Uncertain Measures – Ausstellung

Hybrid Plattform

Uncertain Measures ist eine Reihe von Begegnungen zwischen Kunst und Wissenschaft, die vom Bereich der Metrologie inspiriert sind

Nicht nur aus philosophischer, sondern auch aus künstlerischer Perspektive ist die Praxis der wissenschaftlichen Messung ein unendlicher Prozess, der wiederum Fragen aufwirft, wie sich das Messen von Phänomenen auf unser tägliches Leben auswirken kann, aber auch, zu welchem Zweck diese Beobachtungen angesichts von Unsicherheiten, der Realisierung von Einheiten und der Rückverfolgbarkeit von Messungen durchgeführt werden. Dies ist ein reichhaltiges Terrain für künstlerische Betrachtung, Dialog und Aktion.

Bei unserer ersten Begegnung präsentieren wir die Ausstellung intangible resonances des in Berlin lebenden japanischen Künstlers Akitoshi Honda. Als Interaktionsdesigner, Programmierer und Medienkünstler untersucht Honda die Beziehung zwischen menschlicher Wahrnehmung und Medien, insbesondere anhand der charakteristischen Eigenschaften von Licht. In intangible resonances untersucht Honda die Wechselwirkung zwischen Vibration, Klang und Interferenz, indem er lang andauernde Audioaufnahmen als Katalysatoren für die Musterbildung in einem Laserstrahl nutzt. Mit einem empfindlichen Niederfrequenzmikrofon (IEPE accelerometer), das die Vibrationen des umgebenden Bodens des TU-Hauptgebäudes über einen Zeitraum von 24 Stunden misst, hat Honda eine Praxis entwickelt, die unüberwachtes maschinelles Lernen nutzt, um Umweltstrukturen und Artefakte aufzudecken, die dann zur Störung eines Laserstrahls verwendet werden. Die Ausstellung intangible resonances versucht somit, sowohl immaterielle urbane Artefakte zu visualisieren als auch die Rolle des Künstlers und Wissenschaftlers zu reflektieren, der nicht nur daran arbeitet, Phänomene in der Welt zu messen, sondern auch danach strebt, ihre grundlegenden Eigenschaften in vergängliche Objekte der Schönheit zu übersetzen.

Biografie von Akitoshi Honda

Akitoshi Honda ist ein Künstler/Programmierer, der Interaktionsdesign an der Musashino Art University in Tokio und an der Universität der Künste Berlin bei Joachim Sauter studiert hat. Er interessiert sich für die Beziehung zwischen menschlicher Wahrnehmung und Medien im Bereich Kunst, Design und Wissenschaft und hat Physical Computing und Programmierung in viele seiner Projekte integriert.  Von 2016 bis 2021 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Chora Conscious City-Gruppe an der Technischen Universität Berlin, wo er sich auf Stadtentwicklung im Hinblick auf Klimawandel, Wertschöpfungsketten und Stakeholder-Engagement konzentrierte. Er hat verschiedene multimediale Arbeitsumgebungen im Bereich Mensch-Maschine-Schnittstellen für Webanwendungen und Augmented Reality entwickelt und wurde in zahlreichen Gruppenausstellungen in Europa, Asien und Amerika präsentiert.

Vernissage: 07.10, 18:00–20:30
Ausstellung: 08.10–23.10 (Montag – Freitag, 11:00 – 15:00)

Kontakt: michael.fowler_ @tu-berlin.de

Veranstalter: Hybrid Plattform

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