Mapping Commons - Interdisziplinäres Lehr und Forschungsprojekt im Masterbereich der UdK Berlin

Mapping Commons - Interdisziplinäres Lehr und Forschungsprojekt im Masterbereich der UdK Berlin
Master Theaterpädagogik & Kunst im Kontext
Ute Schlegel-Pinkert & Kristina Leko & Vera Hofmann & Pauline Warneboldt & Georg Sichardt
Die Teilnehmerzahl ist sehr begrenzt. Wir bitten um ein kurzes Motivationsschreiben an k.leko_ @udk-berlin.de

About
Mapping Commons ist eine interdisziplinäre und experimentelle Lehrveranstaltung, die gemeinsam mit Kolleg*innen aus der Theaterpädagogik und von Kunst im Kontext gestaltet und durchgeführt wird. Im Zentrum stehen mehrere Exkursionen, in deren Rahmen wir uns dem Mapping von Commons bei Kunst- und Kulturinitiativen in Brandenburg widmen. Die Lehrveranstaltung verbindet künstlerische, wissenschaftliche und praxisbasierte Ansätze und untersucht Commons und Commoning als zentrale Konzepte zeitgenössischer kultureller Praxis.
Kontextualisierung: In der Social-Art-Practice bildet das Gemeinschaftliche beziehungsweise das Konzept der Commons den maßgeblichen Impuls für die künstlerische Praxis. Interdisziplinäre soziale und künstlerische Praktiken beschäftigen sich seit jeher mit Themen wie alternativen Ökonomien, Währungen sowie dem Aufbau gemeinschaftlicher Räume. Sie erzeugen dabei nicht nur symbolische Repräsentationen, sondern auch konkrete Räumlichkeiten und Infrastrukturen für gesellschaftlichen Wandel, die als Gemein- und Gemeinschaftsgüter zu verstehen sind. In diesem Zusammenhang werden Communities aufgebaut und/oder gestärkt sowie Netzwerke und Wissensformen entwickelt. Berühmte Projekte dieses Genres entstehen meist in urbanen Kontexten, etwa Project Row Houses in Houston (seit 1993, Rick Lowe) oder die Rebuild Foundation in Chicago (seit 2009, Theaster Gates), die verlassene Wohnhäuser in soziale Kultur- und Kunsträume verwandelten. Ein frühes und einflussreiches Beispiel für Commons-Kunstpraxis ist zudem das Hamburger Projekt Park Fiction (seit 1994); auch in Berlin existiert seit den 1980er-Jahren eine lebendige, commons-orientierte urbane Praxis. Angesichts der Umweltkrisen erscheint jedoch auch eine stärkere Hinwendung zu ländlichen Räumen sinnvoll. Projekte wie Grizedale Arts im britischen Lake District oder das internationale Kollektiv Myvillages arbeiten mit Dorfgemeinschaften an der kollektiven Nutzung von Land, Wissen und sozialer Infrastruktur. Darüber hinaus verbinden Initiativen wie Campo Adentro in Spanien künstlerische Forschung mit Landwirtschaft und Fragen gemeinschaftlicher Landnutzung. Kunst wird dabei als soziale Praxis verstanden, die gemeinschaftliche Ressourcen aktiviert, lokale Ökonomien stärkt und ländliche Räume als Orte kollektiver Gestaltung neu denkt. Die Gesellschaft der Neuen Auftraggeber verfolgt insbesondere in ländlichen Räumen Deutschlands einen Ansatz, bei dem Kunst im öffentlichen Raum im Auftrag von Bürger*innen realisiert wird, um als Gemeinschaftsgut zur Revitalisierung strukturschwacher Regionen beizutragen.

Leistungsanforderung: Selbstständige Lektüre und Recherche; aktive Teilnahme an drei Vorbereitungsterminen sowie an den Exkursionen; Erarbeitung einer Präsentation der Ergebnisse der eigenen künstlerischen Recherche im Rahmen eines öffentlichen Symposiums an der UdK im Oktober 2026.

Literatur u.a.:
Hofmann, V., Euler, J., Zurmühlen, L., & Helfrich, S. (2022). Commoning Art – Die transformativen Potenziale von Commons in der Kunst. Transcript Verlag. Lowe, R. (2017). Social sculpture and community engagement: The case of Project Row Houses. Art Journal, 76(2), 36–49. ARCH+. (2018). An Atlas of Commoning: Places of Collective Production. Archplus Verlag. Casco Art Institute: Working for the Commons. 

Time & Dates
Freitags, 13:30 - 17 Uhr, wöchentlich ab 17.4.2026, Bundesallee 1-10, Raum 204 u.n.V., zzgl. ganztägige Exkursionen

Weitere Termine & Exkursionen: 
24.04.2026: Vorbereitung 1 (BU, Raum 203): Einführung in Commoning Art, Anfang der Musterbildung (Muster des Commoning), Wirtschaften, soziales Miteinander, Governance. Inwieweit praktizieren wir Commoning im Seminar?
08.05.2026: Vorbereitung 2 (BU, Raum 336): Barbara Caveng, ein Beitrag einer Community Künstlerin, Erarbeitung eines Musters für die Recherche
22.05.2026: erste Reise: Götz e.V. 
29.05.2026: Zwischencheck Berlin (BU, Raum 336): Überprüfung der Musterbefragung 
12.06.2026: zweite Reise: Gerswalde großer Garten
26.06.2026: dritte Reise: LandRausch  und Hohenofen, mit Übernachten (16 Euro pro Nacht pro Person), 3 Veranstaltungen an dem Wochenende, (Samstag: Ausstellung)
10.07.2026: vierte Reise: Haus des Wandels  Steinhöfel
17.07.2026: Auswertung: verlängerter Termin im Raum 340 BU

Credits
4 SWS, 4 ECTS