Elektroakustische Komposition – Individuelle und Soziale Praxen in elektronischer Musik und medialer Klangkunst

Prof. Dr. Kirsten Reese
Elektroakustische Komposition – Individuelle und Soziale Praxen in elektronischer Musik und medialer Klangkunst

Seminar, 2 SWS, 2 ECTS, 3 Plätze
Montags 12-14 Uhr, wöchentlich ab 28.10.2019, Ort wechselweise nach Ankündigung TU Studio, EN 324, Einsteinufer 17 oder UNI.K Studio, Fasanenstr. 1B, Raum 214
Um Anmeldung unter Angabe von Studienfach und Semester an kireese_ @udk-berlin.de wird gebeten.
Achtung: Für Studierende der Fakultät Musik nicht als Studium-Generale-Leistung anrechenbar!

Soziale Praxen mit elektronischer Musik und Medien - welche Ansätze gibt es hierzu in der elektronischen Avantgarde und Kunstmusik, in Klangkunst und Sound Art? Es werden historische Beispiele herausgegriffen und diskutiert: von Komponist*innen und Musiker*innen wie John Cage, David Tudor, Pauline Oliveros u.a.; sowie Arbeiten zu Themen wie Klangräume als social spaces, mediale Aktionen und Interventionen im öffentlichen Raum, das 'Posthumane' in der elektronischen Musik, Sonifikation natürlicher Daten usw. Diskutiert wird das Verhältnis von individuellen künstlerischen Strategien des Komponierens mit elektronischen Medien, Aufnahmen, Software und Lautsprechern und sozial orientierten Konzepten und Aufführungssituationen.
Technische, gestalterische und ästhetische Aspekte stehen in der Beschäftigung mit historischen und aktuellen Kompositionen und Klangarbeiten sowie durch Übungen ("Etudes" nach Pierre Schaeffer) und eigene Arbeiten der Studierenden im Mittelpunkt.

Das Seminar ist projektorientiert, erwartet wird die Bereitschaft zur kontinuierlichen praktischen Arbeit.

Leistungsanforderungen: aktive Teilnahme an allen Terminen, Erstellung praktischer Übungen.

Kirsten Reese unterrichtet elektroakustische Komposition an der UdK Berlin. Sie studierte Flöte, elektronische Musik und Komposition in Berlin und New York. Als Komponistin und Klangkünstlerin komponiert und produziert sie Werke für Elektronische Medien und Instrumente sowie intermediale und interaktive Installationen. Eine hervorgehobene Rolle spielen bei ihren Arbeiten raum- und wahrnehmungsbezogene sowie performative und narrative Aspekte. Einen Schwerpunkt bilden Kompositionen mit "found sound", dokumentarischem oder Archivmaterial, z.B. die 24-kanalige Klanginstallation „Debatte“ (Donaueschinger Musiktage 2013), sowie Arbeiten, die die Aura und Historizität von medialen Instrumenten thematisieren. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Kompositionen, temporäre Installationen und Audiowalks für Landschaften und den urbanen Außenraum, z.B. "Berlin Rosenthaler Platz" (2018), Audiowalk mit David Wagner. 2018 unterrichte Kirsten Reese bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik mit dem Workshop "Komponieren mit dem Archiv".