Gegen Antisemitismus: Universität der Künste Berlin unterzeichnet Kooperationsvereinbarung mit dem Institut für Neue Soziale Plastik für die Jüdische Kunstschule

Pressemitteilung

Berlin, den 1. Juli 2026

 

Die Universität der Künste Berlin und das Institut für Neue Soziale Plastik unterzeichnen heute eine Kooperationsvereinbarung, in deren Rahmen die Jüdische Kunstschule künftig in Räumlichkeiten der UdK Berlin Kurse und Masterclasses anbieten wird. Das Programm richtet sich an jüdische und antisemitismuskritische Künstler*innen und bietet ihnen einen geschützten Raum für ihre künstlerische Entwicklung und das eigene Schaffen.

„Wir freuen uns sehr über diese wichtige Zusammenarbeit“, so der Präsident der UdK Berlin, Prof. Dr. Markus Hilgert. „Die Jüdische Kunstschule ist für uns die offensichtliche Partnerin für eine solche Kooperation. Seit Jahren zeigen hier internationale Spitzenkünstler*innen kritisch Haltung – und bleiben doch im Dialog. Mit diesem Angebot senden wir auch ein wichtiges Signal an unsere eigenen jüdischen und antisemitismuskritischen Studierenden. Denn sie erhalten durch die Kooperation vorzugsweisen Zugang zu dem hochwertigen Angebot. Das ist für uns ein besonderer Gewinn.”

„Die Jüdische Kunstschule verbindet Schutz und Offenheit, institutionelle Verantwortung und künstlerische Qualität“, sagt Stella Leder vom Institut für Neue Soziale Plastik. „Dass die UdK Berlin diesen Weg mit uns geht und ihre Zusammenarbeit mit der Jüdischen Kunstschule auf eine verbindliche Grundlage stellt, ist vorbildlich – für eine Kulturpolitik, die nicht nur auf Krisen reagiert, sondern strukturelle Veränderungen fördert.”

Der Kooperationsvereinbarung vorausgegangen war die Erarbeitung eines gemeinsamen Schutzkonzepts. „Uns allen war klar: Wir wollen keinen isolierten Rückzugsraum, sondern einen Prozess, der im besten Falle die ganze Institution erfasst”, so Stella Leder. „Schutz” sei dabei weit gefasst und bedeute neben offensichtlichen Sicherheitsmaßnahmen auch einen strukturellen Veränderungsprozess, der die Reflexion über Antisemitismus zur selbstverständlichen Grundlage institutionellen Handelns mache.

Das Institut für Neue Soziale Plastik ist ein Zusammenschluss von antisemitismuskritischen und jüdischen Regisseur*innen, Autor*innen und Künstler*innen, das seit 2015 künstlerische Projekte aus jüdischer Perspektive entwickelt und Kulturinstitutionen berät.

 

Pressekontakt:

Claudia Assmann
Pressesprecherin und Leitung
Presse / Kommunikation 
Universität der Künste Berlin
claludia.assmann@intra.udk-berlin.de
Tel. 030 3185-2456
www.udk-berlin.de

 

Die Universität der Künste Berlin gehört zu den größten und vielseitigsten Kunstuniversitäten Europas, an der sich künstlerische Lehre und Praxis sowie wissenschaftlicher Diskurs gegenseitig beeinflussen und das akademische Profil prägen. Mit ihrer über 300-jährigen Geschichte ist sie tief in der Stadt Berlin verankert und ist mit jährlich über 700 Veranstaltungen eine bedeutende kulturelle Impulsgeberin. Die UdK Berlin vereint ein breites Spektrum an Studiengängen der Bildenden Kunst, Gestaltung, Musik, Darstellenden Kunst und der auf sie bezogenen Wissenschaften. Ihr Profil wird durch das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin und durch das Jazz Institut Berlin ergänzt. Ihren rund 4.500 Studierenden – von denen etwa ein Drittel international ist – bietet sie exzellente Lehre und Forschung und fördert einen kontinuierlichen Austausch zwischen künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Reflexion. Präsident der UdK Berlin ist seit dem 1. April 2025 Prof. Dr. Markus Hilgert.

Die Jüdische Kunstschule ist ein Projekt des Instituts für Neue Soziale Plastik. Sie umfasst ein breites Spektrum künstlerischer Disziplinen, darunter Malerei, Bildhauerei, Film/Video, Installation, Literatur, Performance, Regie/Dramaturgie, Kreatives Schreiben und Musik. Im Sommer-Programm der Masterclasses 2026 lehren an der UdK der Autor Mati Shemoelof, der Filmemacher Nir Evron, Drag-Performancekünstler*in Mazy Mazeltov, Mor Bashan, Tänzerin der renommierten Noa Eshkol Foundation sowie die Choreograph*innen Yasmeen Godder und Itzik Giuli.
In Reaktion auf die Welle antisemitischer Vorfälle nach dem 7. Oktober dient die jüdische Kunstschule jüdischen und antisemitismuskritischen Studierenden und jungen Künstler*innen als Plattform für künstlerische Exzellenz und Vernetzung. Seit ihrer Gründung haben bereits 150 Studierende und junge Erwachsene teilgenommen und im Rahmen von Masterclasses und Workshops mit international renommierten Künstler*innen zusammengearbeitet – etwa mit David Adika, Jossef Krispel, Ilit Azoulay, Nir Evron, Victoria Hanna, Mati Shemoelof und Yael Ronen.
Ziel der Kunstschule ist es, die künstlerische Praxis der Teilnehmenden zu stärken und neue Perspektiven auf den Kunst- und Kulturbetrieb zu eröffnen. Die Formate verbinden Live-Sessions in Berlin mit vor- und nachbereitenden Online-Sessions sowie unterschiedlichen Vermittlungsformen, darunter Atelier- und Ausstellungsbesuche, Stadtspaziergänge und individuelle Betreuung.