Uta Plate

Kurzvita

Uta Plate ist Theaterregisseurin, Theaterpädagogin und Dozentin. Sie studierte von 1988 bis 1995 Kulturpädagogik an der Universität Hildesheim mit dem Hauptfach Theater- und Literaturwissenschaft und dem Nebenfach Kunstwissenschaft. Ihre Diplomarbeit über interkulturelle Theaterarbeit anhand ihrer Praxis mit der deutsch-afrikanischen Theatergruppe Rangi Moja mündete in die gemeinsam mit Wiebke von Bernstorff verfasste Buchpublikation Fremd bleiben (IKO-Verlag, 1997).

Von 1996 bis 1999 initiierte und realisierte sie in Zusammenarbeit mit dem Theater Nordhausen Theaterprojekte mit inhaftierten Jugendlichen in der Jugendstrafanstalt Ichtershausen. Von 1999 bis 2014 war sie leitende Theaterpädagogin an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Dort inszenierte sie mit der Jugendtheatergruppe DIE ZWIEFACHEN und entwickelte internationale Kooperationen sowie Vermittlungsformate für Schulklassen und Publikum.

Seit 2014 arbeitet Uta Plate freiberuflich im In- und Ausland. Im Zentrum ihrer künstlerischen Praxis stehen partizipative Stückentwicklungen mit Menschen unterschiedlicher Generationen, Lebensrealitäten und kultureller Hintergründe. Aus biografischen Erzählungen, gemeinsamer Recherche und Improvisation entstehen Theaterarbeiten, die persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Fragen verbinden. Ihre Projekte führen sie an Stadt- und Staatstheater, in Schulen, Gefängnisse und den öffentlichen Raum.

Am Deutschen Theater Berlin entwickelte sie die russisch-polnisch-deutschen Jugendtheaterprojekte „Youth.Memory“ (2015), „Here.I.Stand.“ (2017) und „30.past.89.“ (2019). Weitere Inszenierungen entstanden mit „Get up! Stand up!“ an der Bürgerbühne des Staatsschauspiels Dresden (2017), „Servus Salam“ am Residenztheater München (2017), „La Müdada“ am Theater Chur (2020) und „Zorn“ am Düsseldorfer Schauspielhaus (2024). 2026 erarbeitet sie die Bürgerbühnenproduktion „Ungeheuer Mensch“ in Greiz, Thüringen.

Seit 2020 entwickelt sie mit dem Videokünstler Aaike Stuart als STUART+PLATE partizipative Film- und Theaterprojekte. Dazu gehören „Ferne Gefährten“ (2021), „1300 km und ein Klick“ mit Jugendlichen aus Berlin und Valjevo in Serbien (2022) sowie „Die Stadt hinter den Augen“ am HAU Berlin (2025). Ebenfalls seit 2020 arbeitet sie im Kollektiv HIATUS mit den Komponisten Duri Collenberg und Lukas Rickli. Gemeinsam entstanden die Musiktheater- und Audio-Video-Walks „Vier Viertel“ beim Festival Blickfelder in Zürich (2022) und „Fundstadt“ am Theater Bremen und am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen (2023).

Lehre und internationale Forschungs- und Arbeitsaufenthalte

Seit 2014 lehrt Uta Plate an der Universität der Künste Berlin in den Studiengängen Theaterpädagogik und Lehramt Theater. Ihre Lehrveranstaltungen widmen sich unter anderem der Spielleitung, dem dokumentarischen und biografischen Theater, zeitgenössischen Darstellungsformen sowie dem Recherchetheater mit Kindern und Jugendlichen. Weitere Lehraufträge führten sie an die Universitäten Hildesheim, Hannover, Hamburg und Gießen.

Internationale Lehrtätigkeiten verbinden sich in ihrer Arbeit mit künstlerischer Forschung und eigenen Inszenierungen. An der Dänischen Hochschule für Darstellende Kunst in Kopenhagen verband sie 2015 und 2018/2019 interdisziplinäre Lehre mit künstlerischer Forschung zu Gentrifizierung, Identität, Politik und Kunst.

2015/2016 verband sie Residenzen des Goethe-Instituts Wellington, zuletzt mit Arts Access Aotearoa, mit Lehre an der Schauspielhochschule Toi Whakaari und Inszenierungen an der Auckland Theatre Company sowie im Frauengefängnis Arohata.

2017/2018 lehrte sie im Rahmen des DAAD an der Universität Ouagadougou zu biografischem Erzählen, Protest und Identität. Am Espace Culturel Gambidi in Burkina Faso entwickelte sie mit Theaterkünstler*innen partizipative Arbeitsformen und inszenierte „Brouillard“ (2018).

2024/2025 forschte sie mit Mads Thygesen an der Kunsthochschule Oslo und der Universität Aarhus zu Emotionalität und Öffentlichkeit.

Fortbildungen

Uta Plate konzipiert und leitet Fortbildungen für Theaterpädagog*innen, Lehrkräfte und Kulturschaffende. Schwerpunkte sind kollektive Stückentwicklung, der Umgang mit Biografien und Emotionen sowie die Verbindung von Theater und politischer Bildung. Zu ihren Fortbildungsformaten zählen „Keine Angst vor großen Gefühlen“, „Politik ins Spiel bringen“ und „Zorn, Mythos, Schultheater“. Hinzu kommt die siebenmodulige Fortbildung „Schatzsuche Theater“ in Zusammenarbeit mit der Evangelische Schulstiftung in der EKBO.