Entkonditionierung

Quelle: Merle Falk et. al.

Entkonditionierung

Was ist die Sehnsucht nach unserer Sinnhaftigkeit? Was ist die Sehnsucht nach unserer Wahrhaftigkeit? Und wie verpflichte ich mich der Gerechtigkeit? Wo finde ich die Gesamtheit alles Lebendigen und Menschlichen? Das Private ist politisch: Ersetze das Wort Schuld durch Verantwortung. 
Der Mensch bedient sich seiner Vernunft, um die Welt begreifen zu können; ein Versuch, die Natur zu beherrschen und sich somit der Natur zu bemächtigen. Das vermittelt das Gefühl von Macht, Kontrolle und Besitz: Eine Illusion von Freiheit. 
Wir leben in einem gesellschaftlichen System, das sich aus der Habgier nach unbegrenztem Gewinn schöpft. Es entsteht ein „Reichtum“ aus materiellem Eigentum. Wir benennen Dinge, die wir begreifen und uns aneignen, als unser Eigentum und messen unser Reichtum an unserem „Besitz“. Wir leben in einer Konsumgesellschaft, wir konsumieren - in einer Welt voller Superlative, von allem nur das Beste und das unbegrenzt. Individualismus wird groß geschrieben. Rassismus, Geschlechterunterdrückung und Naturkatastrophen wurzeln aus einer Gesellschaft des Konkurrenzkapitalismus, der unsere Denken, unsere Werte, unsere Sozialisierung und unsere Normen formt. Sollten wir uns mit der Natur verbinden, anstatt uns ihrer versuchen zu ermächtigen? Versprechen wir uns somit einen Zugang zur wahrhaftigen Wahrheit? Oder eine Verklärung in Zeiten, wo nicht der Mensch, die Natur zum Objekt macht, sondern die Natur den Menschen zum Objekt? 

Wir wollen eine ENTKONDITIONIERUNG 

Die Idee ist, eigenen Gedanken, eigener Wut und eigenen Forderungen als „Antwort" zu dieser Problematik in einer individuellen künstlerischer Form als Musik, Tanz, Malerei oder Lyrik zum Ausdruck zu bringen und damit zur Überwindung von Konditionierungen beizutragen. Dabei haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, diese allein zu konzipieren oder untereinander zu kooperieren und interdisziplinär zu arbeiten. Die Ergebnisse sollen als Film/Tonaufnahme/Bild festgehalten und am Ende zu einem Film zusammengeschnitten werden. Zusätzlich haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, einen gedanklichen, theoretischen Input zu ihrer künstlerischen „Antwort“ zu geben, der ebenfalls in dem Film veröffentlicht werden soll

Beteiligte

R.Knorr, Livia Trauer, Merle Falk, I. Weinkarte, M. Lindner, J.Pohlmann, Brenda Wagner, Dylan White, Bar Landau, Vanda, David Schwartz, Vincent Brock, J. Spreter und I. Weigand