Was wir wollen - Awareness-Konzept UdK Schauspiel

Wie gehen wir miteinander um? Wer hilft uns und wie, wenn wir uns nicht mehr verstehen?

Wir sind verschieden. Das ist eine Erfahrung, die wir jeden Tag machen – manchmal ist sie schmerzhaft. Einige von uns sind aufgrund von Herkunft, Zuschreibung, Geschlecht, Beruf, Zugehörigkeit privilegiert. Andere sind es nicht und haben deswegen in ihrer Vergangenheit Diskriminierung erfahren.

Wir wollen uns gegenseitig immer aufs Neue wahrnehmen. Wir wollen uns unserer Vorurteile bewusst werden. Wir wollen Abwertungen und Benachteiligungen nicht weiterführen und gegen sie angehen. Dafür ist die Kunst unser Werkzeug: Sie hilft uns, festgefahrene Denkmuster zu durchbrechen und Dinge klarer zu sehen. Kunst kann Dinge enthüllen und sie für uns greifbar und erlebbar machen. Denn genau darum geht es uns: um Wahrnehmung, um Muster und um Wirkung.

Wir wollen im Gespräch miteinander bleiben. Und wir wollen Unterstützung anbieten, wo ein Gespräch nicht möglich ist oder erscheint.

Wir schaffen einen demokratischen Raum für freie Kunst, freie Lehre und freie Meinungen – als Labor und Experiment. Unsere Arbeit beinhaltet, dass wir uns mit Körpern, Gefühlen, persönlichen Grenzen und theatraler Intimität auseinandersetzen. Dabei geht es um das Spannungsfeld von Rolle (Figur) und Realität (eigene Person). Konflikte versuchen wir durch Gespräche zu klären. Falls das nicht gelingt, zeigen wir Wege auf, wie sich Betroffene schützen können, wenn ihre Grenzen verletzt werden.

Wir hören uns zu. Wir versuchen unser Gegenüber zu verstehen. Wir akzeptieren uns so, wie wir sind. Wenn sich jemand von einer Äußerung oder Handlung verletzt oder beleidigt fühlt, setzen wir uns damit auseinander.

Wir sind uns unserer Rollen bei jeder Begegnung bewusst. Insbesondere Dozent:innen sorgen in jeder Situation für professionelle Distanz.

Wir arbeiten gemeinsam, nicht allein. Wir sind aufeinander angewiesen. In diesem Studium können wir nicht ohne einander lernen. Deswegen ist Kommunikation für uns notwendig- Wir möchten uns offen austauschen. Gleichzeitig wissen wir, dass Kommunikation in schwierigen Situationen nicht immer möglich ist – besonders bei Diskriminierung oder Rassismus. Betroffene müssen sich nicht selbst erklären oder andere aufklären. Stattdessen ist es Aufgabe der Privilegierten, sich selbst zu informieren und weiterzubilden.

In diesem Spannungsfeld achten wir immer wieder neu auf die Konflikte, die uns heute beschäftigen – auch in unserem Studium.

Wir akzeptieren keine Gewalt, sexuelle Belästigung, Rassismus oder Diskriminierung – egal ob durch Worte oder Taten. Im Schauspielstudium werden solche Themen oft als Teil der künstlerischen Arbeit behandelt. Wichtig ist uns, den Unterschied zwischen Spiel (Szene/Probe) und Alltag (Privatleben) zu erkennen. Wir achten die Grenzen unserer Kommiliton*innen, ohne uns dabei von Beginn an einzuschränken. Rücksichtnahme bedeutet für uns keine Zensur.

 

Die Erfahrung zeigt: Was möglich ist, wird nicht nur durch die Freiheit der Kunst bestimmt, sondern auch durch die Menschen, die am Prozess beteiligt sind- mit all ihren unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen.

Dieser Austausch ist nicht abgeschlossen. Dieser Text hier soll Gästen und neuen Mitgliedern unseres Studiengangs helfen, unsere Diskussionen und Abmachungen nachzuvollziehen – damit sie gemeinsam mit uns handeln können.

Für uns zählen nicht leere Worte und Versprechen, sondern ein echtes Miteinander, das Veränderungen ermöglicht und vorantreibt.

Was tun, wenn etwas passiert? Handlungsleitfaden im Falle eines Konflikt

Betroffene

Wenn Du betroffen bist, kannst Du Dich an Lehrkräfte oder an eine Person des Awareness-Teams wenden (persönlich, per E-Mail, telefonisch oder anonym online).

Dort bekommst Du Unterstützung und Beratung. In einem vertraulichen Gespräch werden mögliche nächste Schritte besprochen, zum Beispiel:

  • Gespräch zwischen den Beteiligten, mit oder ohne Begleitung,
  • die verantwortliche Person wird auf Respekt sowie das Verbot von Diskriminierung, Belästigung und Gewalt hingewiesen,
  • Mediation mit einer internen oder externen dritten Instanz.

Sollte dies nicht ausreichend sein, kann eine formelle Beschwerde über die Studiengangsleitung bei der Hochschulleitung eingereicht werden.

Zeug:innen

Wenn Du eine problematische Situation beobachtest oder Dir jemand davon erzählt, kannst Du die betroffene Person unterstützen:

  • die beobachtete Situation unterbrechen,
  • der betroffenen Person zuhören und sie ernst nehmen,
  • die betroffene Person ermutigen, sich an das Awareness-Team zu wenden, und sie dabei begleiten, wenn sie das möchte.

Das Awareness-Team

Hier ist die Liste der Vertrauenspersonen, an die du dich bei Problemen wenden kannst. Alle haben an den von Leyla Ercan geleiteten Workshops teilgenommen und an der Entwicklung des Awareness-Konzepts mitgearbeitet.

Student:innen Émilie Defeu, Dilan Graf, Arne Hommes, Anna Kasten, Kamil Saad Ahmad

Dozent:innen Teresa Finke, Prof. Marion Hirte, Caroline Meyer-Picard, Prof. Katrin Röver, Prof. Simon Schlingplässer, Prof. Enrico Stolzenburg, Prof. Irene Wagner

Weiterführende Links: Ressourcen, Zuständigkeiten & Anlaufstellen der UdK

Verhaltenskodex / Code of Conduct:
https://www.udk-berlin.de/startseite/news/verhaltenskodex-code-of-conduct-der-udk-berlin

Übersicht „Was tun bei Diskriminierung?“:
https://www.udk-berlin.de/universitaet/gleichstellungspolitik/beschwerdeverfahren-bei-diskriminierung-nach-agg-wie-gehe-ich-vor

Übersicht Diversität, Gleichstellung und Antidiskriminierung: 
https://www.udk-berlin.de/universitaet/diversitaet-gleichstellung-und-antidiskriminierung

Übersicht Beratungsangebote und Anlaufstellen:
https://www.udk-berlin.de/universitaet/gleichstellungspolitik/beratung

Externe Beratungsangebote:
https://www.udk-berlin.de/service/studienberatung-und-psychologische-beratung/die- psychologische-beratung-fuer-studierende/externe-beratungsangebote

Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA):
https://www.udk-berlin.de/universitaet/studierendenschaft/asta

Anlaufstelle bei Diskriminierung und Gewalt: 
https://www.udk-berlin.de/universitaet/gleichstellungspolitik/beschwerdeverfahren-bei- diskriminierung-nach-agg-wie-gehe-ich-vor/anlaufstelle-bei-diskriminierung-und-gewalt

Diversitätsbeauftragte (Schwerpunkt Antirassismus): 
https://www.udk-berlin.de/universitaet/diversitaet-und-antidiskriminierung/test-bereichsseite

Beauftragte für Antisemitismusprävention:
https://www.udk-berlin.de/universitaet/antisemitismuspraevention/kontakt

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte:
https://www.udk-berlin.de/universitaet/gleichstellungspolitik/kontakt-und-beratung-frauen-und- gleichstellungsbeauftragte

Psychologische Beratung für Studierende 
https://www.udk-berlin.de/service/studienberatung-und-psychologische-beratung/die- psychologische-beratung-fuer-studierende

Studienberatung und Psychologische Beratung:
https://www.udk-berlin.de/service/studienberatung-und-psychologische-beratung

Schwerbehindertenvertretung:
https://www.udk-berlin.de/service/schwerbehindertenvertretung/standard-titel

Kompass zum Konfliktmanagement:
https://www.udk-berlin.de/fileadmin/2_dezentral/FR_Gleichstellungspolitik/Planet_9/Broschuere_- _Konfliktmanamgement-V1.pdf

Publikationen und Informationsmaterial:
https://www.udk-berlin.de/universitaet/gleichstellungspolitik/publikationen-informationsmaterial

Veranstaltungen und Fortbildungen: 
https://www.udk-berlin.de/universitaet/gleichstellungspolitik/veranstaltungsuebersicht