Prof. Dr. Christine Hoppe

Kurzvita

Christine Hoppe ist Juniorprofessorin für Musikwissenschaft|Gender an der Universität der Künste Berlin. Sie studierte Deutsche Sprache und Literatur sowie Musikwissenschaft in Rostock und an der Sorbonne (Paris IV) (Magisterarbeit im Fach Deutsche Literatur bei Helmut Lethen und Moritz Baßler). Von 2008 bis 2022 forschte und lehrte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Historische Musikwissenschaft an der Universität Göttingen. Dort entstand ihre Dissertation „Der lange Schatten Paganinis: Virtuosität in den Kompositionen Heinrich Wilhelm Ernsts“ (2012), die mit dem Preis des Stiftungsrats der Universität Göttingen ausgezeichnet wurde. 2016/17 vertrat sie die Professur für Kulturelle Musikwissenschaft in Göttingen, außerdem hatte sie Lehraufträge an der Universität Kassel.

Christine Hoppe blickt aus einer kulturwissenschaftlich offenen Perspektive auf Musik. Für sie ist Musik weit mehr als Klang und Komposition: Sie versteht musikbezogene Praktiken als soziale und kulturelle Begegnungsräume, in denen künstlerische Schöpfungen und alltägliche Erfahrungen gleichermaßen verhandelt werden. Musik ist für sie Ausdruck und Resonanz von Zeit und Gesellschaft sowie eine Bühne für Identitätsfindungen. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Virtuosität und Interpretationspraxis, mit der körperlichen Dimension des Musizierens und mit Gender in der Aufführung, besonders in der Streichinstrumentenpraxis. Dabei fragt sie auch, wie Gender und Race ineinandergreifen und wie Musikgeschichtsschreibung selbst zum Schauplatz gesellschaftlicher Aushandlungen wird.

Ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit ist es, marginalisierte Musiken und Musiker:innen sichtbar zu machen. Deshalb arbeitet sie eng mit der studentischen Initiative Musica inaudita zusammen. Aus dieser Kooperation entstand ein gemeinsam mit Studierenden konzipiertes Seminar zur Wiederentdeckung vergessener Musiken, das Forschung, Lehre und Aufführung miteinander verbindet. Dafür wurde sie für den Berliner Landespreis für exzellente Hochschullehre 2026 nominiert, in den Kategorien „Förderung von Anwendung, Transfer oder Vertiefen von Wissen und Kompetenzen“ und „Publikumspreis“.

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