Kurze Geschichte der HdK I: 1975 – 1989

Am 30. September 1975, am letzten Tag, den das 1974 vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossene Gesetz einräumte, wurde die Hochschule der Künste als eine „künstlerische und wissenschaftliche Hochschule” errichtet. Sie entstand durch die Vereinigung der Hochschule für Bildende Künste und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Zum künftigen Präsidenten war im Sommersemester 1975 der Kunsthistoriker Detlef M. Noack gewählt worden.

Die Anfänge der neuen Hochschule gestalteten sich turbulent – alle Beteiligten mussten sich in einer von hochschulpolitischen Kontroversen geprägten Atmosphäre erst zusammenfinden. Nach nur anderthalb Jahren trat Noack zurück.

Ende 1977 wählte das Konzil der Hochschule der Künste den Kulturpolitiker Ulrich Roloff (später Roloff-Momin) zum Präsidenten. Ihm gelang die Konsolidierung der jungen Reformhochschule. Mehrfach wiedergewählt, gab er sein Amt erst mit der Übernahme der Position des Berliner Senators für Kulturelle Angelegenheiten 1991 auf. In der Ära Roloff-Momin gelang unter den damals günstigen finanziellen Umständen ein erheblicher Ausbau der Hochschule. Die Ausbildung von Kunst- und Musiklehrern und -lehrerinnen wurde mit der Auflösung der Pädagogischen Hochschule 1980 übernommen.  Es entstanden Schritt für Schritt aber auch neue Studienangebote und Arbeitsschwerpunkte, etwa auf dem Gebiet des experimentellen Films, der Neuen Musik, des szenischen Schreibens, der Musiktherapie und auf dem Gebiet der Künstlerinnen- bzw. Künstler-Weiterbildung (heute: Kunst im Kontext). Wissenschaftliche Forschungsschwerpunkte bildeten sich, etwa auf dem Gebiet der Stadterneuerung. Zudem baute die Hochschule ein weitreichendes Netz internationaler Beziehungen auf.