„Sehen, Hören, Fühlen“ – Künstlerische Forschung und Vermittlung im Kontext der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Sehen, Hören, Fühlen – Künstlerische Forschung und Vermittlung im Kontext der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Frey, Sally & Candela, Mauricio & Kathrin Busch & Franka Geiser & Dominique Hurth & Matthias Heyl

Kunst im Kontext & Visuelle Kommunikation & Bildende Kunst
Geöffnet für die Studiengänge: Master Kunst im Kontext, Master Visuelle Kommunikation und für Studierende der Fakultät Bildende Kunst und Gestaltung mit professioneller künstlerischer Praxis

Anmeldung per Email an: s.frey_ @udk-berlin.de.

About
Das Projektseminar „Sehen, Hören, Fühlen“ widmet sich dem Spannungsfeld von Sichtbarkeit, Verweigerung und Kollaboration innerhalb gesellschaftlicher und gewaltvoller Prozesse. Ausgangspunkt ist das ehemalige Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, an dem ein fünftägiges Blockseminar stattfinden wird. Im Zentrum steht die räumliche Nähe zwischen der Stadt Fürstenberg/Havel und der Gedenkstätte Ravensbrück. Beide Orte sind nur durch einen See voneinander getrennt und von den jeweiligen Ufern aus sichtbar. Diese räumliche Nähe bildet den Ausgangspunkt für Fragen nach Wahrnehmung, Positionierung und Erinnerung, die wir sowohl im historischen als auch im gegenwärtigen Kontext betrachten möchten. Ziel ist es, dass die Studierenden mit künstlerischen Methoden sowohl die Umgebung als auch Materialien aus dem Archiv der Gedenkstätte untersuchen. Dabei geht es darum, Spuren zu suchen, Beobachtungen festzuhalten und unterschiedliche Formen des Umgangs mit historischen Orten und Archivfunden zu erproben. Unterstützt werden die künstlerischen Untersuchungen durch die Künstlerin Dominique Hurth, die ihre Arbeit zum Thema Textilproduktion im Konzentrationslager Ravensbrück vorstellt. In einem gemeinsamen Lektüreworkshop mit Prof. Dr. Kathrin Busch werden Texte gelesen und diskutiert, die Machtmechanismen von Archivpraktiken kritisch hinterfragen und Impulse für den Umgang mit Archivmaterial in der eigenen künstlerischen Arbeit geben. Ergänzend führt das Vermittlungsteam der Gedenkstätte in die historischen Gegebenheiten des Ortes ein. Darüber hinaus begleitet die Kunstvermittlerin Franka Geiser den künstlerisch-vermittlerischen Prozess während des fünftägigen Programms. Sie unterstützt die Studierenden dabei, Vermittlungsperspektiven in ihre Recherchen einzubeziehen. Zugleich gestaltet sie den gemeinsamen Arbeitsprozess durch Routinen, Übungen und Gesprächsformate, die Austausch, Reflexion und einen unterstützenden Umgang mit den eigenen Wahrnehmungen, Erfahrungen und Gefühlen anbieten.

* Am Ende des Blockseminars besteht die Möglichkeit, die Rechercheergebnisse in der Gedenkstätte zu präsentieren.
** Für die künstlerische Untersuchung werden allen Studierenden 50 Euro für Materialien zur Verfügung gestellt.
*** Die Gruppengröße muss leider auf 10 Personen begrenzt werden.

Time & Dates
Organisationstreffen: 26.11.2026
Blockseminar Ravensbrück: 7.–11. Dezember 2026
Nachbesprechung: nach Absprache

Literatur
Hartman: Venus in zwei Akten
Foucault: Das Leben der infamen Menschen

Prüfungsleistung
Vorbereitung auf das Seminar durch das Lesen der vollständigen Lektüre der Texte (maximal zwei Texte)
Erstellung einer eigenen künstlerischen Untersuchung
Unterstützung bei der Dokumentation des Seminars
Teilnahme am fünftägigen Blockseminar mit Übernachtung in der Jugendherberge Ravensbrück
Aktive Teilnahme

Credits
4 + 2 ECTS, 4 SWS