Veranstaltungen, Ausstellungen, Performances, Konzerte und künstlerische Projekte

Hier präsentieren wir verschiedene Formate, die nicht nur entscheidende Impulse setzen und den Dialog über Antisemitismus nachhaltig stärken, sondern auch aufzeigen, wie durch kreative, interaktive und wissenschaftliche Ansätze ein tieferes Verständnis für die komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen im Umgang mit Antisemitismus gefördert und langfristige Prävention unterstützt werden kann.

Künstlerische Projekte

Jüdische Kunstschule Berlin

Das Institut für Neue Soziale Plastik gründete in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin und der Jüdischen Studierendenunion Deutschland die Jüdische Kunstschule Berlin (JKB). Diese Einrichtung bietet jüdischen sowie antisemitismuskritischen Studierenden und jungen Erwachsenen eine innovative Plattform zur künstlerischen Entfaltung und kritischen Auseinandersetzung.

Die JKB wird von international renommierten Künstlern wie Victoria Hanna, David Adika und Yehudit Sasportas geleitet. In Masterclasses und Workshops verschiedener Disziplinen – von der Darstellenden bis zur Bildenden Kunst – sollen jüdische sowie antisemitismuskritische Studierende und junge Erwachsenen gefördert werden. 

Die Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin (UdK Berlin) unterstützt das Projekt zusätzlich. 

 

 

 

 

OPEN CALL Jüdische Kunstschule 2026 I Bewerbungsfrist: 29. März 2026

Das Institut für Neue Soziale Plastik schreibt in diesem Jahr zum dritten Mal Plätze für die Masterclasses der Jüdischen Kunstschule aus.

2026 richtet die Jüdische Kunstschule ihren Fokus auf die Darstellenden Künste, beschränkt sich aber nicht darauf. Yasmeen Godder und Itzik Giuli leiten eine Tanz- und Performance-Masterclass, mit Mitgliedern der Noa Eshkol Foundation wird ihr Werk und die Eshkol-Wachman-Notation vertieft; Drag and Queer Performance Practices werden mit Shlomi Moto Wagner erkundet; Mati Shemoelof bietet eine Creative-Writing-Masterclass an und Nir Evron eine hands-on Masterclass im Bereich Medienkunst.

Die Anmeldefrist ist der 29. März 2026. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Jüdische Kunstschule wurde mit dem Ziel gegründet, sichere Orte der Kunstproduktion und langfristige Netzwerke für jüdische und antisemitismuskritische Künstler:innen und Darsteller*innen zu schaffen. Die Ausschreibung richtet sich an jüdische, israelische und nichtjüdische Personen mit Interesse an jüdischen Perspektiven (junge Erwachsene bis 39 Jahre). Die Masterclasses werden von international renommierten Künstler*innen geleitet und bieten gezielte Förderung und intensiven Austausch. Sie finden im Sommer 2026 statt und sind kostenfrei.

 

 

Veranstaltungen

Vortragsreihe an der UdK Berlin: Antisemitismus an Hochschulen – Realität, Reflexion, Reaktion

Diese Veranstaltungsreihe bot Raum für fundierte Reflexion und konstruktiven Austausch über Antisemitismus. Antisemitismus ist auch an Hochschulen eine Realität – ob in akademischen Debatten, studentischen Initiativen oder im Alltag auf dem Campus. Die Reihe "Antisemitismus an Hochschulen – Realität, Reflexion, Reaktion" beleuchtete aktuelle wissenschaftliche Perspektiven auf dieses Thema und zeigte sowohl analytische als auch praxisorientierte Ansätze zur Bekämpfung antisemitischer Denk- und Handlungsmuster.

Den Auftakt bildete ein Vortrag zur empirischen Erforschung des Antisemitismus: Wann ist es Antisemitismus? Wissenschaftliche Antworten auf eine viel gestellte Frage(Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel, TU Berlin). Anschließend wurde Antisemitismus und Intersektionalität. Kritik und neue Perspektiven beleuchtet (Prof. Dr. Karin Stögner, Universität Passau).

Praktische Strategien zur Erfassung und Bekämpfung von Antisemitismus standen im Fokus des dritten Termins: Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS Berlin) und Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) Berlin stellten zivilgesellschaftliche Ansätze vor, die sich mit der Dokumentation antisemitischer Vorfälle, der Unterstützung Betroffener und dem Umgang mit Antisemitismus in Hochschulen und Kulturinstitutionen befassten (Workshop: Antisemitische Vorfälle in Berlin mit einem Fokus auf Hochschulen von Julia Kopp, Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Berlin und Matthias Müller, Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR)).

Den Abschluss der Reihe bildete eine Analyse der Auswirkungen des 7. Oktober 2023 auf jüdische und israelische Communities in Deutschland. Der Vortrag Antisemitismus im institutionellen Kontext Hochschule – Traditionslinien, Leerstellen und Forschungsstand untersuchte, wie sich Antisemitismus im universitären Alltag vor und nach diesem Datum verändert hat und welche Herausforderungen sich daraus ergeben (Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai, Fachhochschule Potsdam).

Organisiert wurde die Vortragsreihe von Dr. Michaela Conen, Prozessbeauftragte für Antisemitismusprävention an der Universität der Künste Berlin mit Unterstützung des MFFB. Im weiteren finden Sie die aufgezeichneten online Vorträge.

Vortrag vom 12. Mai 2025: Wann ist es Antisemitismus? Wissenschaftliche Antworten auf eine viel gestellte Frage

Seit Jahren prägen Behauptungen wie „man verfüge noch nicht über hinreichend Forschung“ oder man „vermisse eine präzise Wissenschaftsdefinition zu Antisemitismus“ die Diskurse und Debatten zum aktuellen Antisemitismus. Auf diese Weise wird die vorliegende, umfangreiche Forschung zum Thema ausgeblendet und die dringend benötigte Aufklärung  sowie der gesamtgesellschaftliche Kampf gegen den grassierenden Judenhass in eine nebulöse Zukunft verschoben. Im Vortrag wird datenreich und mittels gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der historischen und aktuellen, empirischen Forschung erörtert, was Antisemitismus ist (und was nicht), wie er sich manifestiert und wie man Antisemitismen erkennen und dekonstruieren kann.

Den online Vortrag finden Sie hier

Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel

Quelle: Parlamentsdirektion/Johannes Zinner

Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel, Antisemitismusforscherin und Kognitionswissenschaftlerin an der TU Berlin; Lehrstuhl am Institut für Sprache und Kommunikation. Buchpublikationen u.a: Aktueller Antisemitismus, ein Phänomen der Mitte; Gebildeter Antisemitismus; Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert; Judenhass im Internet; Toxische Sprache und geistige Gewalt. Wie judenfeindliche Denk und Gefühlsmuster seit Jahrhunderten unsere Kommunikation prägen.

Vortrag vom 19. Mai 2025: Antisemitismus und Intersektionalität. Kritik und neue Perspektiven

Nach dem 7. Oktober wurde deutlich, dass Antisemitismus in weiten Teilen des intersektionalen Feminismus eine Leerstelle ist. Das ging so weit, dass Jüdinnen und Juden sowie Israelis die intersektionale Solidarität verweigert wurde. In einem Neuentwurf intersektionaler Ideologiekritik analysiert der Vortrag demgegenüber die gegenseitigen Verstrickungen von Antisemitismus, Rassismus und Sexismus.

Den online Vortrag finden Sie hier.

Prof. Dr. Karin Stögner

Quelle: Privat

Prof. Dr. Karin Stögner ist Professorin für Soziologie an der Universität Passau. Sie ist u.a. Autorin von „Antisemitismus und Sexismus. Historisch-gesellschaftliche Konstellationen“ (Nomos 2014) und Co-Herausgeberin von „Kritische Theorie und Feminismus“ (Suhrkamp 2022).

Vortrag vom 4. Juni 2025: Antisemitismus im institutionellen Kontext Hochschule – Traditionslinien, Leerstellen und Forschungsstand

Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, wie sich Antisemitismus vor und nach dem 7. Oktober im institutionellen Alltag von Hochschulen manifestiert und auf jüdische und israelische Communities in Deutschland auswirkt. Dafür wird auf dominanzgesellschaftliche Traditionslinien im Umgang mit Jüdinnen und Juden sowie mit Antisemitismus in der Gegenwartsgesellschaft eingegangen und in die Analysekategorie des institutionellen Antisemitismus eingeführt. Anschließend werden Befunde aus aktuellen Studien zu Antisemitismuserfahrungen im Kontext Hochschule vorgestellt und diskutiert.

Den online Vortrag finden Sie hier.

Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai

Quelle: Privat

Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai ist Professorin für Methoden der Sozialen Arbeit und Sozialarbeitsforschung an der Fachhochschule Potsdam. Sie forscht unter anderem zur Aufarbeitung von (sexualisierter) Gewalt, zum Alltagserleben im Strafvollzug und den Wahrnehmungen von Gefängnisarchitektur, zu institutionellem Antisemitismus, sowie zu den Auswirkungen des 7. Oktobers 2023 auf jüdische und israelische Communities in Deutschland. Zusammen mit Marina Chernivsky leitet sie einen gemeinsamen Forschungsbereich am Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung und Forschung. Aktuelle Veröffentlichungen, jeweils zusammen mit Marina Chernivsky: Analysekategorie institutioneller Antisemitismus  - Traditionslinien, Erkenntnisse und Forschungslücken (2025); „wie kommt das […] dass du nichts sagst wenn Jüdinnen vergewaltigt werden?“ – Sexualisierte Gewalt im Kontext des 7. Oktobers aus jüdischen Perspektiven in Deutschland (2025), in: Glöckner, Olaf/ Jikeli, Günther (Hrsg.): Antisemitismus in Deutschland nach dem 7. Oktober. Georg Olms Verlag: Hildesheim; Der 7. Oktober als Zäsur für jüdische Communities in Deutschland (2024), in: APuZ - Aus Politik und Zeitgeschichte: Antisemitismus. 74 Jg., 25-26 2024, S. 19-24.