Surrealismus + (Anti-)Faschismus

Prof. Dr. Kathrin Busch
Surrealismus + (Anti-)Faschismus
Blockseminar, Deutsch, 2 ECTS, 3 SWS, 5 Plätze
Auftakt am 6.11.2026, 17 Uhr, Straße des 17. Juni 118, Raum 207
Block vom 3.12.–6.12.2026, Gutshof Sauen  

Anmeldung: via Moodle https://moodle.udk-berlin.de/moodle/course/index.php?categoryid=273.

Die Fragen nach Faschismus, Antifaschismus und Tendenzen der Faschisierung sind Schlüsselfragen unserer Zeit. Um in der zeitgenössischen Debatte den Überblick nicht zu verlieren, schlägt das Seminar – gemeinsam mit der preisgekrönten Ausstellung von 2025 »Surrealismus + Antifaschismus« im Lenbachhaus München – eine historisierende Perspektive vor: Es werden Theorien und künstlerische Interventionen thematisiert, die eine Archäologie des Faschismus und der Faschisierung versuchen. Bei dieser künstlerischen und theoretischen Erforschung von Faschismus und Kolonialismus geraten insbesondere Kunstrichtungen wie der Surrealismus sowie dissidente Institutionen wie das Pariser Collège de Sociologie (1937-39) in den Blick, das faschisierende Tendenzen auch in Literatur und Poesie, in der Religions- und Kulturgeschichte aufspürte, aber seine Untersuchungen auch auf benachbarte Bereiche wie die Ambiguität des Heiligen erweiterte. Schließlich interessierte sich nicht nur das Collège für Bruderschaften, Orden und Geheimgesellschaften als Brutstätten des Faschismus, sondern neuerdings auch die Dark Enlightenment und Big Tech, womit das Seminar wieder in der Gegenwart ankommt.

Literatur: Surrealismus + Antifaschismus. Anthologie, hrsg. v. Karin Althaus et al., Lenbachhaus München 2025. Mit Texten unter anderem von Theodor W. Adorno, Georges Bataille, Walter Benjamin, Andre Breton, Claude Cahun, Leonora Carrington, Aimé Césaire, Suzanne Césaire, Lee Miller, Karel Teige, Leo Trotzki.    

Leistungsanforderungen für den unbenoteten Leistungsschein: regelmäßige, aktive Teilnahme, Referat.

 

 

Kathrin Busch studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften an der Universität Hamburg, sie war Stipendiatin im Graduiertenkolleg „Phänomenologie und Hermeneutik“ an der Ruhr-Universität Bochum und wurde dort 2001 mit einer Arbeit zu Theorien der Gabe promoviert. Anschließend erhielt sie eine Juniorprofessur für Kulturtheorie an der Leuphana Universität Lüneburg und arbeitete dort auch an den künstlerisch-wissenschaftlichen Projekten im Kunstraum der Universität mit. 2009 folgte sie einem Ruf auf die Professur für Kulturtheorie/Kulturwissenschaften an die Merz Akademie Stuttgart. Seit 2010 ist sie Professorin an der UdK, wo sie von 2015-2021 dem Leitungsteam des Graduiertenkollegs „Das Wissen der Künste“ angehörte. Seit 2024 ist sie Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik. Als Gründungspräsidentin der Gesellschaft für künstlerische Forschung hat sie das Berliner Programm für künstlerische Forschung auf den Weg gebracht. 

Mit Forschungsschwerpunkten in der französischen Gegenwartsphilosophie und Kunsttheorie arbeitet sie im Moment zu Fragen ästhetischer Wissensbildung im Genre der Autotheorie sowie zu Figuren einer Philosophie der Schwäche. Ausgewählte Veröffentlichungen: (Hg. mit Christoph Brunner und Knut Ebeling): Permeationen – Durchdringungen von künstlerischer Forschung und ästhetischer Theorie, Leipzig 2024; (Hg. mit Barbara Gronau und Kathrin Peters): An den Rändern des Wissens. Über künstlerische Epistemologien, Bielefeld 2023;  (Hg.): Radikale Passivität: Politiken des Fleisches, Ausst.-Kat., nGbK, Berlin 2020; P – Passivität, Hamburg 2012.