Inszenierte Konzerte
Dr. Irene Kletschke
Inszenierte Konzerte
Seminar, Deutsch/Englisch, 2 SWS, 2 ECTS, offen
Montags, 10–12 Uhr, ab 24.4.2026
Fasanenstraße 1B, Raum 212
Achtung: Für Studierende der Fakultät Musik nicht als Studium-Generale-Leistung anerkennbar!
Anmeldung wie folgt:
1. https://my.udk-berlin.de/qisserver/pages/cm/exa/coursecatalog/showCourseCatalog.xhtml?_flowId=showCourseCatalog-flow&_flowExecutionKey=e1s1
2. Veranstaltungen der Fakultät Musik
3. Veranstaltungen in der Musikwissenschaft
4. Bitte die Veranstaltung heraussuchen
Was ist ein inszeniertes Konzert? Von Festmusiken an europäischen Adelshöfen über Tableaux vivants und Volkskonzerte bis hin zu digitalen Streamings, Filmkonzerten, intermedialen Kompositionen und interkulturellen Aufführungsformen – in diesem Seminar untersuchen wir, wie Konzerte über das Klangliche hinaus gestaltet werden. Anhand ausgewählter Beispiele aus der Geschichte und Gegenwart erforschen wir Begriffe wie „inszenierte Musik“, „Konzertdesign“, „szenische Musik“, „sichtbare Musik“, „instrumentales Theater“, „Théâtre musical“ oder „composed theatre“ und lernen verschiedene Analyseansätze kennen: von Aufführung und Ritual über Film und Medien bis zu Wahrnehmung und Rezeption. Ziel ist es, die Spannungen zwischen Komposition, Inszenierung und Aufführung zu reflektieren, die gesellschaftspolitischen Hintergründe inszenierter Musikpräsentationen zu erkennen und die eigene Aufführungspraxis kritisch zu hinterfragen.
Ergänzend kann die Lehrveranstaltung „Mit Bach rumspielen: Wege zum inszenierten Konzert – Workshop für Musiker:innen, Komponist:innen und alle Bühnenwesen“ mit Annalisa Derossi und Iñigo Giner-Miranda besucht werden (Modul Musikmanagement).
Literaturhinweise:
Christa BRÜSTLE: Konzert-Szenen. Bewegung, Performance, Medien. Musik zwischen performativer Expansion und medialer Integration 1950–2000 (= Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft, Bd. 73), Stuttgart 2013.
Wiebke RADEMACHER: Jenseits der Konzertsäle. Klassische Musik für breite Bevölkerungsschichten in Berlin um 1900 (= Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft, Bd. 87), Stuttgart 2023.
Matthias REBSTOCK und David ROESNER (Hg.): Composed Theatre. Aesthetics, Practices, Processes, Bristol 2012.
Rainer SIMON: Konzert der Sinne. Dimensionen einer phänomenologischen Analyse der Wahrnehmung von Musikaufführungen, Freiburg 2018.
Martin TRÖNDLE (Hg.): Das Konzert II. Beiträge zum Forschungsfeld der Concert Studies, Bielefeld 2018. (Englische Ausgabe: Classical Concert Studies: A Companion to Contemporary Research and Performance, Routledge 2022).
Leistungsanforderung: regelmäßige, aktive Teilnahme.
Dr. Irene Kletschke Musik- und Theaterwissenschaftlerin, Kulturmanagerin. Leitet als Geschäftsführende Koordinatorin klangzeitort, das gemeinsame Institut für Neue Musik der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Studium der Musik- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin sowie Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Promotion 2010 an der FU Berlin mit der Dissertation „Klangbilder. Walt Disneys Fantasia (1940)“. Seit 2004 Organisation der Internationalen Sommerakademie „KlangKunstBühne“, einem interdisziplinären Weiterbildungsangebot der UdK Berlin. Seit 2006 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der UdK Berlin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören u.a. das Zusammenwirken von Klang, Bild und Bühne im Film, in der zeitgenössischen Musik und im aktuellen Musiktheater sowie landschaftsbezogene Kompositionen. Seminare und Publikationen u. a. zu Musik und Film, Neuer Musik, Musiktheater, Landschaftskomposition sowie zum Projekt- und Kulturmanagement. Diverse Jurytätigkeit. Mitglied der Creative Cloud der „Positionen. Texte zur aktuellen Musik“.