeutung zugemessen. In der Nachkriegszeit lässt sich ein besonderer Einsatz von Lichteffekten etwa im Kirchenbau nachweisen. Bezogen auf den Stadtraum hat das künstliche Licht spätestens mit der zunehmenden Bedeutung von „Iconic Buildings“ und dem Einsatz von Medienfassaden neue Relevanz gewonnen.

Sommersemester 2015

„Film in der Architektur – der Kinosaal und seine Rolle im Film”

Ralf Liptau, M.A. (Kunstwissenschaft) und Moritz Schumm, M.A. (Filmwissenschaft)

Donnerstags 17:00 bis 18:30 Uhr, Hardenbergstraße 33, Raum 151
Beginn: 16. April 2015

Die Kinoleinwand ist eine Membran zwischen zwei architektonischen Wirklichkeiten, die in der Wissenschaft zumeist völlig unabhängig voneinander in den Blick genommen werden. Filmwissenschaftliche Ansätze setzen sich vor allem mit der Frage nach Formen visueller Raumgestaltung auseinander. Eine Auseinandersetzung mit dem architektonischen Raum im Film scheint vor allem einem interdisziplinären Kontext überlassen. Speziell in der Architektur- und Kunstgeschichte ist derzeit ein verstärktes Interesse an Kulissen, Re-Enactments und einem damit verbundenen Misstrauen dem (filmischen/fotografischen) Bild gegenüber festzustellen. Beide  Ansätze konzentrieren sich dabei auf Raum und Architektur innerhalb der Leinwand.

Das Seminar möchte hier ansetzen und einen Perspektivwechsel versuchen, indem es sich dem Film in der Architektur annähert, also den konkreten Raum der filmischen Rezeption in den Blick nimmt und mit dem inszenierten Raum im Film in Zusammenhang bringt. Denn trotz aller Wirkmacht filmischer Bilder spielt die Verortung des Zuschauers in einem konkret lokalisierbaren Kinosaal eine nicht zu vernachlässigende Rolle.
In diesem Sinne lassen sich folgende Fragen formulieren:

Welche Rolle spielt das Kinogebäude für die gesellschaftliche Bedeutung des Films und seine Erscheinungsweisen? Welche Begegnungen lassen sich zwischen dem Dunkel des Kinosaales und der Leinwand inszenieren? Wie wird der Weg von der Straße in den Kinosaal architektonisch inszeniert? Welche historischen Räume bietet das Kino als Architektur an? Welche Räume bestimmen neben dem Kino die Filmproduktion und -rezeption der Gegenwart? Welche Bedeutung hat diese Architektur auch für die Produktion von Filmen?

Der Besuch von zwei Kinofilmen und einer Ausstellung (Ken Adam, „Bigger than Life“, Dt. Kinemathek) sind obligatorische Bestandteile des Seminars.

Zielgruppe Fakultät I, auch für Studierende der Fakultät II geöffnet.

Wintersemester 2014/15

Oper als Schauplatz des Spektakulären: Musik, Bühnenbild und Bühnenzauber der Tragédie lyrique am Hof von Ludwig XIV

Anastasia Dittmann, M.A. (Kunstwissenschaft) und Daniela Fugellie, M.A. (Musikwissenschaft)

Fliegende Feuerwagen, plötzliche Naturkatastrophen, großartige Göttertempel, virtuose Gesänge und Ballette – die Tragédie lyrique, die sich am Hof von Ludwig XIV. während der 1670er Jahre entwickelte, bildete ein prächtiges Spektakel ab, an dem viele Kunstformen beteiligt waren: Neben Musik, Dichtung und Tanz waren die Bühnenbilder und die komplexen Maschinerien Protagonisten im Bühnenzauber der französischen Barockoper. Mit ihren atemberaubenden Effekten erfüllte die Tragédie lyrique zugleich eine starke repräsentative Funktion im Kontext absolutistischer Herrscherlegitimation. Zu Recht nennt man die Regierungszeit Ludwigs XIV. das „Grand Siècle”, in dem ein noch nie gesehenes Mäzenatentum der Künste vorangetrieben worden ist. Im Zentrum des Proseminars stehen die Wechselverhältnisse und Interdependenzen zwischen Musik und Bühnenbild im Dienst der musiktheatralischen Dramaturgie. Vor allem werden Opern von Jean-Baptiste Lully (1632–1687) behandelt. Seitenblicke auf die zeitgleich entstandenen Porträts, Historiengemälde und Skulpturen, welche gleichsam der Verherrlichung und Selbstdarstellung des Sonnenkönigs gehorchten, runden das Spektrum des Proseminars ab.

Proseminar
mo, 12-14 Uhr, Fa 212
Beginn: 20.10.2014

Sommersemester 2014

Art without Work. Ein Schlüsselkonzept der Künste des 20. Jahrhunderts

Anthony Iles (Kulturtheorie) und Marina Gerber (Kunstwissenschaften)

Beginnend mit Kazimir Malewitschs Kritik der Arbeit und seinen weißen und schwarzen Quadraten bietet das Seminar einen Überblick über die verschiedenen Formen, in welchen sich die Idee der „Kunst ohne Arbeit” äußert: John Cage, Allan Kaprow, die Moskauer Performance Gruppe Kollektive Aktionen, Robert Morris, Clairefontaine und Rirkrit Tiravanija. Eine kritische Perspektive auf diese Praktiken bieten u.a. feministische Perspektiven sowie T. W. Adorno und Jeff Wall, deren Interventionen ebenfalls thematisiert werden sollen. 

Blockseminar
Einführungsveranstaltung:
15.04., 13-15 Uhr, Raum 004 

1. Block:
25.04., 14-21 Uhr, Raum 110
26.04., 11-18 Uhr, Raum 150 

2. Block: 
02.05., 14-21 Uhr, Raum 110
03.05., 11-18 Uhr, Raum 158

Anrechenbar für Studierende der Studiengänge:
Bildenden Kunst, Fak. 1:
Bildende Kunst: Kunstwissenschaft
Bildende Kunst für das Lehramt (BA1, BA 2): Modul 3 / Modul 4 / Modul 5 (Architektur/Urbanistik) / Modul 5 (Visuelle Medien/Massenmedien) Studium Generale

Infos und Anmeldung: m.gerber@udk-berlin.de

Musikunterricht in der Migrationsgesellschaft – zwischen interkulturellen Ansätzen und Schülerorientierung

Johann Honnens (Musikpädagogik) und Sophie Arenhövel (Interkulturelle Pädagogik)

Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage: Wie gestaltet man guten Musikunterricht in der Migrationsgesellschaft? Bedarf es musikpädagogischer Ansätze, die migrationsspezifische Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen in besonderem Maße berücksichtigen
oder werden sie dadurch gerade erst zu „Migrationsanderen” gemacht?
Genügen womöglich Anregungen der allgemeinen schülerorientierten Musikdidaktik auch für Kinder und Jugendliche mit dem so genannten „Migrationshintergrund”? Inwieweit sollten Jugendliche „mit und ohne Migrationshintergrund” jeweils besonders angesprochen werden und wo ist so eine „Besonderung” eher kontraproduktiv? Das Seminar verfolgt zum einen das Ziel, zentrale theoretische Grundlagen (musik-)pädagogischen Handelns in der Migrationsgesellschaft aus der Perspektive Musikpädagogik und Migrationspädagogik gemeinsam zu erarbeiten. Zum anderen sollen die Studierenden Konzepte der „Interkulturellen Musikpädagogik” und der „schülerorientierten Musikdidaktik” praktisch miteinander erproben und reflektieren. 

Blockseminar
Vorbesprechung:
       15.04., 14.30-15.30 Uhr, Fa 219
1. Block: 10.05., 14.30-18.00 Uhr
       11.05., 9.30-15.30 Uhr, Fa 212
2. Block: 28.06., 9.30-17.30 Uhr
       29.06., 9.30-15.30 Uhr, Fa 302

Anrechenbar für Studierende der Studiengänge:
BA 1 Musik Studienrat, BA 2 Musik Lehrer (Proseminar)

Weitere Infos und Anmeldung: johannhonnens@posteo.de

Wintersemester 2013/14

Blockseminar: Der Chor in Theater und Musik. Explorationen in Theorie und Praxis
„Und was machen wir mit dem Chor?”

Marion Haak (Musikpädagogik) und Anne Keller (Theaterpädagogik)

Der Chor als theatrales Gestaltungsmittel erfreut sich gegenwärtig sowohl im Profitheater als auch im nichtprofessionellen Sektor großer Beliebtheit. In der Theaterpädagogik nimmt diese älteste Theater-Spielform einen zentralen Stellenwert ein, da sie in Probe und Aufführung das Zusammenspiel des Ensembles fokussiert und auf den potenzierten Ausdruck des Individuums setzt.

Die innere Verbindung des theatralen Chores zur Musik ist schon durch die gemeinsame Bezeichnung gegeben, zeigt sich aber auch in den Anforderungen an die Gruppe. So bestimmen musikalische Parameter chorisches Sprechen und Bewegen: Rhythmus, Tempo, gemeinsame Phrasierungen, Intonation.
Das Seminar nähert sich Fragen nach dem Umgang mit dem Chor in Theater und Musik auf theoretische und praktische Art und Weise.

Ort: Bundesallee, Raum 201
Zeit: Sa., 1.2., 10-17.30 Uhr; So., 2.2., 10-17.30 Uhr; Mo., 3.2., 10-15 Uhr

Da praktisch gearbeitet wird, kann dieses Seminar nur bei einer Mindestteilnehmerinnen- bzw. Mindestteilnehmerzahl von zwölf Studierenden (max. 20) stattfinden. Um Anmeldung wird gebeten:
Marion Haak (marionhaak@yahoo.de)
Anne Keller (keller_anne@gmx.de)

Proseminar „Von der Tonmalerei zur Klangskulptur?” Zum Verhältnis zwischen Bild, Klang und Raum im Expressionismus

Anastasia Dittmann (Kunstwissenschaft) und Daniela Fugellie (Musikwissenschaft)

Die Epoche des Expressionismus zählt zu den interessanten, vielfältigsten und folgenreichsten künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Eines der markantesten Kennzeichen des Expressionismus ist das Überschreiten von künstlerischen Medien auf vielfältige Art und Weise. Das Seminar möchte der Frage nachgehen, wie sich dabei Musik und Bildende Kunst zueinander verhalten. Welche Analogien (z. B. zwischen Farbe und Klangfarbe) entstehen und welches Ziel verfolgen diese? Wie werden die einzelnen Künste innerhalb eines Kunstwerks synthetisiert? Welche künstlerischen Entwicklungen oder Erneuerungen entstehen daraus?  

Schwerpunkte des Seminars liegen bei dem künstlerischen Austausch zwischen Wassily Kandinsky und Arnold Schönberg – u. a. bei ihren Bühnenwerken „Der gelbe Klang” und „Die glückliche Hand” sowie bei ausgewählten Beispielen aus der zeitgenössischen Kunst und Musik. 

Das Seminar möchte Studierende der Kunst und der Musik im interdisziplinären Austausch zusammenbringen, und ist als Einführungsveranstaltung gedacht. Im Idealfall werden die Referate als Tandem durchgeführt.

Ort/Zeit: mo, 12-14 Uhr, wöchentlich, Fa 212
Beginn: 21.10.2013
Wir bitten um Anmeldung bis zum 07.10.2013 bei Anastasia Dittmann/Kunstwissenschaft (a.dittmann@udk-berlin.de)  oder Daniela Fugellie/Musikwissenschaft (d.fugellie@udk-berlin.de).

Auswahlbibliographie:
Christoph Kleinschmidt: Intermaterialität. Zum Verhältnis von Schrift, Bild, Film und Bühne im Expressionismus, Bielefeld 2012.
Karin von Maur: Vom Klang der Bilder. Die Musik in der Kunst des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 1985.
Helga de La Motte-Haber: Musik und Bildende Kunst. Von der Tonmalerei zur Klangskulptur, Laaber 1990.
Helmut Well: „‚Weiße Leinwand zwischen Farbflecken’. Atonalität und Abstraktion”, in: Rezeption als Innovation. Untersuchungen zu einem Grundmodell der europäischen Kompositionsgeschichte, hrsg. von Bernd Sponheuer u.a., Kassel u.a. 2001, S. 469–485.

Blockseminar: Provisorische Dinge: Dingkultur und Materialwissen

Katja Rothe (Theaterwissenschaft), Nina Wiedemeyer (Kunstwissenschaft)

Das Seminar fragt nach Techniken des Entwerfens und nach dem Wissen provisorischer Dinge in Kunst und Wissenschaft. Provisorisches ist offen, unfertig und vergänglich und trägt zum Gelingen eines Werkes bei. Das Provisorische ist aber auch zur Präsentationsform von Kunst, Kultur und Waren geworden und gegenwärtige Arbeitsverhältnisse rechnen mit dem Provisorischen. Das Provisorische lässt sich als Zustand kapitalistischer Ökonomie verstehen, die mit dem Immateriellen Gewinne aus Zukünftigem und Offenem erzielt.
Das Seminar diskutiert, wie sich diese beiden Aspekte des Provisorischen als Technik des Entwerfens und des Ökonomischen zueinander verhalten, lotet ihre Widersprüche wie Gemeinsamkeiten aus.
Das Seminar richtet sich an Studierende der UdK Berlin und der TU Berlin. Die Studierenden stellen jeweils provisorische Dinge aus ihrer praktischen künstlerischen/wissenschaftlichen Arbeit oder ihrem Lebensumfeld vor, und kontextualisieren diese historisch, medial und/oder theoretisch.

Termine:
- Einführung: 05.11.2013, 10-13 Uhr
- 1. Block: 29.11.2013, 10-20 Uhr
- 2. Block: 20.12.2013, 10-20 Uhr
- 3. Block: 31.01.2014, 12-22 Uhr
Raum: wird noch bekannt gegeben

Teilnahmevoraussetzung ist die Anmeldung unter:
n.wiedemeyer@udk-berlin.de; katja.rothe@udk-berlin.de.
Teilnehmerinnenzahl bzw. Teilnehmerzahl: max. 20

Labor für Ästhetik und Interaktionismus: von der Wahrnehmung zur Entwurfsdynamik

Tiago da Costa e Silva (Philosophie/Gestaltung)

Kann eine philosophische Ästhetik einen wirklichen Beitrag zu kreativen Entwurfsprozessen leisten? Diese Frage scheint auf den ersten Blick absurd zu sein, denn die Ästhetik ist die philosophische Disziplin, die sich mit den künstlerischen bzw. kreativen Prozessen auseinandersetzt und sie grundlegend analysiert. Aus der Untersuchung solcher kreativen Phänomene im Lauf des Entwerfens entsteht das Wissen, wie sich diese entfalten und funktionieren und weshalb sie „ästhetisch” genannt werden. Bleibt die Frage, inwiefern eine philosophische, also eine theoretische Disziplin die Praxis beeinflussen kann. Hinzu kommt erschwerend die klassische Trennung zwischen ästhetisch-kontemplativer Analyse und einer aktiven, auf die Kreation gerichteten Handlung. Dadurch entsteht eine Art Dualismus, die die Vorgehensweise des Entwurfsprozesses methodologisch in zwei spaltet: einerseits gibt es den analytischen Moment, durch den ein Gegenstand grundlegend betrachtet, also analysiert wird. Andererseits gibt es einen zweiten Moment, in dem neue Gegenstände produziert werden, also einen Moment der Synthese. Diese Trennung ist jedoch eine Illusion, denn der Entwurfsprozess zeichnet sich durch eine Kontinuität aus, die verursacht, dass er sich viel plastischer auswirkt. Diese Wirkung kann als „ästhetische Erfahrung” begriffen werden. 

Das Seminar möchte einerseits klären, was tatsächlich mit Ästhetik gemeint ist und warum diese Kenntnis wichtig für den Entwurfsprozess ist. Andererseits wird danach gefragt, welche Wahrnehmung, Kreativität, Interaktion und ästhetische Erfahrung im Laufe eines Entwurfsprozesses zusammenkommen. Letzteres geschieht durch ein Experiment, das im Laufe des Seminars gemacht wird. 

In Bezug auf die Methodologie: Das Seminar ist wie ein Labor konzipiert und besteht aus zwei Hauptteilen. Zuerst wird eine Seminarform angenommen, in der Texte zum Thema Ästhetik, ästhetische Erfahrung, Entwurfsprozess und Kreativität diskutiert werden. Danach wird eine Laborform angenommen, in der Experimente entlang der Ergebnisse des Seminars sowie der Einzelprojekte der Teilnehmenden entwickelt und durchgeführt werden.

Ziel ist, durch die Durchführung eines Entwurfs die ästhetische Erfahrung selbstkontrolliert zu erleben um diese später in die eigene Kreativitätsmethodologie einfließen zu lassen.

Bewertung: Die Veranstaltung erfordert eine aktive und konstante Teilnahme – sowohl an der Diskussionsrunde als auch am Experiment. Zur Erlangung der erforderlichen ECTS müssen die Teilnehmenden kleine Referate in der Diskussionsrunde präsentieren sowie an ihren Projekten im Labor arbeiten. Am Ende des Labors findet eine Präsentation der einzelnen Projekte statt. Die Einzelprojekte können frei gestaltet werden, müssen allerdings im Wintersemester durchführbar sein.

Ort: Lietzenburger Strasse, Raum 218
Termin: wöchentlich, wird noch bekannt gegeben

Eine Voranmeldung beim Dozenten ist erforderlich. [tkunst@gmail.com]

Sommersemester 2013

Fotografische Repräsentationen des Leidens. Eine Annäherung aus kunstwissenschaftlicher und theaterpraktischer Perspektive

Heide Barrenechea (Kunstwissenschaftlerin) und Elisa Müller (Theatermacherin, Performerin)

Ausgehend von Susan Sontags Essay „Das Leiden anderer betrachten” möchte das Seminar danach fragen, was beim Betrachten von Leid- und Elendsfotografien geschieht und wie derartige Fotografien im Theater eingesetzt werden können. Welche Strategien können angewendet werden, um derartige Bilder zu „lesen”? Wodurch ist die Herstellung und Zirkulation solcher Fotografien motiviert? Und inwieweit können sie die Betrachterin bzw. den Betrachter aktivieren?

Das Seminar möchte solche Fragestellungen theoretisch über die gemeinsame Text-Lektüre und vermittels exemplarischer Bildanalysen thematisieren. Auf diese Weise soll der Nutzen von Kriegs- und Pressefotografien diskutiert, der Rückgriff auf bestimmte Darstellungsmuster erörtert und über das Zeigen oder Verbergen von „Schreckensfotografien” nachgedacht werden.

Zugleich möchte das Seminar auch eine praktische Perspektive in den Blick nehmen. So wird danach gefragt, wie in der Darstellenden Kunst mit fotografischen Bildern gearbeitet wird beziehungsweise inwieweit die Wirkung von Leid- und Elendsfotografien auf der Bühne/in Performances adäquat verhandelt werden kann. Dies kann von den Teilnehmenden anhand charakteristischer Bildbeispiele praktisch erprobt werden.


Blockseminar
Einführungsveranstaltung:
       3.5., 14-17 Uhr, Raum 110
1. Block: 24.5., 14-18 Uhr, Raum 336
       25.5., 11-16 Uhr, Raum 336
2. Block: 7.6., 14-18 Uhr, Raum 336
       8.6., 11-16 Uhr, Raum 336
Abschlussveranstaltung:
       28.6., 14-16 Uhr, Raum 110


Anrechenbar für Studierende der Studiengänge:
Bildenden Kunst, Fakultät 1:
Bildende Kunst: Kunstwissenschaft
Bildende Kunst für das Lehramt (BA1, BA2): Modul 3 / Modul 4 / Modul 5 (Architektur/Urbanistik) / Modul 5 (Visuelle Medien/Massenmedien)
Darstellende Kunst, Fakultät 4:
Theaterpädagogik/Darstellendes Spiel
Studium Generale

Weitere Infos und Anmeldung unter: heide.barrenechea@googlemail.com

Auswahlbibliografie:
Barthes, Roland: Schockfotos [1957], in: Wolfgang Kemp (Hg.): Theorie der Fotografie, III, 1945–1980. München 1999, S. 105–108.
Geimer, Peter: Fotos, die man nicht zeigt. Probleme mit Schockbildern, in: Katharina Sykora, Ludger Derenthal, Esther Ruelfs (Hg.): Fotografische Leidenschaften [Ergebnisse einer gleichnamigen Tagung, Braunschweig und Braunlage 2004]. Marburg 2006, S. 245–257.
Geimer, Peter: Wir müssen diese Bilder zeigen – Ikonografie des Äußersten, in: Karin Harrasser, Thomas Macho, Burkhardt Wolf (Hg.): Folter. Paderborn 2007, S. 119–132.
Röttger, Kati und Jackob, Alexander: Wem gehören die Bilder? Bildpolitik und Medienkritik im Theater: eine Frage der Gewalten-Teilung, in: Forum Modernes Theater, Bd. 22/1 (2007), S. 47–60.
Sontag, Susan: Das Leiden anderer betrachten. München 2003.
Sontag, Susan: Über Fotografie. Frankfurt am Main 1980.
Gerhard Paul: Krieg der Bilder / Bilder der Kriege. Die Visualisierung des modernen Krieges. Paderborn 2004.