Prof. Dr. Azadeh Sharifi

Kurzvita

Azadeh Sharifi ist Theater- und Performancewissenschaftlerin und vertritt die Professur für Theorie und Geschichte des Theaters. Zuvor war sie Fellow am Käte-Hamburger-Kolleg Global dis:connect an der Ludwig-Maximilians-Universität München (2025–26), Gastprofessorin an der Freien Universität Berlin (2023–25) und der University of Toronto (2022–23). 2021 vertrat sie die Professur für Theorie der performativen Künste an der Universität der Künste (UdK) Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind (post)koloniale und (post)migrantische Theatergeschichte, zeitgenössische Performancekunst sowie dekoloniale und aktivistische Praktiken in theatralen Räumen.

Ihre habilitationsäquivalente Monografie „Theatre in Postmigrant Germany. Performing Migration, Race and Coloniality since 1945” ist seit 2025 bei Palgrave Macmillan unter Vertrag. Darin untersucht sie den theaterwissenschaftlichen Diskurs unter den Prämissen Race, Migration und Kolonialität und verknüpft eine marginalisierte Theatergeschichte von rassifizierten und migrantisierten Theaterschaffenden, Gruppen und Theaterhäusern. Dabei werden transnationale Perspektiven in dramatischen Werken nachgezeichnet, die seit den 1950er Jahren existieren, sowie dramaturgische Strategien und Ästhetiken von migrantisierten und rassifizierten Theaterschaffenden. Zudem arbeitet sie an einer Monografie über das postmigrantische Theater am Ballhaus Naunynstraße und am Maxim-Gorki-Theater, die bei der University of Toronto Press erscheinen soll. Beide Forschungsprojekte wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) durch eine DFG-eigene Stelle sowie vom Bayerischen Fonds für Chancengleichheit (BGF) gefördert.

Zwischen 2017 und 2024 war sie Board Member der Performance Studies International (PSi) und gründete mit Lisa Skwirblies, Ann-Christine Simke und Anika Marschall die Neue Kritische Theaterwissenschaft (NKT). Sie ist aktives Mitglied der International Federation for Theatre Research (IFTR) und seit 2024 Associate Editor der renommierten Fachzeitschrift Performance Research.

Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit verfügt sie über langjährige dramaturgische und kuratorische Erfahrung sowie ein internationales Netzwerk von Künstler:innen. Seit 2011 arbeitet sie unter anderem für den Berliner Senat, die Bundeszentrale für politische Bildung, das Goethe-Institut, das Kinder- und Jugendtheaterzentrum Frankfurt, das iTi Zentrum Deutschland, den Fonds Darstellende Künste und das Bündnis Freier Produktionshäuser.