Kolloquium

Quelle: David Hammons: Bliz-aard Ball Sale, 1983; Foto: Dawoud Bey

Kolloquium Sommersemester 2021

 

What matters?

 

Während wir in ein weiteres Online-Semester treten, wo in unserer täglichen Auseinandersetzung mit Screens sich der Zugang zu Material immer mehr aufzulösen und sich Inhalte zusehends zu verflüssigen scheinen, möchte das Kolloquium Euch in diesem Semester dazu einzuladen, das Potential und die Begrenzungen von Material und dem damit transportierten Inhalt zu erforschen: Kunst tritt uns zunächst ja als Form entgegen – ob auf Leinwand oder im Text, als Video oder Performance, in einer tänzerischen Geste oder als gemeinschaftliches Erlebnis. Diese Form wird über die Betrachter:innen und die institutionelle Rahmung zur Trägerin von Bedeutungen. 

Das mehrdeutige englische Wort matter, das neben "Inhalt" und "Material" auch mit "von Belang sein" übersetzt werden kann, fasst diese Verzahnung von Form und Inhalt, aber auch (politisch-gesellschaftliche) Dringlichkeit und Bedeutung. What matters? fragt hier also: Welche Materialien? Welche Bedeutungen? Oder: Worauf kommt es eigentlich an? 

In Gesprächen mit Künstler:innen, die mit unterschiedlichsten Medien, Materialien und Inhalten arbeiten, untersuchen wir, was Kunst transportieren kann: Medienkommentar, kritische oder affirmative Geste, Proteststrategie, persönliche oder übergeordnete gesellschaftliche Erzählung. Neben ausgesuchten Beiträgen gibt es auch wie im vergangenen Semester Möglichkeiten für Euch, das Semester mitzugestalten: In gemeinschaftlichen Beiträgen aus Euren Ateliers.  

 

What matters? 

 

As we enter another online semester, where in our daily engagement with screens, access to material seems to be increasingly dissolving and content seems to be visibly liquefying, this semester's colloquium would like to invite you to explore the potential and limitations of material and the content it conveys. Art initially confronts us as form - whether on canvas or in text, as video or performance, in a dancer's gesture or as a communal experience. This form then becomes a carrier of meaning through the viewer – and the institutional framing. 

The ambiguous English word matter, which in addition to "content" and "material" can also be read as "being of significance", captures this interlocking of form and content, but also (political-social) urgency and meaning. What matters? thus asks here: What materials? What meanings? Or: What actually matters? 

In conversations with artists who work with a wide variety of media, materials and content, we examine what art can convey: Media commentary, critical or affirmative gesture, protest strategy, personal or overarching social narrative. In addition to pre-selected contributions, there will also be opportunities for you to help shape the semester, as there were in the last: In collaborative contributions from your studios.