Berlin unter Strom: Resilienz in Theorie und Praxis
Prof. Dr. Ingo Uhlig
Berlin unter Strom: Resilienz in Theorie und Praxis
(50 Hertz-Gastdozentur. Neue Energiesysteme und Energiekulturen.)
Schwerpunkt: Exkursionen in und um Berlin
Seminar, Deutsch/English, 2 SWS, 2 ECTS, offen
Dienstags, 16-18 Uhr, wöchentlich ab 14.4.2026,
TU Berlin, TU Gebäude Marchstraße, Raum MAR 0.009
Anmeldung an ingo.uhlig@germanistik.uni-halle.de.
Auf verschiedensten Ebenen von Gesellschaft, Technologie und individuellem Leben ist Resilienz zu einem zentralen Schlagwort geworden. Widerstandsfähigkeit gilt als eines der wichtigsten Kriterien zur Beschreibung von Systemen: Wo liegen ihre Gefährdungen? Wie hoch ist der Anpassungsdruck? Wie antizipiert man Störfälle und sichert sich entsprechend ab?
Im Seminar werden wir einige theoretische Grundlinien der Resilienz, ihre politischen Muster und ihre Grenzen erarbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Resilienz sogenannter kritischer Infrastrukturen, insbesondere im Energiebereich. Der auf einen Anschlag zurückgehende Teilausfall des Berliner Stromnetzes im vergangenen Januar und seine Aufarbeitung bilden einen der Zugänge zum Thema. Neben theoretischen Perspektiven spielt der Austausch mit der Praxis eine zentrale Rolle. Geplant sind Exkursionen zum Übertragungsnetzbetreiber und Seminarpartner 50Hertz, zum Umspannwerk Neuenhagen, zur GASAG sowie zu weiteren Orten des Berliner Energienetzes. Dort können aktuelle Strategien zur Sicherung, Transformation und gesellschaftlichen Einbettung von Energieinfrastrukturen direkt diskutiert werden. Die Exkursionen sind in der Regel zeitlich kompakt gestaltet und gut mit dem Uni-Alltag vereinbar.
Das Seminar verbindet damit theoretische Reflexion, kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Infrastruktur und konkrete Einblicke in aktuelle Transformationsprozesse. Es richtet sich an Studierende, die sich für Fragen zu Energiewende, Sicherheit, Transformation, Nachhaltigkeit, Infrastrukturpolitik und gesellschaftlicher Zukunftsgestaltung interessieren.
Leistungsanforderung: regelmäßige, aktive Teilnahme.
Ingo Uhlig: Welche Rolle spielen Kunst und Literatur, Erzählungen und Bilder im Bereich von Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Energiewende? Ich bin Medien- und Literaturwissenschaftler und beschäftige mich hauptsächlich mit diesen Fragen. Nach verschiedenen Tätigkeiten an der Bauhaus-Universität Weimar, der Kunstakademie Münster und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bin ich seit 2019 Professor an der Universität Halle. An der TU Berlin startete 2023 außerdem die 50HERTZ GASTDOZENTUR mit dem Titel WAS MIT SONNE! Ziel ist es hier, die Wissensgebiete der Energietechnik, der Kulturwissenschaften und der Künste miteinander ins Gespräch zu bringen. Diese Idee setzen wir folgendermaßen um: Wir treten in den Austausch mit Gastreferentinnen, unternehmen Exkursionen zu Energiestandorten und führen ein intensives Seminargespräch über künstlerische Arbeiten, Texte und Filme.