Kunst und Grausamkeit
Prof. Dr. Kathrin Busch
Kunst und Grausamkeit
Analoges Blockseminar in Sauen, 3 SWS, 2 ECTS, 5 Plätze
Donnerstag-Sonntag, 25.6. - 28.6.2026, Begegnungsstätte Sauen
Auftaktveranstaltung, Freitag, 12.6.2026 um 18 Uhr, Straße des 17. Juni 118, Raum 207
Anmeldung über Moodle: Kunst und Grausamkeit | Moodle E-Learning UdK Berlin.
Einem aktuellen Diskurs zufolge kann Kunst ein safe space sein, in dem man vor äußeren widrigen Einflüssen wie Krieg, Gewalt oder Ungerechtigkeit geschützt ist. Demgegenüber erscheint eine ältere Tradition, die – spätestens mit Goyas Desastres de la Guerra (1810-1814) – Gewalt, Mord und Totschlag gerade heraufbeschwört und die Kunst zum Austragungsort Ort der Darstellung dieser Grausamkeiten macht. Letztere Tradition wurde u.a. von den künstlerischen Avantgarden wie Expressionismus oder Surrealismus aufgegriffen und weitergeführt; in der zeitgenössischen Kunst spielen beide Traditionen eine gleichberechtigte Rolle. Maggie Nelsons Buch Kunst und Grausamkeit (2022) lässt beide Ansätze aufeinandertreffen und diskutiert ausgewählte Beispiele aus Philosophie und Literatur, Bildender Kunst und Film und versucht sie auf die aktuelle Situation anzuwenden: Wie verhalten sich die beiden Diskurse zueinander? Kann man die Opposition zwischen ihnen auflösen oder bleibt sie bis heute erhalten? Und wie verhalten sich die Künste zu den Grausamkeiten der aktuellen Kriege und dem gegenwärtigen vibe shift in der Weltpolitik, der ebenfalls als neue Haltung zur Grausamkeit verkauft wird?
Leistungsanforderung: regelmäßige, aktive Teilnahme, Referat.
Kathrin Busch ist Professorin für Philosophie an der Universität der Künste, Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der französischen Gegenwartsphilosophie, der Ästhetik und künstlerischen Forschung. Derzeit arbeitet sie zu Fragen ästhetischer Wissensbildung im Genre der Autotheorie sowie zu Figuren einer Philosophie der Schwäche. Ausgewählte Veröffentlichungen: (Hg. mit Christoph Brunner und Knut Ebeling): Permeationen – Durchdringungen von künstlerischer Forschung und ästhetischer Theorie, Leipzig 2025; (Hg. mit Barbara Gronau und Kathrin Peters): An den Rändern des Wissens. Über künstlerische Epistemologien, Bielefeld 2023; (Hg.): Radikale Passivität. Politiken des Fleisches, Ausst.-Kat., nGbK, Berlin 2020; P – Passivität, Hamburg 2012.