crescendo26: GegenTöne

Revolte und Versöhnung: Eröffnungskonzert 2026 / Leitung: Michael Sanderling – crescendo

Stefan Stahnke

Die Leitung des Symphonieorchesters übernimmt mit Michael Sanderling ein herausragender Dirigent, Cellist und ausgewiesener Schostakowitsch-Experte.

Johannes Brahms: Doppelkonzert a-Moll op. 102
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 12 d-Moll op. 112

 

Donghwi Ko, Violine
Uladzimir Sinkevich, Violoncello
Symphonieorchester der UdK Berlin
Michael Sanderling, Leitung
 

Hausöffnung: 18.45 Uhr; Saalöffnung: 19.15 Uhr

Falls Sie bereits ein Ticket gebucht haben: Bitte kommen Sie am Konzerttag rechtzeitig. Ab 15 Minuten vor Beginn verfällt Ihre Platzgarantie, freie Plätze werden an wartendes Publikum ohne Ticket vergeben.

Falls Sie kein Ticket ergattern konnten: Ab 18.45 Uhr wird vor dem Konzertsaal eine Warteschlange für Personen ohne Ticket eröffnet; diese erhalten ab 19.45 Uhr Zugang zum Konzertsaal, sofern noch Plätze freigeblieben sind. Alternativ empfehlen wir die geöffnete Generalprobe des Konzerts am selben Tag um 10 Uhr zu besuchen.

Geöffnete Generalprobe

Das Eröffnungskonzert ist derzeit bereits ausgebucht. Alle Interessierten haben jedoch die Möglichkeit, die geöffnete Generalprobe des Konzerts mitzuerleben: 

Generalprobe "Revolte und Versöhnung"
 

Über das Konzert

Dmitri Schostakowitsch war zu Lebzeiten in einem Zwiespalt: Nur Regimefreunde konnten sich in Sicherheit wägen, zu offensichtliche politische Gegenpositionen zur Sowjetunion waren nicht nur beruflich ein Risiko. Das Regime präsentierte seine Werke gerne als nationalistisch-stolzen Kampfruf, aber in der Rezeption werden die oft karikaturistischen Züge hervorgehoben und als Schostakowitschs Art des Widerstandes, seine GegenTöne contra die populistische Vereinnahmung seiner Musik und die stalinistische Kulturdoktrin bewertet. Bei der 12. Sinfonie, die den regimefreundlichen Untertitel „Das Jahr 1917“ trägt und damit auf die von Lenin angeführte Oktoberrevolution deutet, werden teils militärähnliche Schlagwerkpassagen genutzt, die fast plakativ anmuten und damit den Deutungshorizont erweitern.

 

Brahms‘ Doppelkonzert für Violine und Violoncello, erscheint indes klanglich wie ein Gegenpart zu Schostakowitschs Sinfonie. Im Zentrum stehen die beiden Soloinstrumente, die sich in einen Dialog begeben und eingängige lyrische und hoch emotionale Passagen zeichnen. Als Versöhnungsgeschenk der zerstrittenen Freunde Brahms und Joachim war dieses Konzert übrigens erfolgreich: Joseph Joachim spielte 1887 bei der Uraufführung den Violin-Solopart unter der Leitung von Johannes Brahms. Mit Donghwi Ko (Violine) und Uladzimir Sinkevich (Violoncello) präsentieren wir an diesem Abend zwei vielfach ausgezeichnete Solisten; Ko machte in den vergangenen Jahren beim Mozartwettbewerb und der Sendai International Music Competition auf sich aufmerksam, Sinkevich ist bereits seit 2022 festes Orchestermitglied bei den Berliner Philharmonikern – vielleicht springt der Funke des vielleicht weltbesten Orchesters auch auf unser Symphonieorchester über?

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Info

crescendo – Künstlerisches Betriebsbüro der Fakultät Musik
crescendo_ @udk-berlin.de