Verwundbarkeit. Diskurse, Praktiken und Ästhetiken des beschädigten Lebens

Prof. Dr. Kathrin Busch
Verwundbarkeit. Diskurse, Praktiken und Ästhetiken des beschädigten Lebens
Seminar, 3 SWS, 2 ECTS, 5 Plätze
Freitags, 15-18 Uhr, wöchentlich ab 17.4.2026
Straße des 17. Juni 118, Raum 207

Anmeldung über Moodle: Verwundbarkeit | Moodle E-Learning UdK Berlin.

Theodor W. Adorno hat seiner Minima Moralia den Untertitel „Reflexionen aus dem beschädigten Leben” gegeben. Als grundsätzlich beschädigt gilt ihm das Leben im Gewaltzusammenhang des Kapitalismus. Aufgabe der Theorie sei es, die „Schründe und Risse” der Welt offenzulegen.
In den gegenwärtigen Krisen infolge von Kriegen, Unterdrückung, Ausbeutung und Ausgrenzung werden Entfremdung und Verwundung in besonderer Weise sichtbar. Nicht nur im Politischen auch für die Künste stellt sich die Frage, wie auf die Verletzbarkeit und Verletzbarmachung des Menschen und seiner Umgebung zu reagieren ist. Wie können Reparationsprozesse gestaltet werden? Wann sind Fürsorge und Heilung sinnvolle Anliegen und wann müssen drastische Darstellungen der Unheilbarkeit künstlerisch und gestalterisch als Mittel der Kritik eingesetzt werden? Und wie steht es um die ästhetische Lust an der Wunde?
Im Seminar wollen wir die unterschiedlichen Diskurse über Verletzbarkeit in den Blick nehmen und fragen, welche künstlerischen und gestalterischen Antworten auszumachen sind.
Mit Texten u.a. von Theodor W. Adorno, Lauren Berlant, Judith Butler, Emmanuel Levinas, Alyson Cole, Fred Moten.

Leistungsanforderung: regelmäßige, aktive Teilnahme, Referat.

Kathrin Busch ist Professorin für Philosophie an der Universität der Künste, Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der französischen Gegenwartsphilosophie, der Ästhetik und künstlerischen Forschung. Derzeit arbeitet sie zu Fragen ästhetischer Wissensbildung im Genre der Autotheorie sowie zu Figuren einer Philosophie der Schwäche. Ausgewählte Veröffentlichungen: (Hg. mit Christoph Brunner und Knut Ebeling): Permeationen – Durchdringungen von künstlerischer Forschung und ästhetischer Theorie, Leipzig 2025; (Hg. mit Barbara Gronau und Kathrin Peters): An den Rändern des Wissens. Über künstlerische Epistemologien, Bielefeld 2023;  (Hg.): Radikale Passivität. Politiken des Fleisches, Ausst.-Kat., nGbK, Berlin 2020; P – Passivität, Hamburg 2012.