Future is Now! Klangräume der Zukunft
Hannes Strobl
Future is Now! Klangräume der Zukunft
Intensiv-Workshop, Deutsch/English, 2 SWS, 2 ECTS
Freitags/Samstags, jeweils 14-20 Uhr & 10-17 Uhr, am 15.5./16.5.2026 und 5.6./6.6.2026, Hardenbergstr. 33, Raum 110
Anmeldung auf Moodle beginnt am 9.4.2026: https://moodle.udk-berlin.de/moodle/course/view.php?id=3055
Einschreibeschlüssel: klangraum
Das Projekt erforscht Klangkunst als künstlerisches Mittel, um Zukunft erfahrbar zu machen – nicht als festes Ziel, sondern als akustische Möglichkeit. Klang, flüchtig und zeitbasiert, öffnet Räume für Antizipation: Das Gehirn hört oft schon voraus, bevor ein Ton erklingt. Wie wir beim Blitz bereits innerlich das Donnern erwarten – manchmal gehört, ehe es überhaupt erklingt –, kann auch Klangkunst Zukünftiges hörbar werden lassen. Selbst stille Räume werden so zu Resonanzkörpern des Kommenden.
Der Antizipationseffekt entsteht häufig durch die Erwartung eines bestimmten Klangs – fast so, als würde der Wunsch nach dem Ereignis seine eigene Klanghülle erschaffen. In diesem Zwischenraum von Imagination und Wahrnehmung liegt das kreative Potenzial klangkünstlerischer Arbeit.
Ausgangspunkt ist ein erweiterter Klangkunstbegriff als „Kunst über Klang, bei der Klang sowohl Medium als auch Thema ist.“ Die Auseinandersetzung gilt nicht nur der Gestaltung von Klang, sondern auch seiner Bedeutung als Wahrnehmungsform, kulturellem Speicher und spekulativem Denkraum.
Im Fokus steht die Realisierung klangkünstlerischer Arbeiten an der UdK Berlin – individuell oder im Team – etwa im Foyer, in den Gängen oder im Innenhof. Die Arbeiten eröffnen akustische Möglichkeitsräume zwischen Gegenwart, Erwartung und Zukunft.
Inhalte des Projekts / Workshop-Struktur
- Raumanalyse & Ortssuche: Welche akustischen, architektonischen und atmosphärischen Eigenschaften prägen einen Ort? Wie verändert der Raum das Hören – und die Vorstellung vom Kommenden?
- Klangexperimente: Arbeit mit Field Recordings, instrumentalen, elektronischen oder sprachbasierten Klängen – auch in Mischformen.
- Konzeption & Umsetzung: Von der Idee zur konkreten Installation: Entwicklung, Sounddesign und technische Realisierung im gewählten Raum.
- Inspiration & Geschichte: Einführung in relevante Positionen der Klangkunst, als Referenzrahmen und Impulsgeber für eigene Arbeiten.
- Abschlusspräsentation: Öffentliche Präsentation der entstandenen Klanginstallationen in den jeweiligen Räumen sowie gemeinsame Reflexion über künstlerische, räumliche und klangliche Prozesse.
Leistungsanforderungen für den unbenoteten Schein: Regelmäßige, aktive Teilnahme, Präsentation der entstandenen Klangkunstarbeit. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich – nur Neugierde, Experimentierfreude und ein offenes Ohr.
Hannes Strobl, Musiker, Komponist, Klangkünstler, lebt in Berlin. Ein wesentlicher Ausgangspunkt seiner Musik ist das klangliche Potenzial des elektrischen Kontrabasses und der elektrischen Bassgitarre. Deren charakteristisches Ausdrucksrepertoire erweitert Hannes Strobl durch den Einsatz spezieller Spieltechniken in Kombination mit Live-Elektronik. Seine Projekte umfassen Performances, Klanginstallationen, Theaterkompositionen und VR Produktionen. Strobl beschäftigt sich intensiv mit urbanen Klangräumen sowie der Interaktion zwischen Klang und architektonischem Raum. Seine Arbeiten zeichnen sich durch ihre immersive Qualität und die Verschmelzung von Musik, Technologie und Raum aus. Mehr Informationen auf http://www.hannesstrobl.de.