Eigentum und Abenteuer
Prof. Dr. Ingeborg Harms
Eigentum und Abenteuer
Blockseminar, Deutsch, 2 SWS, 2 ECTS, 5 Plätze
Donnerstags, wöchentlich ab 23.4.2026
23.4., 12–17 Uhr
30.4., 12–16 Uhr
7.5., 12–17 Uhr
14.5., 12–16 Uhr
28.5., 12–16 Uhr
4.6., 12–17 Uhr
11.6, 12–17 Uhr
25.6, 12–17 Uhr
Straße des 17. Juni 118, Raum 208
Anmeldung unter: cyborg@udk-berlin.de.
In der Couture-Epoche war Mode eine Upper Class-Kultur. Heute ist sie zum Massenphänomen geworden. Die Kleiderschränke sind voll, bis zur ökologischen Wende wurde hemmungslos in Mode investiert. Auch die Marken ertrinken in Saisonware. Mode hat ein Platzproblem. Zugleich erzählen die Kollektionen von Freiheit und Abenteuer, dem einen Look, der genügt, um die Welt zu erobern. Welche Rolle spielt das Eigentum dabei? Der Glamour ist in Interior-Magazine abgewandert. Die Jugend verehrt das Machertum, träumt von Villen am Meer, sattem Bankkonto und Berufsausstieg mit vierzig. Welche Bedeutung hat Besitz, abgesehen von Storage Room und Investitionskapital, für Designer? Vor dem allen zugänglichen Netz waren Herkunft und Persönlichkeit die Quellen, aus denen Kreative ihre Ideen schöpften: Begabung, prägende Erfahrungen, Neigungen und Faszinationen. Das Seminar geht diesem immateriellen Kapital als einem kostbaren Rohstoff nach, den das Design fördern und mit dem Zeitgeist ins Gespräch bringen sollte.
Leistungsanforderung: regelmäßige, aktive Teilnahme.
Ingeborg Harms wurde in Lüneburg geboren und besuchte dort die Wilhelm-Raabe-Schule. Sie studierte in Marburg und Hamburg Germanistik, Romanistik und Philosophie und promovierte 1986 an der Hamburger Universität mit einer Arbeit über die frühen Dramen Heinrichs von Kleist. Von 1984 bis 1985 war sie in Regensburg als Sekretärin der Kleist-Gesellschaft tätig und ging im Anschluß in die Vereinigten Staaten, wo sie in Brooklyn am polytechnichen Institut der New York University und in New Haven an der Yale University lehrte. Von 1989 bis 1993 unterrichtete sie als Assistant Professor für Modern Foreign Languages and Literatures an der Boston University, arbeitete von 1993 bis 1997 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Seminar der Universität Bonn und ging in den Jahren 1997 und 1998 für ein Max Kade Professorship an der University of Virginia in die USA zurück. Von 1982 bis 1994 war sie Freie Mitarbeiterin der Frankfurter Rundschau und im Anschluss daran bis 2012 Feste Mitarbeiterin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dort verfasste sie über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren die Kolumne „Blick in deutsche Zeitschriften“, rezensierte aktuelle Bucherscheinungen und trug vor allem auf der Stilseite zur Erweiterung des Feuilletons durch eine kritische Modeberichterstattung bei. Seit 2012 schreibt Ingeborg Harms im Feuilleton der ZEIT und als Autorin der monatlichen Kolumne „Berliner Canapés“. Seit 1996 arbeitet sie regelmäßig für die Modezeitschrift „Vogue“ und die Designzeitschrift „AD Architectural Digest“ und war 2006 im Gründungsteam der deutschen „Vanity Fair“. Sie wirkte bei der Herausgabe der Brandenburger Kleist-Ausgabe mit und publizierte zahlreiche Aufsätze zu Modetheorie und -geschichte sowie vielen anderen kulturwissenschaftlichen Themen. Seit 2012 ist Ingeborg Harms Professorin für Designtheorie mit Schwerpunkt Mode am Institut für experimentelles Bekleidungs- und Textildesign der Fakultät Gestaltung an der Universität der Künste Berlin.